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Vorsichtsmaßnahmen in Europa: An diesen Flughäfen werden Sie auf Ebola kontrolliert

Passagiere in Paris: EU ist sich bei Kontrollen auf Ebola uneins Zur Großansicht
AFP

Passagiere in Paris: EU ist sich bei Kontrollen auf Ebola uneins

Sollten die Sicherheitsmaßnahmen an europäischen Flughäfen in Europa verstärkt werden, um eine Ausbreitung von Ebola zu verhindern, oder nicht? Welches Land kontrolliert wie? Eine Übersicht.

Wie kann man eine weitere Ausbreitung von Ebola in Europa verhindern? Die Länder der Europäischen Union (EU) sind sich nicht einig über die Sicherheitsmaßnahmen bei aus Westafrika einreisenden Fluggästen.

Bei einem Treffen der EU-Gesundheitsminister am Donnerstag in Brüssel wurde beschlossen, die Passagierkontrollen in Liberia, Sierra Leone und Guinea zu überprüfen. Doch wie geht man an den heimischen Flughäfen vor? Wo in Europa wird verstärkt kontrolliert, und wo verzichtet man bisher darauf?

Das bislang beschlossene Vorgehen einzelner Länder im Überblick:

  • In Großbritannien sind die Sicherheitsmaßnahmen an den Flughäfen teils bereits verschärft worden. Passagiere, die über indirekte Verbindungen aus Westafrika dorthin kommen, werden einem Ebola-Screening unterzogen, zu dem unter anderem Fiebermessen gehört. Bislang werden die Kontrollen am Londoner Flughafen Heathrow durchgeführt, der Flughafen Gatwick und Untersuchungen der aus Frankreich kommenden Reisenden der Eurostar-Züge sollen folgen.

  • In Frankreich sollen ab Samstag alle Passagiere von Flügen aus Ebola-Gebieten gesondert kontrolliert werden. Betroffen davon sind rund 20 Flüge wöchentlich zwischen Conakry in Guinea und dem Pariser Flughafen Charles de Gaulle - eine der beiden einzigen Direktverbindungen aus EU-Ländern in die von Ebola betroffenen Länder in Westafrika.

  • In Tschechien müssen ab Montag alle Ankömmlinge am Prager Flughafen einen Fragebogen ausfüllen, die zuvor an internationalen Drehkreuzen umgestiegen sind.

  • Da es von Belgien aus eine direkte Flugverbindung in das von Ebola betroffene Liberia gibt, gibt es auch am Flughafen in Brüssel künftig verschärfte Kontrollen. Die Verantwortlichen kündigten an, bei allen aus Westafrika ankommenden Passagieren die Körpertemperatur zu messen.

  • Von Deutschland aus gibt es keine direkten Flüge in die von Ebola betroffenen Länder in Westafrika und bislang auch keine verschärften Kontrollmaßnahmen. Sobald hier ein Verdacht auf einen Ebola-Fall vorliegt, greifen die Notfallpläne der Fluggesellschaften und Flughäfen. Das Flugzeug wird dann auf eine Außenposition gestellt, sagt Dieter Hulick, Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport in Frankfurt. Ärzte gehen an Bord, die den möglicherweise Erkrankten untersuchen und ihn gegebenenfalls sofort in einem Sonderisoliertransporter in die Universitätsklinik Frankfurt überführen. Kontaktpersonen unter den Passagieren und der Crew stehen in Sonderräumen am Flughafen so lange unter Beobachtung, eventuell sogar unter Quarantäne, bis es Entwarnung aus dem Klinikum gibt. Alle anderen Mitreisenden erhalten Informationszettel mit Notrufnummern und können weiterreisen. (Informationen zum allgemeinen Vorgehen bei einem Ebola-Verdacht in Deutschland finden Sie hier).

  • Das Vorgehen in Spanien ist ähnlich: Bei einem Ebola-Verdachtsfall auf dem Madrider Flughafen am Donnerstag hat die Besatzung eines Air-France-Fluges aus Paris die spanische Gesundheitsbehörde informiert. Die Maschine vom Typ Airbus A321 mit 156 Passagieren an Bord wurde an eine abgelegene Stelle des Flughafengeländes dirigiert. Der Passagier sei an Bord des Flugzeugs untersucht worden, berichtete die Nachrichtenagentur Efe. Die übrigen Fluggäste durften die Maschine verlassen, ihr Gepäck konnten sie nach diesen Informationen allerdings zunächst nicht in Empfang nehmen, weil das Flugzeug vorher noch desinfiziert werden sollte. Der Fluggast aus Nigeria war über Lagos nach Paris geflogen und dort in die Maschine nach Madrid umgestiegen.

