New Yorker Flughafen Reinigungskräfte streiken aus Angst vor Ebola

Die Ebola-Krise erfasst immer mehr Lebensbereiche: Am New Yorker Flughafen LaGuardia haben rund 200 Reinigungskräfte ihre Arbeit niedergelegt - aus Angst, sich mit dem Virus zu infizieren.

Reinigungskräfte am New Yorker Flughafen LaGuardia: Angst vor Ebola
REUTERS

Reinigungskräfte am New Yorker Flughafen LaGuardia: Angst vor Ebola


New York - Am New Yorker Flughafen LaGuardia haben sich etwa 200 Reinigungskräfte aus Furcht vor Ebola geweigert, die Flugzeugkabinen zu putzen. Sie hätten keinen ausreichenden Schutz gegen das Virus, wenn sie Erbrochenes beseitigen oder die Bordtoiletten säubern müssten, erklärten Beschäftigte einer Putzfirma in einer Stellungnahme der Dienstleistungsgewerkschaft SEIU.

So hätten sie etwa keine Handschuhe, die dick genug seien und nicht reißen könnten. Wegen des Streiks mussten die Flugzeugbesatzungen ihre Maschinen selbst reinigen, berichtete unter anderem die "Washington Post".

"Grundsätzlich kann man ja Sorgen verstehen", sagte ein Mitarbeiter der Firma Air-Serv. "Aber wir haben alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen, und Mediziner bestätigen auch, dass man sich auf diese Weise nicht anstecken kann."

Ebola-Infizierte sind, solange sie noch keine Symptome zeigen, kaum oder gar nicht ansteckend. Damit das Virus von Mensch zu Mensch übertragen wird, ist ein direkter Kontakt mit Körperflüssigkeiten des Erkrankten nötig, etwa mit Blut, Urin, Schweiß oder Erbrochenem.

Strengere Kontrollen an Flughäfen

In den USA war am Mittwoch der erste mit Ebola diagnostizierte Patient gestorben: Der Liberianer war am 20. September aus seinem Heimatland nach Texas gereist. Die USA haben mittlerweile die Kontrollen an den Flughäfen in New York, Newark, Chicago, Washington und Atlanta verschärft. Unter anderem wird die Körpertemperatur von Reisenden aus Westafrika gemessen.

Mittlerweile erwägt auch die Europäische Union wegen des grassierenden Virus' restriktivere Maßnahmen im Flugverkehr: Nachdem eine Frau in Spanien sich mit Ebola infiziert hat, könnte es etwa verschärfte Kontrollen an Flughäfen für Reisende aus Westafrika geben - damit solle eine weitere Ausbreitung der Seuche verhindert werden.

Die USA haben bereits angekündigt, Fluggäste aus den vom Ebola-Virus betroffenen afrikanischen Ländern an einigen Flughäfen auch "Entry Screenings" zu unterziehen. Dabei werden laut der Gesundheitsbehörde CDC die Passagiere unter anderem besonders befragt, um das Risiko einer Erkrankung festzustellen, bei ihnen wird Fieber gemessen, und sie werden auf andere Symptome von Ebola untersucht.

Am Mittwoch war ein aus Liberia stammender Ebola-Patient im US-Bundesstaat Texas gestorben. In Spanien hatte sich die erkrankte Frau offenbar durch einen Hautkontakt mit einem kontaminierten Arbeitshandschuh infiziert. Ein in Leipzig behandelter Ebola-Patient aus Westafrika befindet sich derweil in äußerst kritischem Zustand.

mxw/Reuters

insgesamt 41 Beiträge
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pressefreitheit 10.10.2014
1.
Der Artikel erwckt den Eindruck, als sei Ebola eine Seuche, die man nicht aufhalten könne. Allerdings wird sie nur dadurch übertragen, daß man Sterbende nunmehr in die ganze Welt verteilt. Der Mensch ist also selbst Schuld an der weiteren Verbreitung!
Reflektierer 10.10.2014
2. Auf nicht-kooperative EBOLA-Patienten sind wir nicht vorbereitet
Ein Mensch der weiß, dass er wahrscheinlich infiziert sein könnte, aber noch keine Symtome zeigt, könnte sich beeilen mit Falschangaben durch das Screening zu kommen und sich in den Flieger Richtung Westeuropa setzen, in der Hoffnung auf eine bessere Behandlung und der Rettung seines Lebens. Daher ist die Datenbank wichtig. Wir brauchen eine Langzeitbeobachtung jedes einzelnen Fluggastes für 21 Tage ab Abflug. Aber selbst dann: Aus 1 Fall werden inkl. Umfeld gleich 100 beobachtete Fälle. Lass es 10 Fälle sein und wir müssen 1.000 Leute isolieren oder 100 Fälle und wir isolieren eine ganze Kleinstadt. Selbst unser gutes Gesundheitssystem ist ruckzuck an der Kapazitätsgrenze bei solchen Dimensionen. Daher reicht mir aber die Datenbank nicht. Es muss jeder Fluggast bei Ankunft 21 Tage in Quarantäne. Und warum eigentlich erst bei Ankunft? Besser wäre doch vor Abflug und erst dann darf er fliegen. In diesen 21 Tagen muss sichergestellt sein, dass er sich natürlich nicht anderweitig infizieren kann. Alles andere ist für mich nicht kontrollierbar und reines russiches Roulette.
t.wallace 10.10.2014
3.
Asymptomatische Traeger sind durchaus im Bereich des moeglichen (Typhoid Mary).
etemenanki 10.10.2014
4.
Bald wird weltweit Panik ausbrechen. Was das für die globalen Lieferketten bedeutet, muß man wohl nicht sagen.
bauern-muenchen 10.10.2014
5. Flughafenkontrollen
Die Frau, die sich in Spanien infiziert hat, hat sich bei einem Patienten angesteckt, der ganz offiziell eingeflogen wurde - ihre Nachlässigkeit wäre durch irgendwelche Flughafenkontrollen nicht verschwunden!
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