Drohende Überladung US-Fähren rüsten sich für Moppel-Passagiere

Dem Volk auf den Bauch geschaut: Weil der Durchschnittsamerikaner immer dicker und damit auch schwerer wird, müssen die Fähren im US-Bundesstaat Washington jetzt ihre Passagierzahl verringern. Den Schiffen droht sonst Schlagseite.

AP

Seattle - Eine schwere Entscheidung: Der Fährendienst des US-Bundesstaats Washington hat beschlossen, künftig im Schnitt 250 Passagiere weniger als bisher zu befördern. Grund sei das gestiegene Gewicht der Amerikaner. "Fähren, die bisher 2000 Passagiere befördern durften, nehmen jetzt nur noch höchstens 1750 an Bord", sagte ein Sprecher der Küstenwache.

Die Küstenwache verlangt, dass eine Fähre auch dann keine Schlagseite bekommen darf, wenn sich alle Passagiere auf einer Seite des Schiffs befinden. Auf den Fähren rund um Seattle etwa werden sich nun weniger Menschen die gleiche Anzahl von Plätzen teilen. Ob es deswegen weniger eng sein wird, ist fraglich: Der Durchschnittsamerikaner wiegt inzwischen 84 statt 73 Kilogramm.

Nach Angaben des US-Gesundheitszentrums CDC haben die Amerikaner in den vergangenen 20 Jahren im Schnitt elf Kilogramm an Gewicht zugelegt, ein Drittel der Bevölkerung gilt als übergewichtig.

Dazu tragen allerdings auch die 23 Washingtoner Fähren bei: In den Restaurants wird den Passagieren fleißig fettiges Fast Food serviert - Hamburger, Hot Dogs und Chicken Wings. "Wir servieren auch Light-Bier!", versuchen die Restaurantbetreiber sich zu rechtfertigen.

jbr/dapd



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