Restaurant in China erhebt Filtergebühr Ein Yuan für saubere Luft

Ein Restaurant in Ostchina erhebt eine Luftreinigungsgebühr von seinen Gästen. Den Behörden gefällt das nicht. Dabei wäre ein Yuan wohl gut angelegtes Geld - angesichts von angeblich mehr als 4000 Smog-Toten pro Tag.

Smog in Peking: Restaurant erhebt Luftreinigungsgebühr
REUTERS

Smog in Peking: Restaurant erhebt Luftreinigungsgebühr


Saubere Luft hat in China ihren Preis: Wegen des Smogs kaufte ein Restaurant in Zhangjiagang in Ostchina mehrere Luftfilter und berechnete jedem seiner Gäste einen Yuan, umgerechnet 14 Cent, als "Luftreinigungsgebühr". Die Preisbehörden stießen sich aber an der Praxis und ordneten an, die Gebühr wieder aufzuheben, wie chinesische Medien berichteten.

Die Anschaffung der Luftreiniger sei zwar lobenswert, aber einfach eine Zwangsabgabe mit der Rechnung einzuziehen, gehe nicht, wurde dem Restaurant mitgeteilt. In einem Kommentar auf der städtischen Internetseite hieß es zudem: "Jene, die die Luft verschmutzen, sollten aufgefordert werden zu zahlen."

Der Fall löste im Internet eine heftige Diskussion aus. Einige Nutzer wären gerne bereit, einen Yuan für frische Luft zu bezahlen. Zwar machte Peking diesen Monat mit seinem Smogalarm der höchsten Stufe "Rot" wieder Schlagzeilen, doch überschreiten 80 Prozent der Städte in China nach Angaben von Greenpeace die Grenzwerte.

Die gravierende Luftverschmutzung in China kostet nach Angaben von US-Forschern jeden Tag mehr als 4000 Menschen das Leben. 38 Prozent des Milliardenvolks atmen demnach - gemessen an US-Standards - im Durchschnitt "ungesunde" Luft ein.

abl/dpa

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.