Erdbeben: Wie sich Italien-Reisende informieren können

Zwei heftige Erdbeben haben den Norden Italiens erschüttert. Am schwersten traf es die Region um Modena, doch auch in Venedig, Florenz und Mailand waren die Erdstöße zu spüren. Urlauber können jedoch nicht automatisch ihre Reise kostenlos stornieren.

Hannover/Frankfurt/Main - In Norditalien sind am Dienstag bei Erdbeben von einer Stärken bis zu 5,8 mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen. Urlauber sind verunsichert, doch können sie jetzt nicht automatisch ihre Reise kostenlos stornieren.

"Urlauber müssen sich informieren, wie die Region betroffen ist und ob die Reise in Gefahr ist", sagte Reiserechtler Paul Degott aus Hannover. Nur wenn aufgrund des Erdbebens der Urlaub wirklich nicht möglich ist, wenn zum Beispiel die Infrastruktur massiv beschädigt ist oder das Hotel zerstört wurde, können Urlauber kostenlos ihre Reise beim Veranstalter stornieren.

Ein ungutes Gefühl oder die Angst vor weiteren Erdbeben reichen dagegen laut Degott nicht zu einer kostenlosen Stornierung. "Schlechtes Gefühl erlaubt keine kostenlose Stornierung, es braucht objektive Gründe", so der Reiserechtler.

Schlechte Karten haben ebenfalls Reisende, die sich einzelne Bausteine, zum Beispiel Mietwagen, Flug oder Hotel, individuell gebucht haben. Diese müssen sich laut Degott mit den einzelnen Anbietern auseinandersetzen.

Nach dem Erdbeben in Norditalien bekommen Reisende entweder per Internet oder Telefon Informationen. Das Tourismusministerium hat laut Italienischer Zentrale für Tourismus (Enit) eine Hotline in allen Sprachen geschaltet (0039 039 039039). Auch im Internet gibt es Informationen sowie Hinweise zum richtigen Verhalten in Notfällen. Das Deutsche GeoForschungsZentrum (GFZ) in Potsdam gibt in einem Merkblatt generelle Hinweise für Urlauber in erdbebengefährdeten Gegenden.

Nach Auskunft von Enit gibt es für Touristen in den Urlaubsgebieten am Meer nach dem Erdbeben keinerlei Einschränkungen. Lediglich die betroffenen Gebiete sollten gemieden werden. Der Flugverkehr laufe planmäßig, Züge von Trenitalia fuhren laut einer Sprecherin planmäßig, ihre Geschwindigkeit wurde jedoch gedrosselt, so dass es zu Verspätungen kam.

abl/dpa

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  • Dienstag, 29.05.2012 – 18:06 Uhr
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