Extrem-Skitour Britin überquert als erste Frau allein die Antarktis

Zwei Monate unterwegs in eisiger Kälte: Die Britin Felicity Aston hat als erste Frau allein auf Skiern die Antarktis durchquert. So wartet am Zielpunkt nun auf ein Flugzeug, das sie abholt - und freut sich auf Rotwein und eine heiße Dusche.

REUTERS//Kaspersky ONE Trans-antarctic Expedition

Buenos Aires - Die britische Abenteuerin Felicity Aston hat in 59 Tagen auf Skiern die Antarktis überquert. Mit dem Erreichen der Herkules-Bucht brach sie am Montag gleich zwei Rekorde: Als erste Frau gelang ihr die Überquerung in einer Solo-Expedition, und als erster Mensch schaffte sie es allein und nur mit Muskelkraft. Bei vorherigen Touren waren entweder mehrere Expeditionsteilnehmer unterwegs gewesen oder Lenkdrachen als Hilfsmittel verwendet worden.

In eisiger Kälte legte Aston 1744 Kilometer zurück und zog dabei zwei Schlitten hinter sich her. Nach eigenen Angaben war sie am Montag noch allein und wartete auf ein Kleinflugzeug, das sie in ein Basislager bringen sollte. Einer Mitteilung über den Internetdienst Twitter zufolge zog sie sich in ihr Zelt zurück, während draußen ein starker Wind aufkam.

"Ich kann nicht wirklich glauben, dass ich hier bin und die Antarktis durchquert habe", sagte die 34-Jährige kurz vor ihrer Ankunft in einer Audiobotschaft. "Ich erinnere mich an die vielen schwierigen Momente, als ich im Zelt saß und dachte 'Was mache ich hier bloß?' Es war ein enormes Privileg, die Möglichkeit zu dieser Reise zu haben." Aston hatte auf der Strecke zwei Depots mit Lebensmitteln angelegt: eines am Südpol und eines zwischen Südpol und Herkules-Bucht. Ansonsten hatte sie keine Hilfe von außen.

Die Abenteurerin, die aus der Grafschaft Kent im Südosten Englands stammt und bereits im Jahr 2009 zusammen mit anderen Frauen aus Commonwealth-Ländern eine Expedition zum Südpol unternommen hatte, war am 25. November am Ross-Schelfeis im Südwesten der Antarktis zu der Solo-Expedition aufgebrochen. Nun wartet sie in einem Zelt auf das Flugzeug, das sie abholen soll. "Mir wurden Rotwein und eine heiße Dusche versprochen", twitterte sie.

sto/dapd/AFP



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