Umfrage: Krise dämpft Reiselust der Europäer

Sparen statt reisen: Laut einer Umfrage liegt die Zahl der Europäer, die in diesem Sommer einen Urlaub planen, so niedrig wie zuletzt vor 13 Jahren. Zwischen nördlichen und südlichen Ländern zeigen sich deutliche Unterschiede.

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Urlauber auf Mallorca: Vor allem Südeuropäer planen weniger Reisen

Paris - Angesichts der anhaltenden Wirtschaftskrise fahren immer weniger Europäer in den Sommerurlaub. Dies geht aus einer am Donnerstag in Paris veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ipsos für den Reiseversicherer Europ Assistance hervor. Demnach planen nur 54 Prozent der Europäer zwischen Juni und September eine Urlaubsreise. Dies sind vier Prozentpunkte weniger als im vergangenen Jahr, gegenüber 2011 beträgt der Rückgang sogar zwölf Prozentpunkte. Die 54 Prozent sind der niedrigste Wert seit dem Jahr 2000.

Für das "Urlaubsbarometer" wurden im Februar und März mehr als 4000 repräsentativ ausgewählte Bürger in Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Österreich und Spanien befragt. Die Wirtschaftskrise belaste die Tourismusbranche dauerhaft, betonte der Generaldirektor von Europ Assistance, Martin Vial. Der Zusammenhang zwischen dem Ausmaß der Krise und dem Verzicht auf Ferienreisen sei "offenkundig".

Dies gilt der Umfrage zufolge vor allem für die von der Krise besonders gebeutelten südlichen EU-Länder. So wollen nur 42 Prozent der befragten Spanier in den Urlaub fahren. Von den Italienern planen zwar noch 53 Prozent eine Ferienreise, dies sind aber zehn Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Die Franzosen, die traditionell im Juli oder August Ferien machen, bleiben zwar noch immer die Reiselustigsten, 62 Prozent der Befragten hatten Urlaubspläne. Dies waren aber acht Prozentpunkte weniger als im Vorjahr.

In Deutschland und Österreich hat sich der Umfrage zufolge wenig geändert - 52 beziehungsweise 57 Prozent der Befragten sagten aus, sie wollten in den Urlaub fahren. Nur in Großbritannien ist die Zahl der Bürger, die in diesem Sommer verreisen wollen, gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen. Dort war die Zahl allerdings im vergangenen Jahr stark zurückgegangen - um zehn Prozentpunkte gegenüber 2011.

Von den Europäern mit Reiseplänen kündigten zwar 57 Prozent an, sie wollten in diesem Jahr im Urlaub sparen. Insgesamt bleibt das durchschnittliche Ferienbudget mit 2100 Euro pro Person aber in etwa gleich wie im Sommer 2012.

sto/AFP

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