"Fäkalienprozess" Schaffner müssen Zugtoiletten dichtmachen

Zahlreiche Zugbegleiter bekommen in den nächsten Monaten eine ungewöhnliche Zusatz-Aufgabe. Sie müssen dafür sorgen, dass auf bestimmten Brücken über dem Nord-Ostsee-Kanal die Toilette geschlossen bleibt.


Schleswig/Hamburg - Wie Bahn-Sprecher Egbert Meyer-Lovis am Dienstag bestätigte, beugt sich das Unternehmen damit einer Entscheidung des Schleswiger Oberlandesgerichts (OLG) im so genannten Fäkalienprozess.

Ohne ein geschlossenes Toilettensystem bleibt bei vielen Zügen demnächst die Toilette geschlossen
DPA

Ohne ein geschlossenes Toilettensystem bleibt bei vielen Zügen demnächst die Toilette geschlossen

Das OLG hatte vor fünf Jahren der Klage eines Hochbrücken-Anwohners aus Hochdonn am Nord-Ostsee-Kanal stattgegeben, der sich jahrelang über den "Fäkalien-Regen" auf sein Grundstück geärgert hatte. Der Bahn war damals auferlegt worden, die Züge innerhalb von fünf Jahren auf so genannte geschlossene Toiletten-Systeme umzurüsten. Obwohl die Frist am 31. März abläuft, sind nach Auskunft von Meyer-Lovis noch nicht alle Waggons der Fernverkehrs-, Interregio und Intercityzüge auf die neue Technik umgerüstet.

Bis zur endgültigen Modernisierung aller Züge haben die Schaffner die Anweisung erhalten, die "Plumpsklos" während der ein bis zweiminütigen Überfahrt über die beiden Eisenbahn-Kanalbrücken zu verschließen. Die Reisenden sollen rechtzeitig per Lautsprecher-Durchsagen auf den "Engpass" hingewiesen werden.



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