Expo-Bilanz Investive Schulden

Zum Ende der Expo geben sich die Verantwortlichen zufrieden: Die Weltaustellung sei der "größte Event des Jahres" gewesen. Niedersachsens Ministerpräsident Sigmar Gabriel (SPD) spricht von einer "Investition in die Zukunft".


Hannover - Obwohl die Weltausstellung in Hannover am kommenden Dienstag mit einer schlechteren Besucherbilanz endet als ursprünglich geplant, scheint die Rechnung finanziell doch aufzugehen.

Die Expo als Zukunftsinvestition?
DPA

Die Expo als Zukunftsinvestition?

Nach Angaben der Expo-Gesellschaft vom Freitag dürfte eine Gesamtzahl von etwas über 18 Millionen Besuchern erreicht werden, am letzten Wochenende wird noch einmal mit einem Ansturm gerechnet. Damit sei die Weltausstellung der "größte Event dieses Jahres", so Expo-Sprecher Andreas Lampersbach

Der niedersächsische Ministerpräsident Gabriel präsentierte sein Land als Gewinner der Expo. Sie habe Niedersachsen Investitionen von 8,5 Milliarden Mark beschert, sagte er, und durch die Ausstellung bewirkte zusätzliche Steuereinnahmen von schätzungsweise 2,74 Milliarden Mark würden das voraussichtliche Expo-Defizit von 2,4 Milliarden Mark kompensieren.

Die von der Expo GmbH noch bis Juli propagierte Zahl von 40 Millionen zu erwartenden Besuchern wurde von Gabriel als "schlicht unrealistisch" kritisiert. Sie sei auch nicht ansatzweise zu erreichen, zudem fehle auf dem Expo-Gelände der Platz dafür.

Von dem Expo-Defizit würden laut Vertrag 50 Prozent auf Niedersachsen entfallen, sagte Gabriel, jedoch erwarte er, dass Gespräche mit Bundeskanzler Gerhard Schröder über eine Reduzierung dieses Anteils erfolgreich sein werden. "Für mich ist das kein Defizit, sondern eine Investition in die Zukunft unseres Landes, die sich gelohnt hat."

Der Fehlbetrag müsse durch höhere Schuldenaufnahme gedeckt werden, aber "das sind für mich investive Schulden".



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