EU-Studie Bestnoten für deutsche Badegewässer

Packt die Badehose ein: Eine neue EU-Studie bescheinigt den deutschen Flüssen und Seen eine exzellente Wasserqualität. Bei einigen europäischen Nachbarn besteht allerdings Nachholbedarf in Sachen Sauberkeit.

Strandbad in Biederitz: Die EU bescheinigt den meisten deutschen Badestellen gute Qualität
DPA

Strandbad in Biederitz: Die EU bescheinigt den meisten deutschen Badestellen gute Qualität


Brüssel/Berlin - Die große Mehrheit der deutschen Flüsse und Seen haben von der EU eine "exzellente" Wasserqualität bescheinigt bekommen. Das zeigt der am Mittwoch von der EU-Kommission in Brüssel und der deutschen EU-Vertretung in Berlin vorgestellte Bericht zur Qualität der Badegewässer in Europa für 2011. Auch in beliebten Urlaubsländern wie Italien und Österreich können sich Badende demnach an den meisten Stellen über sauberes Wasser freuen.

Insgesamt wurden mehr als 21.000 Badegewässer in der Union unter die Lupe genommen. Die Proben wurden zum Beispiel auf Fäkalbakterien, Mineralölrückstände, Reinigungsmittel und giftige Säuren untersucht. Bei den deutschen Binnengewässern erreichten gut neun von zehn Flüssen und Seen eine "exzellente Bewertung". Bei den Nord- und Ostseestränden wurden 75 Prozent als "exzellent" eingestuft.

Die Bewertung berücksichtigt für Deutschland neben 2011 auch Ergebnisse der Jahre 2008 bis 2010. Das soll gewährleisten, dass nicht einmalige Ereignisse wie starke Regenfälle zu Ergebnissen führen, die über die durchschnittliche Qualität eines Gewässers täuschen.

Von insgesamt rund 2300 untersuchten deutschen Badegewässern erreichten nur 15 in der aktuellen Wertung nicht die Mindestwerte. Geschlossen werden müssten sie wegen der schlechten Wasserqualität aber nicht, sagte ein Kommissionssprecher. 13 weitere Gewässer wurden dagegen in Deutschland für die Öffentlichkeit geschlossen oder das Baden dort verboten.

Niederlande und Luxemburg können nicht mithalten

Ob im Binnenland oder an der Küste: EU-weit erreichten der Kommission zufolge 77 Prozent der Badegewässer die beste Bewertung. Weitere 15 Prozent konnten demnach immerhin noch mit hinreichender Qualität aufwarten. Am besten schnitt bei der Studie erneut Zypern ab, wo allen getesteten Badestellen "exzellente" Qualität bescheinigt wurde. Viele gute Noten bekamen auch Urlaubsländer wie Italien, Spanien und Portugal: "Die Wasserqualität in den beliebtesten Feriengebieten Europas ist allgemein gut", hieß es in einer Brüsseler Kommissionsmitteilung.

Italien hat bei weitem die meisten untersuchten Badegewässer, nämlich 5549; von ihnen fielen 23 Gewässer mit schlechter Qualität komplett durch, hinzu kamen 139 Badeverbote oder Schließungen. In Österreich wurden 83,5 Prozent als "exzellent" bewertet, vier fielen durch, Verbote oder Schließungen gab es keine.

Am unteren Ende der europäischen Skala liegen laut Kommission die Niederlande, Bulgarien, Lettland, Luxemburg und Belgien. Hier erfüllte nur ein vergleichsweise geringer Anteil der Gewässer die strengen Leitwerte. Allerdings sind die Beurteilungssysteme in den EU-Ländern noch nicht alle auf demselben Niveau, sodass die Angaben nicht immer direkt vergleichbar sind.

dkr/AFP

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