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EU-Test: Wasserqualität an nur 14 deutschen Badestellen mangelhaft

Deutschlands Badestellen sind sehr sauber. Nur an 14 von fast 2300 Orten sollte man hierzulande aufpassen. Das ergab ein EU-Test, der Seen, Flüsse und Strände in ganz Europa untersucht hat.

EU-Bericht zu Wasserqualität: Der Sommer kann beginnen Fotos
DPA

Der Sommer kann beginnen! Denn die deutschen Badestellen an natürlichen Gewässern sind sauber. Laut einem neuen EU-Bericht ist die Qualität von Badegewässern in Deutschland in neun von zehn Fällen sogar "ausgezeichnet".

Von den 2290 unter die Lupe genommenen Badestellen an Seen, Flüssen und Stränden wiesen insgesamt rund 98 Prozent eine zumindest "ausreichende" Wasserqualität auf, wie aus dem in Brüssel und Kopenhagen veröffentlichten Jahresreport der Europäischen Umweltagentur (EEA) hervorgeht. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich Deutschland leicht verbessert: 2013 entsprachen 97 Prozent den Mindeststandards.

Der Bericht basiert auf Wasserproben aus dem vergangenen Jahr. Er gibt somit "Hinweise darauf, wo die Badegewässer auch 2015 wahrscheinlich eine gute Qualität aufweisen", wie es im Vorwort heißt. In Deutschland kann demnach voraussichtlich an 2241 Stellen ohne Bedenken gebadet werden. Weniger als ein Prozent, nämlich 14 Badegewässer, erhielten in dem EU-Bericht die Note "mangelhaft". "Keine Stelle muss jedoch geschlossen werden", hieß es auf Anfragen aus der EU-Kommission.

Von der Schlei bis zum Bodensee: Wo Vorsicht angebracht ist

Die 14 Orte sind die Kleine Badewiese an der Unterhavel in Berlin, drei Badestellen an der Schlei, der Schwornweisach-Weiher in Uehlfeld, der Naturbadesee in Gschwend, der Finsterroter See in Wüstenrot und die Kocherbadebucht in Künzelsau. Außerdem der Strand Kleinostheim am Mainparksee in Mainaschaff, der Perfstausee Breidenstein, die Glöwitzer Bucht in Barth an der Ostsee, Schlüttsiel an der Nordsee, das Strandbad Eriskirch am Bodensee und der Campingplatz Siersburg in Rehlingen-Siersburg an der Nied.

Nicht nur in Deutschland, sondern auch in den übrigen EU-Ländern sowie in der Schweiz und Albanien können sich Badende dem Bericht zufolge meist ohne Bedenken ins Wasser begeben. 95 Prozent der mehr als 21.000 getesteten Abschnitte erfüllten die Mindestanforderungen, über 83 Prozent waren im EU-Durchschnitt sogar "ausgezeichnet". Weniger als zwei Prozent der Badestellen gelten als "mangelhaft".

Wer neben sauberem Wasser auch Sonne will, ist auf der Mittelmeerinsel Zypern besonders gut aufgehoben. Allen 112 untersuchten Küsten-Badestellen bescheinigten die Tester mindestens gute Werte. Auf Platz zwei in der EU folgt Griechenland, dicht gefolgt von Kroatien. In Frankreich, Spanien, Italien und Portugal halten ebenfalls mehr als 90 Prozent der Küsten-Badestellen die Mindeststandards ein.

Auf zwei Bakterien wird getestet

Damit Schwimmern keine bösen Überraschungen wie Übelkeit oder Durchfall drohen, behalten die Behörden in den EU-Staaten die Wasserqualität im Auge. Das schreibt ein EU-Gesetz vor. Dazu müssen sie die Gewässer wenigstens auf zwei Bakteriensorten prüfen: Darmenterokokken und E.coli, die beide auf Verunreinigungen durch Fäkalien hindeuten. Die Keime können aus der Kanalisation, der Landwirtschaft oder auch von wilden Tieren wie Wasservögeln kommen.

Die gesammelten Daten fließen in den jährlichen Badegewässer-Bericht ein. Müll oder andere Formen der Umweltverschmutzung werden dafür nicht ausgewertet. Wo die sauberen oder weniger sauberen Badestellen liegen, ist auf einer Karte im Internet zu sehen, auf der sich auch gezielt nach einzelnen Orten suchen lässt.

abl/AFP/dpa

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insgesamt 8 Beiträge
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1. Schade ...
seelion 20.05.2015
... dass hier die Überschrift so völlig am Grundtenor des Artikels vorbei geht. 2886 Badestellen sind unbedenklich, aber die 14 mangelhaften werden durch die Überschrift hervorgehoben. Aus meiner Sicht ein völlig unnötiger reißerischer Aufmacher.
2. @seelion
darkbishop 20.05.2015
Der Sommer steht bevor und jeder möchte natürlich wissen, wo genau diese 14 Stellen sind! Ist das nicht verständlich? Oder wohnen sie an einem dieser Orte ?
3.
TheK 20.05.2015
Dann verteilt man einfach 14 weitere Badeverbote und schon sind 100% unbedenklich – is ja einfacher, als das Problem wirklich anzugehen…
4. Wasserpropanda
AllesKlar2014 20.05.2015
rechtzeitig zur Reisezeit. Geprüft: 2 Bakteriensorten?? Durch Behörden? Ich lach mich tot... Da kann ich auch gleich die NSA fragen ob meine emails sicher von A nach B kommen.
5. Hut ab ...
seelion 20.05.2015
... da wurde nach meinem ersten Beitrag offensichtlich die Überschrift geändert und das kleine, aber manchmal doch so wichtige, "nur" eingefügt. Perfekt wäre es, wenn diese nachträgliche Änderung auch kenntlich gemacht werden würde.
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