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16. November 2012, 16:55 Uhr

Deutsche Flughäfen

Airports wappnen sich für den Wintereinbruch

Nach dem Schneechaos 2010 haben die deutschen Flughäfen aus ihren Fehlern gelernt: Die Airports rüsten sich frühzeitig gegen den Kälteeinbruch - ohne Probleme beim Starten und Landen wird wohl aber auch dieser Winter nicht vergehen. 

Berlin - Deutschlands Flughäfen bereiten sich auf den Winter vor. Mit Räummaschinen und Enteisungsmitteln wollen die Betreiber chaotische Verhältnisse bei Frost und Schnee in den kommenden Monaten abwenden. Ein Wintereinbruch mit starken Schneefällen hatte den Flugbetrieb im Dezember 2010 tagelang lahmgelegt. "Daraus haben alle Flughäfen gelernt", sagte der Sprecher des drittgrößten deutschen Airports in Düsseldorf, Thomas Kötter.

Allein in Düsseldorf stehen 20 Sprühfahrzeuge für Enteisungsflüssigkeit, 14 Räummaschinen und zwei Schneefräsen und 185 Winterdienst-Mitarbeiter bereit. Der Flughafen hat sogar Verträge mit Landwirten und Fuhrparkbetreibern geschlossen, um im Fall der Fälle Schneemassen abtransportieren zu lassen.

Der Frankfurter Flughafen, mit 56,4 Millionen Passagieren der größte Airport in Deutschland, stellte am Freitag seine Vorbereitungen auf die kalte Jahreszeit vor. Deutlich mehr Personal und zusätzliche Enteisungsfahrzeuge sollen den Betrieb auch im Winter sicherstellen. Im Lager des Flughafens befinden sich laut Betreiber Fraport rund 130 Tonnen Granulat und 3,6 Millionen Flüssigenteisungsmittel. Sechs Räumzüge sollen damit die Start- und Landebahnen frei von Schnee und Eis halten.

Auch bei der Flugzeugenteisung wurde in Frankfurt aufgerüstet. In diesem Winter sind dort mehr Personal und Fahrzeuge als im Vorjahr im Einsatz. Insgesamt würden knapp 1200 Beschäftige auf dem Frankfurter Airport dafür sorgen, dass es zu möglichst geringen Beeinträchtigungen aufgrund des Winters kommt.

Kleine Eiszeit sorgt für Probleme

Der überlastete Berliner Flughafen Tegel ist nach Darstellung seines Chefs Rainer Schwarz ebenfalls gut auf die kalte Jahreszeit vorbereitet. Die Anlage muss allerdings deutlich mehr Passagiere und Flugbewegungen bewältigen als in früheren Jahren, weil die Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens auf 2013 verschoben wurde. Der Berliner Lufthansa-Chef Thomas Kropp sagte vor diesem Hintergrund: "Wenn im Winter eine kleine Eiszeit kommt, wird es nicht ohne die eine oder andere Problematik gehen."

Der Hamburger Flughafen hat wegen der Nachschubprobleme bei den Enteisungsmitteln vor zwei Jahren einen eigenen Vorrat angelegt. "Das Rollfeld und die Flugzeuge schnee- und eisfrei zu halten, ist entscheidend", sagte eine Unternehmenssprecherin. Allein für das Enteisen der Maschinen stünden in Hamburg acht Spezialfahrzeuge und 72 Mitarbeiter zur Verfügung.

Auf dem Regionalflughafen in Lübeck-Blankensee würden derzeit vier Schneeräummaschinen startklar gemacht, sagte der Leiter des Fuhrparks, Torsten Hülse. Bei Schneefall und Glatteis müssen auf dem Flughafen rund 16 Hektar Fläche geräumt werden. Wie in Hamburg wurden auch in Lübeck in diesem Herbst schon einige Maschinen enteist. Die Bildung von Eis auf der Außenhaut von Flugzeugen ist gefährlich, da sogenannte Steuerelemente blockiert werden können.

Auch in Hannover und Bremen sind Dutzende Mitarbeiter in Bereitschaft, um Start- und Landebahnen sowie die Maschinen von Schnee und Eis zu befreien, wie die Flughäfen mitteilten. Die Helfer können auf einen Fuhrpark von Maschinen und Räumfahrzeugen zum Enteisen der Jets zurückgreifen. Die Airlines setzen auf den Winterdienst der Flughäfen, wie eine Sprecherin von TUI Fly in Hannover sagte. Die Fluggesellschaft werde allerdings nachts das Wasser aus den Maschinen lassen, damit es nicht einfriere.

dkr/dpa

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