Die größten Segeljachten der Welt "Es gibt ja auch nur eine Handvoll Superreiche"

Im Ranking der größten Segeljachten der Welt lässt die "Sailing Yacht A" die Konkurrenz lässig hinter sich. "Boote Exclusiv"-Chefredakteur Marcus Krall erläutert, was das Besondere an dem 142,81 Meter langen Schiff ist.

TheYachtPhoto.com/Peter Seyfferth

Von manager-magazin.de-Redakteurin


Frage: Herr Krall, ist es tatsächlich nur die Länge - oder was macht die "Sailing Yacht A" so besonders?

Marcus Krall: Die Gestaltung ist natürlich Geschmackssache, aber die Technik sucht ihresgleichen. Die Masten ragen bis zu 100 Meter empor und tragen 4500 Quadratmeter Segel. Es gibt ein Fenster im Rumpf, sodass man quasi ein fahrendes Aquarium hat - und, was wirklich selten ist: Die Räume sind zum Teil mehr als fünf Meter hoch, weil man zum Teil auf die Zwischenböden verzichtet hat. Normalerweise wird man in Jachten kaum eine Raumhöhe von mehr als 2,70 Meter finden.

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Ranking: Die größten Segeljachten der Welt

Frage: Was macht man mit so einem Schiff?

Krall: Gute Frage. Die kann ich auch nicht beantworten. Viel segeln wird die "A" wohl nicht, auch wenn es schon Testfahrten unter Segeln gab. Aber so ein Schiff ist mehr ein Statusobjekt, das nicht viel durch die Gegend fahren wird. Zugelassen ist die "A" übrigens als Motorjacht mit Segelunterstützung. Sie gehört aber trotzdem in das Segeljachten-Ranking - jeder, der sie sieht, ordnet sie sofort als Segelschiff ein.

Frage: Was ist denn teurer - eine Mega-Motorjacht oder eine Segeljacht?

Krall: Motorjachten sind deutlich teurer. Für die "A", die im Grunde ja beides ist, liegen die Schätzungen des Preises bei rund 400 Millionen Euro. Es ist aber interessant, dass es nicht so viele Neueinträge im Segeljachten-Ranking gibt. Der Markt ist definitiv unter Druck. Die Leute kaufen lieber Motorjachten, weil die im Regelfall deutlich komfortabler sind. Außerdem haben sie bei weniger Länge mehr Volumen und bieten damit auch viel mehr Spielraum für die Innenausstatter. Es mag auch eine Generationenfrage sein - die meisten Segeljachteigner sind schon älter, die Kundschaft wächst nur wenig nach.

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"Sailing Yacht A": Riesensegler sticht in See

Frage: Der Milliardär Andrej Melnitschenko, dem die "A" gehört, ist aber gerade mal 45 Jahre alt...

Krall: Ja. Es gibt ja auch weltweit nur eine Handvoll von Superreichen, die sich so etwas überhaupt leisten können. Bisher wollte halt keiner, so konnte sich die "Eos" über zehn Jahre auf Platz eins unseres Rankings halten. Und auch Melnitschenko hatte ja zuerst die Motorjacht "A" bauen lassen.

Frage: Hat das überhaupt noch mit Segeln zu tun, wenn man mit so einem Riesenkreuzer unterwegs ist?

Krall: Definitiv. Es geht nichts über das Gefühl, auf einem Segelschiff unterwegs zu sein. Dabei ist die Größe allerdings nicht der entscheidende Faktor. Wenn ich mir eine Superjacht bauen könnte, würden mir 50 Meter völlig ausreichen.

  • Das Interview führte Maren Hoffmann, Redakteurin bei manager magazin Online. Dort erschien ihr Beitrag zuerst.

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