Ob das Fiebermessen auch bei der indirekten Einreise nach Europa - etwa über Flüge mit Zwischenstopps - sinnvoll sei, werde noch geprüft, sagte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) in Brüssel. Die EU-Gesundheitsminister hätten vereinbart, sich über die Frage weiter auszutauschen und dann "möglichst gemeinschaftlich" zu handeln.

emt/abl/AFP/dpa

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insgesamt 10 Beiträge
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1. Niemand wird auf EBOLA untersucht!
bitboy0 16.10.2014
Es wird nur allgemein geprüft ob jemand Zeichen einer Krankheit zeigt, also Fieber oder Schwäche. Ob jemand nur einen ordendlichen grippalen Infekt, eine echte Influenza oder EBOLA hat kann am Flughafen niemand erkennen. Allgemein halte ich es für außerordendlich ärgerlich, wenn kranke Menschen - die in aller Regel ansteckend sind - wissentlich ein Flugzeug besteigen und auf engstem Raum ihre Erreger verbreiten. Schon vor dem ABFLUG sollte es meines Erachtens geprüft werden ob jemand krank aussieht, Fieber hat oder andere Anzeichen einer ansteckenden Erkrankung. Jemand der krank ist gehört in's Bett, nicht in ein Flugzeug!
2.
jjr-62 16.10.2014
urlaub canceln weil man schnupfen hat? nicht mehr bahn und bus zur arbeit benutzen, weil man jemanden anstecken könnte? Das wird teuer...
3.
bodosanogo 16.10.2014
Ich selber bin Afrikaner und diese Kommentare sind zum Teil echt gemein. Immerhin kommt Ebola aus Deutschland, so viel ich weiss. Also muss Hilfe her!
4.
farid1979 16.10.2014
Lieber Bodosanogo, seien Sie sich sicher, die Deutschen meinen es nicht alle böse mit Menschen aus Afrika. Es gibt zwar einige unterbelichtete hier in unserem Land, diese vertreten jedoch keinesfalls die Mehrheit. Sie wissen es einfach nicht besser. Für die Dummschwätzer unter den Foristen : Ich kann für Sie nur hoffen , das sie nicht fiebrig und schwitzig aus einem Urlaub zurück kommen, bei dem sie sich einfach nur erkältet haben. Nicht das Ihr Sitznachbar genauso ein Kleingeist ist wie Sie, und denkt, Sie seien an Ebola erkrankt. Anderenfalls fände Ihr Urlaub ein jähes Ende.
5. Aus Deutschland?
MadPad 16.10.2014
Ich kann sehr nachvollziehen, dass jegliche Kommentare sehr zynisch hervorgebracht werden und dadurch sehr gemein sind. Allerdings halte ich die Behauptung, dass Ebola aus Deutschland stammen soll für unbegründet und unzureichend. Haben Sie Quellenangaben, die dies belegen? Meines Wissens nach stammt Ebola sehr wohl aus Afrika, wobei man den wirklichen Ursprungsherd nicht hundertprozentig festmachen konnte. Es ist jedenfalls sehr wahrscheinlich, dass das Virus durch Fleisch von Windhunden übertragen wird, welches nicht komplett durchgebraten und am Straßenrand verkauft wurde. Es gibt mittlerweile aber wichtigeres, als herauszufinden, woher genau Ebola kommt, z.B. die Verbreitung des Virus' zu verhindern. Patienten, die sich mit Ebola infiziert haben interkontinental auszufliegen ist meines Erachtens nach unverantwortlich, zumal es bereits in mehreren Ländern vorgekommen ist, dass sich Leute infiziert haben, die mit den Infizierten in Kontakt gekommen sind. Trotz höchster Hygienevorschriften und Vorgaben. Das Restrisiko bleibt. Hoffen wir mal, das alles nimmt ein halbwegs gutes Ende.
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