Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

EuGH-Urteil: Flugticketpreis muss bei Online-Buchung sofort erkennbar sein

Der Ticketpreis im Internet sollte samt Steuern und Gebühren angezeigt werden. Das schreibt eine EU-Verordnung seit Jahren vor. Nur - zu welchem Zeitpunkt der Online-Buchung? Der Europäische Gerichtshof hat jetzt entschieden.

Air Berlin: Praxis der Fluglinie im Jahr 2008 war laut EuGH nicht rechtens Zur Großansicht
dapd

Air Berlin: Praxis der Fluglinie im Jahr 2008 war laut EuGH nicht rechtens

Berlin - Preisangaben zu Flugverbindungen müssen bei Online-Buchungen in der Europäischen Union auf einen Blick erkennbar sein. Dies hat der Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) nun entschieden und damit eine Revisionsklage von Air Berlin vor dem Bundesgerichtshof abgeschmettert.

Der Endpreis müsse bei jedem Flug von einem Airport aus der EU von Anfang an klar sein, erklärten die Luxemburger Richter. Das gelte nicht nur für den vom Kunden ausgewählten Flug, sondern auch für alternative Verbindungen. Verbraucherschützer sehen das Urteil als Signal zur Stärkung der Rechte der Kunden.

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen hatte gegen das von Air Berlin 2008 eingeführte Buchungssystem geklagt, weil der Endpreis dort nicht in jedem Fall ersichtlich gewesen sei. Der Rechtsstreit landete vor dem Bundesgerichtshof, der den EuGH um Hilfe bei der Auslegung von EU-Recht bat.

Die Verbraucherzentralen hatten Air Berlin vorgeworfen, in einer Tabelle Preise ohne Steuern, Flughafengebühren oder Kerosinzuschläge angezeigt zu haben. Nur für einen ausgewählten Flug sei unterhalb der Vergleichstabelle der wahre Preis zu sehen gewesen.

Dabei steht in der betreffenden EU-Verordnung ziemlich deutlich: "Die Kunden sollten in der Lage sein, die Preise verschiedener Luftfahrtunternehmen für Flugdienste effektiv zu vergleichen. Daher sollte der vom Kunden zu zahlende Endpreis für aus der Gemeinschaft stammende Flugdienste jederzeit ausgewiesen werden, einschließlich aller Steuern, Gebühren und Entgelte."

Air Berlin: Für die Kunden ändert sich nichts

Gestritten wurde vor den EuGH um die Auslegung der EU-Verordnung. Das Gericht musste klären, ob eine Airline den Endpreis schon bei der erstmaligen Angabe von Preisen ausweisen muss oder erst später. Und ob es reicht, den Preis für einen ausgewählten Flug anzuzeigen.

Air Berlin selber hielt den Vorwurf für überholt. Sie hätte die Preisanzeige auf der Internetseite schon vor der Klage teilweise geändert. Wer jetzt einen Flug sucht, bekommt eine Tabelle mit möglichen Abflugzeiten und den Preisen inklusive Steuern und Zuschlägen angezeigt. Zusätzlich kann man Nettoflugpreis, Steuern, Treibstoff- und Sicherheitszuschlag einblenden. Auch nach dem Urteil des EuGH dürfte sich für Air-Berlin-Kunden nach Einschätzung eines Sprechers nichts ändern.

Die Verbraucherzentralen hofften auf ein Grundsatzurteil. Denn das Problem liege inzwischen weniger bei Fluggesellschaften als bei Online-Reisebüros, sagt Kerstin Hoppe vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) vor der Urteilsverkündung. Die zeigten Servicepauschalen und Zahlungsgebühren oft erst spät an.

Reuters/dpa/abl

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 34 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1.
carstens_86 15.01.2015
Eilmeldung?
2.
Kamiwo 15.01.2015
Die Richter haben das Begehren nicht abgeschmettert. Wenn dann haben sie die Klage abgewiesen. Und sogar das ist eigentlich falsch, weil sie nur die Vorlagefrage des BGH entschieden haben, dieser aber selbst noch das Urteil sprechen muss. Aber so pingelig muss man dann auch nicht sein. Es handelt sich auch nicht um "Luxemburgische Richter" nur weil diese in Luxemburg ihren Sitz haben. Es bleiben Richter der Europäischen Union. Alles andere vermittelt den Eindruck, dass andere Richter als die zuständigen über das Recht sprechen. Ich bitte Sie, beim nächsten Mal sprachliche Ungenauigkeiten zu vermeiden.
3. Online Reisebüros
spmc-135322777912941 15.01.2015
Ja, damit habe ich auch mehr Probleme. Bin jedes mal wieder überrascht wenn dann am Ende der fast erfolgten Buchung nochmal € 20 pro Stecke und Person oder so ähnlich hinzukommen. Na ja, denkt man, jetzt fange ich nicht noch einmal von vorne an und bums, haben die einen wieder in der Preisfalle gefangen.
4.
lupidus 15.01.2015
ich finde das urteil gut. ich buche meine reisen seit jahren online, aber im letzten jahr wurde echt schindluder getrieben. versteckte kosten wo man nur hinschaut: transfer (ja wie soll ich denn sonst zum hotel kommen ?), koffer (im urlaub? ja, gerne), sitzplatzreservierung (war auch mal kostenlos), zahlung mit exotischen zahlungsarten wie paypal, visa, überweisung, versicherung für alles usw. da muss ich ryanair in schutz nehmen. die kosten sind dort sehr genau aufgelistet. bei einigen flugportalen (flug.de, swoodoo usw.) muss man sich wirklich bis zur finalen zahlung durchklicken und den ganzen krempel eingeben bis dann am schluss doch noch ein zuschlag draufgerechnet wird.
5. Hilft nichts....!
Masche66 15.01.2015
Die Online-Portale um die Herren Calmund und Ballack finden immer neue Tricks! Mein aktueller Favorit: Zahlung nur per Kreditkarte und 24,-€ Gebühr!
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Check-in-Schalter, Startbahn, Terminal: Weltweit bestehen Airports aus den immer gleichen Elementen - und sind doch so verschieden. Wie gut kennen Sie die Kathedralen der Globetrotter? Beweisen Sie Ihre Jetset-Tauglichkeit im Flughafen-Quiz!

Fotostrecke
Skytrax-Ranking: Die besten Fluglinien der Welt