Urteil des Europäischen Gerichtshofs Gebuchte Fluggesellschaft muss Entschädigung bei Verspätung zahlen

Bei Verspätung von mehr als drei Stunden oder Absage eines Flugs muss diejenige Airline eine Entschädigung zahlen, die den Flug angeboten hat - auch wenn Flugzeug und Besatzung gechartert sind. Das hat der EuGH entschieden.

Maschine von TUIfly
DPA

Maschine von TUIfly


Reisende bekommen bei stundenlanger Verspätung ihre Entschädigung von der Airline, bei der sie ihren Flug gebucht haben - auch wenn die Maschine samt Besatzung zu einer anderen Gesellschaft gehört. Das entschied der Europäische Gerichtshof in Luxemburg. Die finanzielle Verantwortung bei Annullierung oder langer Verspätung trage die Gesellschaft, die einen Flug ansetzt, erklärten die Richter.

Im konkreten Fall ist nun TUIfly in der Pflicht: Die Fluggesellschaft hatte das Flugzeug samt Besatzung von Thomson Airways gemietet, auf dem Ticket stand "ausgeführt von Thomson Airways". Nachdem der Flug mit mehr als dreistündiger Verspätung am Ziel ankam, verlangten mehrere Passagiere Entschädigung nach EU-Recht.

Das Landgericht Hamburg wollte vom EuGH wissen, welche Airline in einem solchen Fall als "ausführendes Luftfahrtunternehmen" im Sinne der EU-Regeln gilt - und somit die Entschädigung zahlen muss.

Wenn ein Flug annulliert wird oder sich um mehr als drei Stunden verspätet, steht Passagieren nach EU-Recht eine Entschädigung zu. (Lesen Sie hier mehr dazu, was Passagiere bei Verspätungen und Annullierungen tun können.)

Rechtssache C-523/17

kry/dpa

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