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Luxusfahrt in Japan: Ein Zug wie ein Kreuzfahrtschiff

Zweistöckige Suiten, Panoramadeck und ein edles Restaurant: In einem neuen japanischen Luxuszug wird die Fahrt und nicht das Ziel das Reiseerlebnis sein. Lediglich 34 Passagiere werden in den zehn Wagen durch die Landschaft cruisen.

Cruise-Train von East Japan Railway: Die Fahrt ist das Ziel Fotos
East Japan Railway

Wer Züge liebt, sollte nach Japan reisen: Dort verbindet der Shinkansen minutenpünktlich und mit Höchstgeschwindigkeit die Städte des Landes, die Hokutosei- und Cassiopeia-Züge verkürzen die lange Fahrzeit mit Schlafwagen und Restaurant, und im vergangenen Jahr wurde der Luxusbummelzug Seven Stars auf der Insel Kyushu auf die Schienen gesetzt.

2017 sollen zwei weitere Edelbahnen weniger dem schnöden Transport dienen, als vielmehr betuchten Passagieren die Fahrt zum Genuss machen: Vor kurzem kündigte West Japan Railway einen im Jugendstil gestalteten Zug mit Restaurant, Lounge und Aussichtsbereichen an. 30 Gäste sollen mitfahren können.

East Japan Railway (JR East) setzt dagegen auf modernes Design. Ken Okuyama, bekannt als Autodesigner für Ferraris und Porsche 911, hat für das Bahnunternehmen einen Zug auf Fünf-Sterne-Niveau entworfen, dessen doppelstöckige Suiten und geräumiges Restaurant genauso gut zu einem Kreuzfahrtschiff passen würden.

Aus zehn Waggons setzt sich der "Cruise Train" zusammen, berichtet die "The Japan Times". Dazu gehören zwei Panoramawagen, in denen die Fenster bis ins Dach reichen, ein Loungewagen, ein Restaurantwagen und fünf Wagen mit Suiten. Die insgesamt 34 Zuggäste kommen in 15 Zimmerfluchten mit Schlaf- und Badezimmer und den zwei Deluxe-Suiten auf zwei Ebenen unter. Fünf Milliarden Yen (rund 36 Millionen Euro) will JK East investieren.

Laut der Zeitung hat JR East noch nicht entschieden, wo der neue Luxuszug verkehren wird. Höchstwahrscheinlich werde er aber in der Region Kanto rund um Tokio starten. "Der Zweck des Zuges ist es, Luxus zu bieten", während die Passagiere die Schönheit der Landschaft und regionale Spezialitäten genießen, sagte Bahnsprecher Takumi Honma der "Japan Times". Und der Luxus wird wohl auch etwas kosten: Im Seven-Stars-Zug der Konkurrenz JR Kyushu liegen die Ticketpreise zwischen 180.000 Yen (1300 Euro) und 525.000 Yen (3800 Euro) für eine Zweitagesfahrt.

abl

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insgesamt 9 Beiträge
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1. sehr chic!
ArnoNyhm1984 01.07.2014
fragt sich nur, welche Zugstrecken in Japan so lang sind, dass man einen Schlafwagen dafür braucht?
2. Unsinnige Bilder
Augustusrex 01.07.2014
Ein Teil der Entwurfsbilder ist unsinnig. Bei den gezeigten Abmessungen würde der Zug in kein Bahnprofil passen, auch nicht in Japan. Soll heißen, der Zug wäre so hoch und breit, dass er jedes Signal usw. an der Strecke abräumen würde.
3.
michaelXXLF 01.07.2014
Zitat von ArnoNyhm1984fragt sich nur, welche Zugstrecken in Japan so lang sind, dass man einen Schlafwagen dafür braucht?
Einmal kurz bei Wikipedia nachgeschaut: Der Hokutosei und die Cassiopeia fahren von Tokio nach Saporro, in 16,5 Stunden, 1200 km (Straßenkilometer nach Google Maps) Die Züge fahren an unterschiedlichen Tagen und sind unterschiedlich ausgestattet. Anfang 2015 werden sie wegen der Eröffnung des Hokkaido Shinkansen vermutlich eingestellt werden. Japan ist zwar ziemlich schmal aber sehr lang. In Deutschland werden Japankarten grundsätzlich in einem sehr kleinen Maßstab dargestellt, was die Wahrnehmung verzerrt. Die Hauptinsel Honshu ist ca 1500km lang und von der Südspitze Kyushus bis in den Norden Hokkaidos sind es 2800km. Und südlich von Kyushu geht es nochmal gut 1000 weiter bis nach Okinawa
4.
mawa 01.07.2014
Zitat von AugustusrexEin Teil der Entwurfsbilder ist unsinnig. Bei den gezeigten Abmessungen würde der Zug in kein Bahnprofil passen, auch nicht in Japan. Soll heißen, der Zug wäre so hoch und breit, dass er jedes Signal usw. an der Strecke abräumen würde.
Das Lichtraumprofil für zweistöckige Hochgeschwindigkeitszüge in Japan ist 4,89 Meter hoch und 3,38 Meter breit, da passt einiges rein, insbesondere, wenn die Wagen (wie in den Visualisierungen zu sehen sind) zwischen den Drehgestellen niederflurig sind.
5. Nachdem die Hauptinsel Honshu
baumisms 01.07.2014
1300 km lang ist, kann man dort sehr wohl eine Nacht im Zug verbringen. Da gibt es einige Strecken, wo Schlafwagenzüge verkehren. Eine Grafik finden Sie hier: http://www.japan-guide.com/e/e2356.html
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