Legendäre Felswand Kletterer bezwingt El Capitan - allein und ohne Sicherung

Jeder Griff musste sitzen: Die legendäre Felswand El Capitan hat der Kletterer Alex Honnold ohne Partner, Seil und Sicherung überwunden - in nur vier Stunden.

AP/dpa

Steil ragt El Capitan über die Wälder im Yosemite-Nationalpark, die Flanken der markanten Felsformation zählen zu den schwierigsten Kletterrouten der Welt.

Die Ersten, die den Fels in Teams mit Seil und Haken bezwangen, brauchten dafür Wochen. Später erklommen Freeclimber die Wände, ohne Haken in den Fels zu hauen. Seile nutzten sie nur, um sich abzusichern. So konnten sie El Capitan binnen weniger Tage bezwingen.

Jetzt hat der US-Amerikaner Alex Honnold einen neuen Rekord erstellt - in einer anderen Kategorie. Er verzichtete bei seiner Tour an der Wand auf einen Partner und Seile zur Sicherung. Und erreichte in knapp vier Stunden den Gipfel.

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Legendäre Klettertouren: Steil, steiler, El Capitan

"Das hat noch niemand geschafft ... und es ist schwer sich vorzustellen, dass jemand auch nur annähernd erreichen wird, was er da getan hat", sagte Daniel Duane, der ein Buch über die Felsformation geschrieben hat, "El Capitan: Historic Feats and Radical Routes".

"Spinnennetz von Spalten und Rissen"

Honnold wählte die sogenannte "Freerider"-Route, die über die Südwestseite des Felsens führt. "Es ist eine Zickzack-Odyssee, die einem Spinnennetz von Spalten und Rissen folgt - einige davon weit aufklaffend, andere nur knapp so breit wie ein Fingerknöchel." So beschreibt "National Geographic" die Route, das Medium begleitete Honnold bei seinen Vorbereitungen und dem Aufstieg.

Während seines Aufstiegs sei Honnold über Vorsprünge balanciert, die nur so breit wie eine Streichholzschachtel sind, an manchen Stellen habe er in der Luft gehangen - gehalten nur von seinen Fingerspitzen, schreibt "National Geographic".

"Ohne Seil zu klettern, sodass der kleinste Fehler tödlich ist, erfordert enorme Selbstkontrolle und Konzentration." Er betonte, wie herausfordernd es ist, nicht in Furcht zu verfallen, sondern sich auf die Aufgabe zu konzentrieren. Offensichtlich war Honnold in der Lage, jegliche Angst zu verdrängen.

Nach dem geglückten Aufstieg schrieb er bei Instagram, er sei überglücklich - ein Traum sei wahr geworden.

So stoked to realize a life dream today :) @jimmy_chin photo

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Er habe acht Jahre davon geträumt, sagte der 31-Jährige. "Jedes Jahr bin ich in den Yosemite gefahren, habe die Wand hochgeschaut und mich gefragt: Wie kann ich das schaffen?", erzählte Honnold nach dem Aufstieg dem "San Francisco Chronicle".

Im Januar 2015 schafften die ersten Freeclimber die besonders steile "Dawn Wall"-Route, Tommy Caldwell und Kevin Jorgeson kämpften 19 Tage mit diesem extrem schwierigen Aufstieg. Die Nächte verbrachten Caldwell und Jorgeson in sogenannten Portaledges, in den Fels gehängten Pritschen.

wbr/AP



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