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03. April 2018, 17:25 Uhr

Systemausfall bei Eurocontrol

Tausende Flüge in Europa wegen Computerpanne verspätet

Eine Computerpanne bei der europäischen Flugsicherung führt zu massiven Störungen im Flugverkehr. Eurocontrol rechnet mit einer Normalisierung der Lage erst am späten Abend.

Der Ausfall eines zentralen Computersystems der europäischen Flugsicherung Eurocontrol hat zu weitreichenden Störungen im europäischen Luftverkehr geführt. Wie die Organisation in Brüssel mitteilte, war ein System zum Datenaustausch und zur Koordinierung von Flugplänen betroffen. "Schätzungsweise die Hälfte" der geplanten 29.500 Flüge in Europa könnten durch den "Systemausfall" am Dienstag verspätet sein.

Wegen des Ausfalls würden "Notfallverfahren" genutzt, erklärte Eurocontrol in einer ersten Mitteilung am Nachmittag. Dadurch reduziere sich "die Kapazität des europäischen Netzwerks um schätzungsweise zehn Prozent". Die Organisation rechnete aber damit, dass sich die Lage erst am späten Abend wieder normalisiert.

Betroffen von der Panne war demnach das Enhanced Tactical Flow Management System (ETFMS). Durch dieses werden Flüge und Kapazitäten innerhalb des europäischen Luftraums koordiniert. "Die Flugsicherung direkt ist nicht betroffen, und es gibt keine Auswirkungen auf die Sicherheit", erklärte Eurocontrol.

"So etwas hatten wir noch nie", sagte eine Eurocontrol-Sprecherin der Nachrichtenagentur AFP. Wenig später hieß es in einer weiteren Erklärung, das Problem sei identifiziert. Demnach gingen durch die Panne alle Flugpläne verloren, die vor 12.26 Uhr (MESZ) in das System eingegeben wurden. Eurocontrol forderte die Fluggesellschaften auf, die Flugpläne erneut in das System einzugeben.

Die Auswirkungen auf den deutschen Flugverkehr waren zunächst unklar. Vor Mittwoch könne man keine Angaben machen, sagte eine Sprecherin der Deutschen Flugsicherung der Deutschen Presse-Agentur. Das ausgefallene System bezeichnete sie jedoch als "sehr wichtig". "Wenn das wegfällt, arbeitet man mit Erfahrungswerten." Dann laufe jedoch alles etwas langsamer.

abl/AFP/dpa

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