Düsseldorf - Wegen eines Streiks des Sicherheitspersonals kommt es an den Flughäfen in Düsseldorf und Köln/Bonn erneut zu Ausfällen und Verspätungen. "An beiden Airports haben insgesamt rund 250 Fluggastkontrolleure um 4 Uhr morgens die Arbeit niedergelegt", sagte ein Sprecher der Gewerkschaft Ver.di. Der Streik werde voraussichtlich bis Mitternacht dauern. Die Passagiere müssen sich auf entsprechende Behinderungen einstellen.
Der Flugbetrieb in Düsseldorf war bereits am Morgen stark beeinträchtigt, wie der Flughafen mitteilte. Von ursprünglich 609 Flügen seien 233 gestrichen worden, davon 183 Abflüge und 45 Landungen. Am Flughafen Köln/Bonn wurden bis zum Morgen 78 von 211 geplanten Flügen annulliert. Aktuell seien dort nur zwei Passagier-Kontrollstellen geöffnet, es müsse über den ganzen Tag hinweg mit "erheblichen Beeinträchtigungen" gerechnet werden, hieß es. Zehntausende Passagiere waren von Ausfällen, Verspätungen und längeren Wartezeiten betroffen.
Beide Airports baten die Fluggäste, sich vor der Anreise bei ihrer Fluggesellschaft oder dem Reiseveranstalter über den Flugstatus zu informieren. Um die Kontrollen zu beschleunigen, sollten Passagiere möglichst auf Handgepäck verzichten.
Hintergrund des Arbeitskampfes sind die festgefahrenen Tarifverhandlungen für das Wach- und Sicherheitsgewerbe in Nordrhein-Westfalen. Mit dem erneuten Ausstand will Ver.di den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Die Gewerkschaft fordert unter anderem deutliche Verbesserungen für untere Lohngruppen. Die Branche hat in NRW 34.000 Beschäftigte, davon 2000 an Flughäfen. Eine neue Verhandlungsrunde ist am kommenden Montag geplant.
In den vergangenen Wochen hatte das Sicherheitspersonal der Flughäfen in Düsseldorf und Köln/Bonn schon mehrfach gestreikt, zuletzt am Montag dieser Woche in Düsseldorf. Allein in Düsseldorf mussten an den vorangegangenen sechs Streiktagen seit Dezember mehr als 800 Flüge annulliert werden.
Die wichtigsten Informationen für Passagiere:
Was passiert, wenn mein Flug gestrichen wurde?
Einen wegen des Streiks nicht angetretenen Flug kann der Kunde stornieren, er bekommt dann sein Geld zurück. Wer trotzdem fliegen will, hat Anspruch auf einen späteren Flug. Bei der Lufthansa können die Kunden ihr Flug- auch in ein Bahnticket umtauschen oder von vornherein kostenlos umbuchen. Auch Passagiere, deren Flug ab Düsseldorf oder Köln/Bonn nicht gestrichen wurde, dürfen kostenlos umbuchen.
Wie komme ich trotz des Streiks an mein Reiseziel?
Die Fluggesellschaft oder der Veranstalter hat die Pflicht, so schnell wie möglich eine Ersatzbeförderung zu organisieren. Kunden können diese per Telefon oder am Schalter des Unternehmens am Flughafen einfordern. Die Fluglinien empfehlen, bei Inlandsflügen auf die Bahn auszuweichen.
Habe ich Anspruch auf Schadensersatz?
Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) müssen Fluggesellschaften ihren Passagieren keine Entschädigung zahlen, wenn sie wegen eines Streiks einen Flug streichen. Bei einem Streik handele es sich um "außergewöhnliche Umstände", bei denen die Unternehmen nicht haften müssen. Voraussetzung ist, dass die Flüge wegen Ereignissen außerhalb des Einflussbereichs der Fluggesellschaft und "außerhalb des Rahmens der normalen Betriebstätigkeit" ausfallen.
Wo erhalten Reisende Auskünfte zu ihren Flügen?
Fluglinien:
Flughäfen:
Aktuelle Informationen über Verspätungen und Flugausfälle geben die Flughäfen auf ihren Webseiten bekannt.
Hotlines von Veranstaltern:
sto/dpa/Reuters
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