Ärmelkanal: EU-Kommission hält Zugtickets für Eurotunnel für überteuert

Zugpassagiere zahlen nach Ansicht der EU-Kommission zu viel für eine Fahrt unter dem Ärmelkanal. Die Behörde fordert die Betreiber auf, den Missstand zu beheben. Auch würde der Eurotunnel wegen zu hoher Gebühren zu wenig genutzt.

Eurostar: EU hält Nutzungsgebühren für überhöht Zur Großansicht
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Eurostar: EU hält Nutzungsgebühren für überhöht

Brüssel - England-Reisende müssen für die Zugfahrt unter dem Ärmelkanal unnötig viel Geld ausgeben. Nach Ansicht der EU-Kommission sei der Kanaltunnel zudem nicht genügend ausgelastet. Die Brüsseler Behörde forderte deshalb am Donnerstag Frankreich und Großbritannien auf, die Missstände abzustellen.

Die beiden Länder haben zwei Monate Zeit zu antworten. Es droht ein Verfahren wegen Verletzung von EU-Recht vor dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg. Am Ende könnten auch Strafgelder fällig werden.

Die überhöhten Ticketpreise und Frachtgebühren haben nach Einschätzung der EU-Kommission mehrere Gründe. So seien die Tunnelnutzungsgebühren für Bahnunternehmen zu hoch, dies verhindere Konkurrenz auf der Strecke.

Auch fehlende Unabhängigkeit der eigens geschaffenen Aufsichtsbehörde für den Tunnel (IGC) sowie unflexible Nutzungsvereinbarungen mit Vertragslaufzeiten von 65 Jahren kritisiert die EU-Kommission. All dies führe dazu, dass 43 Prozent der Tunnelkapazität ungenutzt blieben. Der Passagierverkehr wachse nur langsam, der Frachtverkehr nehme sogar ab.

Neben einem speziellen Shuttleservice der Tunnelbetreiber bietet bisher nur Eurostar Passagierreisen nach London an - obwohl seit 2010 auch andere Unternehmen einsteigen könnten. Die Deutsche Bahn plant zwar eine Verbindung und hat nach jahrelangem Streit vor kurzem die Genehmigung erhalten. Wegen Lieferschwierigkeiten bei ICE-3-Zügen verzögert sich dies aber bis 2016.

Der deutsche Konzern möchte London aus Deutschland und den Niederlanden ansteuern. So sollen dreimal täglich Züge von Frankfurt/Main über Köln und Brüssel in weniger als fünf Stunden die britische Hauptstadt erreichen, eine weitere Route führt von Amsterdam über Brüssel zum Tunnel. Autos sollen nicht transportiert werden, über die Preise für die Strecken könne derzeit noch nichts gesagt werden, hieß es.

abl/dpa

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