Düsseldorf und Köln/Bonn: Neue Streiks an Flughäfen in NRW

Für Flugpassagiere in Nordrhein-Westfalen endet die Woche, wie sie begann: mit einem Streik des Sicherheitspersonals. Freitag wird es in Düsseldorf und Köln/Bonn gleichzeitig zu Flugausfällen, Verspätungen und langen Wartezeiten kommen.

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Flughafen Düsseldorf: Lange Wartezeiten vor den Sicherheitskontrollen

Düsseldorf - Vor einer weiteren Verhandlungsrunde in dem festgefahrenen Tarifkonflikt in der nordrhein-westfälischen Sicherheitsbranche treten Kontrolleure an den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn am Freitag erneut in einen ganztägigen Warnstreik. In dem Bereich arbeiten in dem Bundesland 34.000 Menschen, von ihnen gut 2000 an den Flughäfen.

Wie die Gewerkschaft Ver.di am Donnerstag in Düsseldorf mitteilte, sind zeitgleich auch andere Beschäftigte privater Sicherheitsdienste zu einem Ausstand aufgerufen. Dazu zählten Objektschützer, Sicherheitskräfte des nordrhein-westfälischen Landtags und Kontrollschaffner.

An den Flughäfen müssen die Passagiere daher wieder mit langen Wartezeiten und Flugausfällen rechnen. Die Airports empfehlen den Passagieren, sich vor der Anreise bei ihrer Airline oder dem Reiseveranstalter über den aktuellen Flugstatus informieren. Um die Kontrollen zu beschleunigen, sollten Passagiere wenn möglich auf Handgepäck verzichten.

Lufthansa hat bereits fast 50 Flüge abgesagt

In Düsseldorf sind für Freitag 586 Starts und Landungen geplant; etwa 53.200 Passagiere werden erwartet. In Köln/Bonn stehen 211 Abflüge und Landungen an. Germanwings hat hier bereits 22 Flüge gestrichen. Die Lufthansa musste bis zum frühen Donnerstagabend bereits 43 der 130 Abflüge ab Düsseldorf absagen. "Wir rechnen aber damit, dass im Laufe des Abends bis zu Zweidrittel der Starts gestrichen werden", sagte der Sprecher Florian Gränzdörffer SPIEGEL ONLINE. Priorität bei der Durchführung hätten Zubringerflüge zu internationalen Verbindungen, etwa nach Frankfurt oder München. In Köln fallen bisher sechs von 15 Abflügen aus, alles Starts gen Hamburg.

In den vergangenen Wochen hatte das Sicherheitspersonal der Flughäfen in Düsseldorf und Köln/Bonn schon mehrfach gestreikt, zuletzt am Montag dieser Woche in Düsseldorf. Allein in Düsseldorf mussten an den vorangegangenen sechs Streiktagen seit Dezember über 800 Flüge annulliert werden. Jedes Mal fielen Flüge aus, weil Sicherheitsschleusen für Passagiere, Gepäck und Fracht nicht besetzt werden konnten.

Ver.di will für die Mitarbeiter der Sicherheitswirtschaft in Nordrhein-Westfalen Lohnsteigerungen von 2,50 Euro bis 3,64 Euro je Stunde durchsetzen. In der untersten Lohngruppe liegt der Verdienst nach Angaben der Gewerkschaft aktuell bei 8,23 Euro. Nach Ver.di-Angaben ist bei den Tarifgesprächen am Montag ein Durchbruch zu erwarten, wie deren Verhandlungsführerin Andrea Becker am Donnerstag erklärte. Mit dem Ausstand am Freitag wollten die Beschäftigten noch einmal "eindringlich ihre Entschlossenheit" demonstrieren.

In Hamburg hatten sich Ver.di und die Arbeitgeber jüngst nach ähnlichen mehrfachen Streiks auf eine Tariferhöhung für rund 600 Mitarbeiter der Sicherheitskontrollen am dortigen Flughafen geeinigt.

Streik an allen tunesischen Flughäfen

Nordafrika-Urlauber müssen sich ebenfalls auf Behinderungen bei der Ein- und Ausreise einstellen: In Tunesien droht die Fédération Générale du Transport innerhalb der Gewerkschaft UGTT vom 18. bis 20. März mit einem Streik an allen Flughäfen des Landes, bestätigte eine Sprecherin des Fremdenverkehrsamts.

Allerdings gebe es derzeit noch Verhandlungen. Der Streik könnte noch kurzfristig abgesagt werden. Reisende sollten deshalb die Medienberichterstattung verfolgen und sich bei Reiseveranstalter oder Airline informieren. Die Flughafenmitarbeiter wollen höhere Löhne durchsetzen.

Die wichtigsten Informationen für Passagiere:

Was passiert, wenn mein Flug gestrichen wurde?

Einen wegen des Streiks nicht angetretenen Flug kann der Kunde stornieren, er bekommt dann sein Geld zurück. Wer trotzdem fliegen will, hat Anspruch auf einen späteren Flug. Bei der Lufthansa können die Kunden ihr Flug- auch in ein Bahnticket umtauschen oder von vornherein kostenlos umbuchen. Auch Passagiere, deren Flug ab Düsseldorf oder Köln/Bonn nicht gestrichen wurde, dürfen kostenlos umbuchen.

