SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

07. August 2012, 09:28 Uhr

Kanaren-Insel

Brände verwüsten Lorbeerwälder von La Gomera

Der trockenste Sommer seit Jahrzehnten wird sogar den Nebelwäldern auf der Kanareninsel La Gomera zum Verhängnis. Im Unesco-geschützten Nationalpark Garajonay wüteten mehrere Feuer, Tausende Hektar sind verbrannt. Die Regierung vermutet Brandstiftung.

Madrid - Ein Waldbrand auf der Kanaren-Insel La Gomera hat mehrere hundert Hektar des zum Weltnaturerbe gehörenden Nationalparks Garajonay verwüstet. Zwei Hauptbrände waren nach Behördenangaben am Montag außer Kontrolle, rund 600 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. Auch auf der Nachbarinsel La Palma loderten die Flammen, sie konnten bis Montagmorgen jedoch weitgehend eingedämmt werden.

Bereits 350 Hektar oder neun Prozent des zum Unesco-Welterbe zählende Nationalparks Garajonay im Norden seien bereits den Flammen zum Opfer gefallen, sagte der Präsident La Gomeras, Casimiro Curbelo. Insgesamt zerstörten die Brände demnach rund 3000 Hektar Land auf der Insel. In der Stadt Vallehermoso verbrannten nach Angaben von Bürgermeister Jaime Noda mehrere Häuser.

Fünf Löschhubschrauber waren auf La Gomera im Einsatz, um die in unwegsamem Gelände wütenden Feuer zu bekämpfen. Sie wurden seit dem Nachmittag von zwei Löschflugzeugen unterstützt, die zuvor wegen Nebels nicht vom spanischen Festland starten konnten. Mehrere Straßen wurden gesperrt, über der kleinen Insel lag eine dunkle Rauchwolke. Die Behörden hofften, dass das Wetter den Feuerwehrleuten in den nächsten Tagen zur Hilfe kommen könnte.

Brandstiftung vermutet

Der Nationalpark Garajonay besteht zu rund 70 Prozent aus Lorbeerbäumen. Er liegt nahezu ständig in dichtem Nebel. Die anhaltende Feuchtigkeit könnte nach Einschätzung des Präsidenten der Kanaren, Paulino Rivero, ein weiteres Ausbreiten der Flammen verhindern.

Rivero machte Brandstiftung für das Feuer auf La Gomera verantwortlich. Es gebe eindeutig drei Brandherde; ein einziger hätte niemals einen "derartig heftigen Brand" auslösen können, sagte Rivero im spanischen Rundfunk.

Dagegen konnte ein Brand auf La Palma nach zwei Tagen weitgehend unter Kontrolle gebracht werden. Bis Sonntag verbrannten dort rund tausend Hektar Wald. Nach dem trockensten Winter seit 70 Jahren ist die Erde in Spanien völlig ausgedörrt, die Gefahr von Waldbränden ist deshalb in diesem Sommer noch größer als sonst.

abl/AFP

URL:


© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH