Ferientrends Bundesbürger urlauben häufiger daheim

Es muss nicht Spanien oder Frankreich sein: Die Deutschen fahren in ihrem Urlaub immer seltener ins Ausland und bleiben lieber hier, ergab eine Umfrage. Die Ferien an Nord- oder Ostsee sind deshalb aber nicht beliebter geworden.

Segelschiffe auf dem Schluchsee: Beliebter Urlaubsort im Schwarzwald.
DPA

Segelschiffe auf dem Schluchsee: Beliebter Urlaubsort im Schwarzwald.


Nürnberg - Die Deutschen verbringen ihren Urlaub wieder häufiger im eigenen Land. Die Zahl der Übernachtungen bei Urlaubsreisen habe im Reisejahr 2013/2014 bei 255 Millionen gelegen; das seien acht Prozent mehr in Deutschland als im Jahr davor. Die Zahl aller Übernachtungen lag bei 686 Millionen (plus drei Prozent). Das geht aus einer Umfrage des Marktforschungsinstitut GfK und der Fachhochschule Westküste im schleswig-holsteinischen Heide hervor.

Für dieses Jahr gehen die Marktforscher von einer Fortsetzung der Entwicklung aus. 13 Millionen Urlaubsreisen innerhalb Deutschlands seien bereits gebucht. Hinzukämen 15,5 Millionen sonstige Privatreisen. Viele Inlandsreisen würden relativ spontan unternommen. Der Deutschland-Tourismus profitiere zum einen von der guten Arbeitsmarktlage, zum anderen von den niedrigen Benzinpreisen, betonte die GfK.

Rückläufig waren 2013/2014 neben Geschäftsreisen im Inland auch Tagesausflüge. Bei Geschäftsreisen sank die Zahl der Übernachtungen von November 2013 bis Oktober 2014 um vier Prozent, während die Zahl der Übernachtungen bei Privatreisen um fünf Prozent zulegte. Die Ausgaben für Inlandsreisen seien um sechs Prozent auf 41 Milliarden Euro gewachsen.

Dabei haben Privatunterkünfte im Vorjahr geradezu eine Renaissance erlebt. Übernachtungen in privat betriebenen Pensionen und Unterkünften mit weniger als zehn Betten hätten im vergangenen Reisejahr um fünf Prozent zugelegt, heißt es in der Studie. Dazu hätten anscheinend auch Online-Plattformen beigetragen, die gezielt private Unterkünfte vermittelten.

Zugenommen hätten im vergangenen Reisejahr vor allem Ferien auf dem Land und in den Bergen, stellten die Marktforscher fest. Beides hätten bezogen auf die Zahl der Urlaube um 15,8 Prozent zugelegt. "Vor allem das Allgäu und die Region südlicher Schwarzwald rund um Freiburg bis zum Bodensee haben von diesem Trend überdurchschnittlich profitiert", heißt es in der Untersuchung. Städtereisen in Deutschland legten um 8,4 Prozent zu. Dagegen habe der Badeurlaub an Bedeutung verloren.

joe/dpa

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insgesamt 4 Beiträge
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vox veritas 05.03.2015
1.
Ob das daran liegt, daß die Deutschen grundsätzlich fremdenfeindlich sind? (Sarkasmusmodus aus)
La Bomba 06.03.2015
2.
Ich dachte, den Deutschen gehts so gut, sie konsumieren ohne Ende, weil sie die Reichsten der Welt sind. Kommt jetzt die Wahrheit ans Licht? Dem Volk gehts schlecht, die Löhne sind seit Jahren real nicht gestiegen. Genauso, wie auch in den anderen europäischen Ländern. Wo geht das ganze Geld, das wir verdienen, nur hin?
gandalfderweisse 06.03.2015
3. Sommerurlaub in D - nein danke. Kurzurlaube gerne.
Kurzfristige Kurzurlaube in Deutschland - gerne, es gibt viele schöne Ecken. Aber den wohlverdienten und langfristig gebuchten Sommerurlaub muss ich nicht bei 18 Grad Kälte und Wind an der Ostsee erleben (wie 2014 passiert). Da wird es die nächsten Jahre lieber wieder der Mittelmeerraum, da kann man wenigstens aufgrund des meist stabilen Wetters was unternehmen und sich erholen.
Kein Spass 26.03.2015
4.
Ich fühle mich in Dtl. schon wie im Urlaub, wenn ich mal ein Wochenende in Ruhe zuhause verbringen kann. Da brauche ich nicht noch die "offizielle" Urlaubszeit hier verbringen. Aber was ich komisch finde ist dieser Satz: "Der Deutschland-Tourismus profitiere zum einen von der guten Arbeitsmarktlage, zum anderen von den niedrigen Benzinpreisen, betonte die GfK." Warum, wenn die Arbeitsmarktlage wirklich so gut ist, machen die Leute dann nicht erst recht Urlaub "weit weit weg"? Ich fürchte ja eher, dass die Tendenz bei "typischen" Dtl.-Urlaubern - ich meine mehrköpfige Familien des Mittelstands - eher dahin geht, dass der Geldbeutel immer schmäler wird und man deswegen quasi "bodenständig" Urlaub macht. Zumindest ist das eine Beobachtung, die ich im Bekanntenkreis mache - und ja, da spielen günstige Spritpreise dann natürlich shcon eine Rolle. Ich glaube, da ist schon auch ein bisschen Ungewissheit im Spiel: wird die Arbeitsmarktlage so bleiben? Na, ich spare mal lieber ... ich beobachte das seit einigen Jahren auch an mir selbst, habe z.B. eine möglichst günstige UK-Wanderreise über einen Veranstalter namens Travelling Britain gebucht statt eine Malediven-Reise zu buchen. Krasser Kontrast, nicht wahr - aber na ja, beides jeweils ein Welt-Eck(chen), in dem ich noch nicht war, und mit Auto, Bus und Bahn kommt man derzeit insgesamt schon wesentlich günstige rweg als mit 'Luxusurlaub'.
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