Per Bahn in den Winterurlaub: Erst Schiene, dann Skier
Tanzen, spielen, träumen: Wer mit dem Zug in den Skiurlaub fährt, umgeht nicht nur Staus auf der Autobahn. Er kann sich auch in Disco-Abteilen austoben oder in Schlafwagen entspannen. Mit attraktiven Angeboten wollen Bahnfirmen Wintersportler erst auf die Schiene - und dann auf die Skier holen.
Es schneit. Dicke Schneeflocken tanzen vor dem Fenster. Im Schneckentempo bewegt sich die Blechlawine auf der A12 durchs Inntal. Wir brausen daran vorbei: mit einem Cappuccino, einem spannendem Buch und riesiger Vorfreude auf den Skiurlaub, der diesmal ganz entspannt beginnt.
Weil wir keine Lust auf Stau und schlechte Straßenverhältnisse haben, vor Ort in den Bergen kein Fahrzeug brauchen und das gesparte Geld für Sprit und Vignette locker für die Fahrkarten reicht, fahren wir mit dem Zug in den Schnee.
Eine Idee, die immer mehr Tourismusregionen und Veranstalter mit attraktiven Angeboten unterstützen und auch die Bahngesellschaften machen Wintersportlern interessante Angebote. Sieben gute Gründe für einen Winterurlaub mit der Bahn.
Per Disco-Bahn von Hamburg nach Kitzbühel
Abends eingestiegen und am nächsten Tag ausgeruht in Österreichs Bergen. Vorausgesetzt man bleibt nicht allzu lang an der Bar oder in der Disco, für die ein extra Abteil im violetten Sonderzug reserviert ist. Bereits den neunten Winter verkehrt der Schnee-Express zwischen Hamburg und der Alpenregion.
An 16 deutschen Bahnhöfen (unter anderem im Ruhrgebiet und in Köln) können Wintersportler zusteigen. Kurz hinter der Grenze wird der Zug geteilt und fährt entweder ins Salzbuger Land oder nach Vorarlberg. 20 Bahnhöfe werden angefahren, unter anderem Unterwegs liegen unter anderem Imst/Pitztal, Ötztal, St. Anton, St.Johann/Tirol, Fieberbrunn oder Kitzbühel.
Wo die Skigebiete nicht direkt in der Nähe des Bahnhofs liegen, gibt es in der Regel Transferverbindungen. Besonderen Komfort unterwegs bieten die renovierten Liegewagen. Für die sperrigen Sportgeräte gibt es einen separaten Gepäckwagen. Je nach Saison und Wagenklasse kostet die Fahrkarte zwischen 45 und 120 Euro.
Kinder in den Zug - und ab nach Italien!
Ganz entspannt ohne Umsteigen gibt es im Fernverkehr der Deutschen Bahn 33 Direktverbindungen aus den deutschen Großstädten nach Österreich. Besonders attraktiv ist das Europa-Spezial, das auch für Ziele in der Schweiz und in Italien gültig ist. Die einfache Strecke kostet dabei ab 39 Euro (in der ersten Klasse ab 69 Euro).
Auf kurzen Strecken wie etwa von München nach Bad Gastein oder in den WM-Ort Schladming gibt es die einfache Fahrt bereits ab 19 Euro. Besonders attraktiv: Kinder unter 15 Jahren reisen beim Europa-Spezial kostenlos mit Eltern oder Großeltern, sofern sie bereits beim Kartenkauf namentlich auf dem Ticket eingetragen werden (erhältlich an allen Verkaufsstellen der Deutschen Bahn sowie unter www.bahn.de).
Gratis-Bus für Ski-Urlauber in Österreich
Nicht jeder Ort liegt direkt am Bahnhof, wie etwa St. Anton am Arlberg oder Schladming. Nicht jede Unterkunft hat die Piste in Laufnähe. Damit Gäste, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen, auch am Urlaubsort mobil sind, organisieren viele Ferienregionen kostenlos den Transport vor Ort. Im Zillertal etwa schließt der Zillertaler SuperSkipass die öffentlichen Verkehrsmittel einschließlich der Zillertalbahn ein. Im Pitztal fahren Übernachtungsgäste kostenlos mit dem Regiobus durch das ganze Tal.
Pässe meiden und durch die Schweizer Tunnel brausen
Die Schweiz ist das Musterland für gute und bequeme Anbindung selbst abgelegenster Dörfer an das öffentliche Verkehrssystem. Darüber hinaus ist die Bahn-Anreise häufig deutlich schneller, weil der Zug Tunnel-Verbindungen nutzt, während viele Täler wegen Wintersperren der Passstraßen nur über Umwege zugänglich sind.
Auch hier gelten die Europa-Spezial-Angebote ab 39 Euro. Innerhalb der Schweiz bietet der Swiss Pass die komfortabelste Möglichkeit, alle öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen. Kinder unter 16 Jahre fahren dabei mit der Swiss Family Card in Begleitung eines Elternteils gratis.
Vom Abteil direkt in den Skilift
Allein sieben Skigebiete von Österreichs größtem Liftverbund Ski Amadé haben direkten Bahnanschluss. Mehrfach täglich ist eine Fahrt ohne Umsteigen nach Bad Hofgastein, Bad Gastein, Bischofshofen, St. Johann/Pongau, Radstadt, Saalfelden, Schladming und Schwarzach möglich. Zwischen den fünf Ski-Amadé-Regionen Salzburger Sportwelt, Schladming-Dachstein, Gastein, Hochkönig und Großarltal sind Skibusse und Shuttle-Taxis unterwegs.
Raus aus München, rein in den Schnee
Gerade am Wochenende, wenn durch Urlauberwechsel und Tagesgäste die Straßen in die Berge dicht sind, sind Kombi-Tickets aus den alpennahen Städten eine attraktive Alternative. So bringt die Bayerische Oberlandbahn Wintersportler in die Alpen-Plus-Gebiete Brauneck, Wallberg, Spitzingsee und Sudelfeld. Liftpass, Zug und Regionalbusse sind im Preis von etwa 40 Euro schon enthalten.
Von Januar bis März startet jeden Samstag und Sonntag, sowie an Feiertagen um sieben Uhr ein Sonderzug am Münchner Hauptbahnhof. 80 Minuten später stehen die Passagiere an der Hausbergbahn. 42 Euro kosten Fahrkarte und Tagesskipass für Erwachsene. Für das Zugspitz-Gebiet kostet das Ticket 48 Euro.
SRT, Heidi Siefert
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