Verspätete Flüge Eurowings verschiebt neue Langstreckenziele

Eurowings kämpft gegen die erheblichen Verspätung ihrer Flüge. Der Billigflieger will sich Luft verschaffen, indem er neue Ziele wie Boston erst später einführt - oder gar nicht.

Von Köln nach Kuba: 50 Stunden Verspätung mit Eurowings
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Von Köln nach Kuba: 50 Stunden Verspätung mit Eurowings


Viele Flüge waren überdurchschnittlich stark verspätet - zum Teil mehr als fünf Stunden. Auf der Langstrecke hat die im November gestartete Fluggesellschaft Eurowings ein massives Problem. Die Lufthansa-Billigmarke will daher Flüge zu neuen Fernzielen verschieben, bis die Lage im Griff ist.

Die eigentlich ab 4. Mai vorgesehenen Flüge vom Heimatflughafen Köln/Bonn nach Boston und Miami sollen nun erst im Juni beginnen, sagte ein Eurowings-Sprecher und bestätigte damit einen Bericht des Luftfahrt-Portals "Aerotelegraph". Die Flüge in die iranische Hauptstadt Teheran wurden auf Eis gelegt und sind derzeit gar nicht mehr buchbar. Kunden, die bereits Tickets gekauft hätten, würden auf andere Flüge umgebucht, sagte der Sprecher.

Als Gründe für die Unpünktlichkeit nannte das Unternehmen im Januar kurzfristige Krankmeldungen, außerplanmäßige Reparaturen und starke Winde über dem Atlantik, die im Herbst und Winter häufig seien. Es werde alles getan, "um diese Dinge schnellstmöglich abzustellen", hatte Lufthansa-Vorstand Karl Ulrich Garnadt dem "Kölner Stadt-Anzeiger" gesagt. Man habe offenbar nicht genügend Reserven eingebaut. Für die Lufthansa ist der Fehlstart bitter, da die Eurowings-Flüge in alle Welt eines der Vorzeigeprojekte von Konzernchef Carsten Spohr sind.

Anfang des Jahres war ein Eurowings-Flieger aus Kuba erst mit 68 Stunden Verspätung in Köln gelandet. Der für das Vorhaben seit dem Jahreswechsel zuständige Lufthansa-Vorstand Karl Ulrich Garnadt verwies auf die mangelnde technische Infrastruktur in Kuba, wegen der ein Ersatzteil erst mit großer Verzögerung angeliefert werden konnte. Zudem ist die Eurowings-Langstreckenflotte mit zwei Airbus-A330-Maschinen sehr klein - Ersatzflugzeuge standen bislang nicht bereit.

Das Problem will Eurowings selbst in den Griff bekommen, wenn in zwei Monaten zwei weitere Jets des gleichen Typs in den Hangar rollen. Gleichzeitig hilft auch die Konzernmutter Lufthansa aus und übernimmt für Eurowings vorerst die Flüge von Köln nach Dubai. Bis nächstes Jahr sollen insgesamt sieben A330 für den Condor-Rivalen fliegen - eine weitere Maschine ist an den Reisekonzern TUI vermietet. Dem Sprecher zufolge werden derzeit zehn Fernziele angeflogen, davon sechs im Einzelticketverkauf.

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abl/dpa/Reuters

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insgesamt 5 Beiträge
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Hasengetia 03.02.2016
1.
auch die starken Winde über dem Atlantik? Das erklärt natürlich die aktuellen Probleme. Lufthansa - nein danke!
Circular 03.02.2016
2. Wie will die Lufthansa jetzt die Winde abstellen?
Die Deutschen glauben wohl, sie schaffen auch das.
MichiD 03.02.2016
3. Wieso die Winde abstellen? Die Antwort steht doch schon im Titel!
Zitat von CircularDie Deutschen glauben wohl, sie schaffen auch das.
Eurowings muss ja nur die Verspätungen reduzieren. Das gelingt auch wenn man das Langstreckenziel so weit verschiebt, bis die verringerte Distanz das Windproblem kompensiert. Mir ist zwar unklar, mit welchem schweren Gerät sie die Langstreckenziele glauben verschieben zu können, aber es muss stimmen. Es steht ja schießlich in der Übrerschrift: "Eurowings verschiebt neue Langstreckenziele" ;-)
uhrwerkblau 03.02.2016
4. Aha,
alles billig billig,für 50 Cent nach Mallorca...klingt eher nach ausgebeuteten Mitarbeitern als nach stürmischer Wetterlage.Diese müssen nämlich den Preis zahlen.
DMenakker 03.02.2016
5.
Ersatzmaschinen, mehr crews, und dann auch noch den Ex-Papst reactivieren um via Petrus den Wind abzustellen. Kostet alles zum Glück kein Geld, zumal man ja mit den Spritsäufer A 343 sowieso schon ordentlich Geld zubuttert ( selbst bei den aktuell niedrigen Ölpreisen ). Aber die Preise sollen schön niedrig bleiben, oder? Ich nehme heute schon Wetten dafür an, dass Eurowings in ihrer heutigen Konstuktion 2020 nicht mehr existiert. Höchstwahrscheinlich endet sie als ganz normale Charterfluglinie und wird damit den weiten "Reform"bogen zur Condor wieder geschlossen haben. Und irgendein Lufthansa Vorstand wird ich dann dafür feiern lassen, dass er dieses Milliardenschwere Experiment beendet, und endlich die Kernmarke wieder stärkt. Nur, Verantwortliche wird man wie üblich keine finden.
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