Die höchsten Berge der Welt sind erklommen, Ozeane durchsegelt und Distanzen von mehr als hundert Kilometer geschwommen: Für Extremsportler wird es immer schwerer, in ihren Disziplinen Aufmerksamkeit zu erregen. Deshalb müssen sich die Abenteurer immer neue Bestleistungen ausdenken: Zum Beispiel als älteste Frau den Mount Everest zu besteigen oder als jüngster Mensch die Welt zu umsegeln.
Einen weiteren Rekord wollten zwei Briten unabhängig voneinander aufstellen. Ihr Plan: von Japan an den amerikanischen Kontinent zu rudern.
Bislang hat noch kein Mensch allein den Pazifischen Ozean in einem Ruderboot durchquert.
Beide Athleten dürften die Gefahren ihrer Unternehmung gekannt haben. Für den Notfall waren sie ausgestattet mit Notsendern. Außerdem hatte zumindest Sarah Outen ein Satellitentelefon an Bord und Zugang zu einer Internetverbindung. Zum Glück, denn beide Ruderer gerieten in einen Taifun. Nach irreparablen Defekten an ihren Booten mussten sie einen Notruf absetzen.
Rettung per Küstenwache und Frachtschiff
Nach Angaben der britischen Tageszeitung "The Guardian" haben Windgeschwindigkeiten von 50 Knoten (92,6 km/h) und mehr als 15 Meter hohe Wellen den Booten der Briten so starke Schäden zugefügt, dass eine Weiterfahrt unmöglich gewesen sei. "Kabine geflutet. Wärme mich mit dem Union Jack anstatt mit dem nassen Schlafsack", soll Outen am Donnerstagabend japanischer Zeit bei Twitter gepostet haben.
Charlie Martells Sprecher teilte mit, dass der Brite bereits 34 Tage unterwegs und rund 1200 Kilometer von der japanischen Küste entfernt gewesen sei, als der Sturm sein Boot zum Kentern brachte und dabei ein Schott zerstörte. Daraufhin habe sich der Mann in eine der beiden Kabinen zurückgezogen, ein Notsignal gesendet und auf Hilfe gewartet.
Für Outen kam die erlösende Rettung am Freitag. Die Ankunft ihrer Retter von der japanischen Küstenwache kommentierte die Frau auf Twitter: "Ein Hurra für die schnellen Japaner!" Der 41-jährige Martell musste etwas länger auf seine Bergung warten. Erst am Samstagmorgen konnte er an Bord eines russischen Frachtschiffes gehen und war in Sicherheit. Beide Ruderer haben ihr Abenteuer unverletzt überstanden.
Immer wieder kommt es bei Aktionen von Extremsportlern zu Unglücken - teilweise mit Toten. Erst Ende Mai sind fünf Menschen bei dem Versuch ums Leben gekommen, den Mount Everest zu besteigen.
rom
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