Wie komme ich trotz des Streiks an mein Reiseziel?

Die Fluggesellschaft oder der Veranstalter hat die Pflicht, so schnell wie möglich eine Ersatzbeförderung zu organisieren. Kunden können diese per Telefon oder am Schalter des Unternehmens am Flughafen einfordern. Die Fluglinien empfehlen, bei Inlandsflügen auf die Bahn auszuweichen.

Habe ich Anspruch auf Schadensersatz?

Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) müssen Fluggesellschaften ihren Passagieren keine Entschädigung zahlen, wenn sie wegen eines Streiks einen Flug streichen. Bei einem Streik handele es sich um "außergewöhnliche Umstände", bei denen die Unternehmen nicht haften müssen. Voraussetzung ist, dass die Flüge wegen Ereignissen außerhalb des Einflussbereichs der Fluggesellschaft und "außerhalb des Rahmens der normalen Betriebstätigkeit" ausfallen.

Wo erhalten Reisende Auskünfte zu ihren Flügen?

Fluglinien:

Flughäfen:

Aktuelle Informationen über Verspätungen und Flugausfälle geben die Flughäfen auf ihren Webseiten bekannt.

Hotlines von Veranstaltern:

abl/dpa

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1.
Methados 14.03.2013
Zitat von sysopDPAFür Flugpassagiere in Nordrhein-Westfalen endet die Woche, wie sie begann: mit einem Streik des Sicherheitspersonals. Freitag wird es in Düsseldorf und Köln/Bonn gleichzeitig zu Flugausfällen, Verspätungen und langen Wartezeiten kommen. http://www.spiegel.de/reise/aktuell/duesseldorf-koeln-bonn-flughafen-sicherheitspersonal-streikt-freitag-a-888899.html
schön am freitag. kann die hälfte der belegschaft auf ein langes wochenende hoffen. und zu ostern geht dann entsprechend weiter. schon auffällig.
2. 30 % mehr
Humboldt 14.03.2013
Zitat von sysopDPAFür Flugpassagiere in Nordrhein-Westfalen endet die Woche, wie sie begann: mit einem Streik des Sicherheitspersonals. Freitag wird es in Düsseldorf und Köln/Bonn gleichzeitig zu Flugausfällen, Verspätungen und langen Wartezeiten kommen. http://www.spiegel.de/reise/aktuell/duesseldorf-koeln-bonn-flughafen-sicherheitspersonal-streikt-freitag-a-888899.html
Es wäre schön, wenn die Arbeitgeber endlich einmal ein vernünftiges Angebot vorlegen würden. Das statt durch die Bundespolizei die "privatisierten Staatsaufgaben" von prekär Beschäftigten inzwischen überwiegend durchgeführt werden, ist eigentlich Skandal genug! Daher sind 30 % mehr genau genommen gar nicht viel. Oder wollt ihr für 1.200 Brutto einen solch' verantwortlichen Job mit Schichtarbeit durchführen? Es geht um unsere Sicherheit!
3. @Humboldt
lollopa1 14.03.2013
zum einen bekommen alle Arbeitnehmer ein Gehalt das ihrer Qualifikation und Motivation entspricht. Reden Sie doch mal mit den leuten die kontrollieren, ich würde denen meine Schuhe noch nichtmal 2 min anvertrauen. Der volkswirtschaftliche Schaden der durch diesen Streik entsteht sollte man Verdi mal aufs Auge drücken. Ich bin morgen dann zum zweiten Mal betroffen, wie vor 4 Wochen, ich freue mich schon richtig. Der Flughafenbetreiber sollte sich mal mit der Bundespolizei an einen Tisch setzen und den Auftrag für die Kontrolle an seriöse Firmen vergeben. Es gibt auch Sicherheitsdienste die gut bezahlen, die haben eben aber auch anders qualifizierte Leute.
4.
martin281 14.03.2013
Zitat von HumboldtEs wäre schön, wenn die Arbeitgeber endlich einmal ein vernünftiges Angebot vorlegen würden. Das statt durch die Bundespolizei die "privatisierten Staatsaufgaben" von prekär Beschäftigten inzwischen überwiegend durchgeführt werden, ist eigentlich Skandal genug! Daher sind 30 % mehr genau genommen gar nicht viel. Oder wollt ihr für 1.200 Brutto einen solch' verantwortlichen Job mit Schichtarbeit durchführen? Es geht um unsere Sicherheit!
Naja, den Job kann auch ein dressierter Affe machen. Nicht vergleichbar mit der Qualifikation von Facharbeitern deren Urlaubsflüge jetzt um die Osterzeit bestreikt werden. Schauen Sie mal in die Stellenprofile für Sicherheitskräfte an Flughäfen. Ausbildung oder Schulabschluss wird da nicht verlangt.
5. rausschmeißen
eigene_meinung 14.03.2013
Diese Leute sind für den Job sowieso völlig unqualifiziert. Sie sollten von mir aus als Türsteher vor Discos o.ä. eingesetzt werden. Gute Polizeibeamte könnten - bei einer sinnvolleren Organisation und Verzicht auf unsinnige Sicherheitsmaßnahmen - wesentlich effizienter ein höheres Sicherheitslevel ereichen.
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