Mount-Everest-Chronistin Elizabeth Hawley ist tot

Fünf Jahrzehnte lang hielt sie fest, wer es auf einen Himalaya-Gipfel geschafft hat. Doch sie selbst war nie ganz oben. Im Alter von 94 ist Elizabeth Hawley in Kathmandu gestorben.

Elizabeth Hawley (2014)
AFP

Elizabeth Hawley (2014)


Die als Mount-Everest-Chronistin bekannt gewordene US-Journalistin Elizabeth Hawley ist gestorben. Hawley, die fünf Jahrzehnte lang über Besteigungen des höchsten Bergs der Welt Buch führte und den Spitznamen "Sherlock Holmes der Bergsteigerwelt" trug, starb mit 94 Jahren am Freitag in einem Krankenhaus in Nepals Hauptstadt Kathmandu, wie ihre Ärztin Prativa Pandey der Nachrichtenagentur AFP sagte.

Sie war vor einer Woche an einer Lungeninfektion erkrankt und erlitt später vermutlich einen Schlaganfall. "Sie hatte einen sehr friedlichen Tod", sagte ihre Ärztin.

Die am 9. November 1923 in Chicago geborene Hawley war 1959 als Journalistin nach Nepal gekommen. Sie gründete dort die Himalayan Database, ein penibel geführtes Archiv über Gipfelbesteigungen und Rekordversuche in der Region. Obwohl sie selbst nie einen Berggipfel im Himalaya erklomm, galt sie als Autorität am Dach der Welt.

Mit ihrem himmelblauen VW-Käfer, Baujahr 1965, fuhr sie durch Kathmandu, um Kletterer zu treffen und zu befragen. "Ich bin ziemlich energisch, komme zum Punkt, meinen Fragen kann man nur schwer ausweichen", sagte sie der Nachrichtenagentur AFP im Jahr 2014. Der Everest-Pionier Sir Edmund Hillary nannte Hawley den "Sherlock Holmes der Bergsteigerwelt".

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Himalaya-Datenbank: Das Erbe von Elizabeth Hawley

Ende vorigen Jahres gab Hawley die Leitung der Himalaya-Datenbank an Billi Bierling ab. Die Deutsche unterstützte die betagte Chronistin seit 2004. Ehrenamtlich führt sie nun die Interviews mit Bergsteigern und treibt die Digitalisierung des Projekts voran.

abl/dpa



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