Ende eines Symbols Nordkorea beschlagnahmt südkoreanischen Anteil an Ferienprojekt

Schon lange liegt das gemeinsame Tourismusprojekt von Nord- und Südkorea brach - jetzt haben Pjöngjangs Behörden alle Einrichtungen am Kumgang-Gebirge beschlagnahmt. Dieser Versuch der Wiederversöhnung ist damit endgültig gescheitert.


Seoul - Nordkorea hat ein seit Jahren auf Eis liegendes gemeinsames Tourismusprojekt mit Südkorea de facto endgültig beendet. Wie die amtliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA am Montag mitteilte, beschlagnahmten die Behörden in Pjöngjang den gesamten südkoreanischen Besitz an dem Projekt am Kumgang-Gebirge. Alle Südkoreaner wurden aufgefordert, das nordkoreanische Feriengebiet innerhalb von 72 Stunden zu verlassen.

Die Tourismusregion liegt direkt an der innerkoreanischen Grenze und galt lange Zeit als Symbol der Wiederversöhnung zwischen Nord- und Süd-Korea. Für Nordkorea war das Projekt eine wichtige Devisenquelle.

Nach dem Tod einer südkoreanischen Touristin durch die Schüsse eines nordkoreanischen Grenzsoldaten hatte Seoul vor drei Jahren die Reisen in die Region eingestellt. Die südkoreanische Regierung verlangt von Pjöngjang offizielle Ermittlungen sowie Sicherheitsgarantien, dies lehnt das stalinistisch geführte Land jedoch ab.

KCNA machte nun das Nachbarland für die Enteignungen verantwortlich. "Wir gehen davon aus, dass Südkorea alle Rechte auf den Besitz südkoreanischer Unternehmen aufgegeben hat, deshalb übernehmen wir nun selbst die Verfügungsgewalt", hieß es in der KCNA-Erklärung.

abl/AFP



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