Evakuierung: Hunderte ICE-Passagiere saßen im Tunnel fest

Zwangsstopp auf freier Strecke: Ein ICE musste im Spessart abrupt bremsen und kam in einem Tunnel zum Stillstand. Die rund 600 Fahrgäste mussten rund vier Stunden in dem Zug ausharren, bevor sie ihre Fahrt fortsetzen konnten.

Zwangsstopp in Unterfranken: Ein ICE aus Hamburg wird evakuiertZur Großansicht
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Zwangsstopp in Unterfranken: Ein ICE aus Hamburg wird evakuiert

Würzburg - Rund 600 Fahrgäste eines ICE- Zuges haben am Montag fast vier Stunden lang in einem Tunnel nahe Würzburg ausharren müssen. Der aus Hamburg kommende Schnellzug ICE 783 habe um 9.25 Uhr auf der Strecke von Frankfurt nach Würzburg eine Notbremsung machen müssen, berichtete die Bahn.

Die Vollbremsung erfolgte, nachdem ein Mann auf die Gleise gesprungen war. Der Zwangsstopp endete im Neuberg-Tunnel bei Margetshöchheim etwa acht Kilometer nördlich von Würzburg. Wegen der polizeilichen Ermittlungen konnte der ICE zunächst die Fahrt zurück ans Tageslicht nicht fortsetzen. Mit der Technik habe aber alles gestimmt, sagte ein Bahnsprecher. "Im Zug haben alle Systeme ordnungsgemäß funktioniert."

Zunächst hatten Helfer und Feuerwehrleute die etwa 600 Passagiere zu den Tunnelausgängen führen sollen, um sie zum nächsten Bahnhof zu bringen. Später entschloss sich die Bahn aber dazu, die Passagiere in einen Ersatzzug umsteigen zu lassen.

Bis dieser Zug im Tunnel ankam und alle Menschen samt Gepäck umgestiegen waren, dauerte es fast vier Stunden. Zunächst hatte die Bahn berichtet, die Passagiere hätten gut zwei Stunden im Tunnel warten müssen. Die Umsteigeaktion hatte sich über Mittag jedoch verzögert. Erst gegen 13.20 Uhr war sie beendet, der Ersatzzug fuhr zum Würzburger Hauptbahnhof.

Vorsorglich waren in Würzburg und Fulda zwei Tunnelrettungszüge in Bewegung gesetzt worden. Verletzt worden sei bei dem abrupten Bremsmanöver jedoch keiner der Passagiere, sagte ein Polizeisprecher. "Der Lokführer steht aber extrem unter Schock", fügte er hinzu. Der ICE sollte noch am Montag aus dem Tunnel geschleppt und unmittelbar danach untersucht werden. Die Hintergründe des Selbstmords waren nach Polizeiangaben zunächst unklar.

Wegen des Zwischenfalls auf der wichtigen Nord-Süd-Verbindung für ICE leitete die Bahn mehrere Züge über die parallel verlaufende Main-Strecke um. Das führte nach Bahn-Angaben zu Verspätungen von zehn bis zwölf Minuten.

Erst Ende August hatte ein mit 420 Passagieren besetzter ICE in einem Tunnel in Baden- Württemberg festgesteckt - damals war ein Motorschaden der Grund.

abl/apn/dpa

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  • Datum: Montag 04.10.2010 | 11:52 Uhr
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