Keine Zeit für Kontrollen Schwedische Staatsbahn stellt Zugverkehr mit Dänemark ein

Schweden will den Zustrom von Flüchtlingen stoppen und verdonnert alle Verkehrsbetriebe zu Personenkontrollen. Die staatliche Bahn hat dafür keine Kapazitäten - und stellt Fahrten von und nach Dänemark ein.

Stockholmer Bahnhof (Archiv): Schweden will Flüchtlingszustrom stoppen
DPA

Stockholmer Bahnhof (Archiv): Schweden will Flüchtlingszustrom stoppen


Die schwedische Bahngesellschaft SJ hat einen Stopp des Personenverkehrs von Dänemark in das Land angekündigt. Ab dem 4. Januar wird sie nicht mehr direkt von Stockholm nach Kopenhagen und zum dortigen Flughafen Kastrup fahren. Das Unternehmen teilte mit, die Mitarbeiter könnten es nicht leisten, alle Reisenden aus Dänemark zu kontrollieren, wie es die Regierung fordert. Betroffen seien rund fünf Verbindungen täglich in jede Richtung.

Als Reaktion auf den anhaltend hohen Zustrom von Flüchtlingen nach Schweden sollen ab 2016 alle Passagiere in Zügen, Bussen und auf Fähren aus Dänemark und Deutschland kontrolliert werden. Das schwedische Parlament hatte vergangene Woche beschlossen, dass Verkehrsbetriebe gezwungen werden können, die Identität ihrer Reisenden zu überprüfen.

Doch der Schnellzug, der Stockholm und Kopenhagen verbindet, ist zu schnell. "Es ist nicht genug Zeit für Passkontrollen", sagte SJ-Sprecherin Monica Berglund dem schwedischen Fernsehen SVT. Auch in Kopenhagen gebe es zwischen Ankunft und Abfahrt der Züge nicht genügend Zeit, um am Bahnsteig Personenkontrollen durchzuführen.

Reisende in Richtung Kopenhagen sind deshalb aufgefordert, in Malmö in den Öresund-Zug zu wechseln, der von einer anderen Verkehrsgesellschaft betrieben wird. Die Fahrt dauert dann 30 Minuten länger.

Das Unternehmen Øresundtåg, das den Pendlerdienst zwischen Schweden und Dänemark anbietet, erklärte, es werde ab dem 4. Januar den Verkehr im Berufsverkehr reduzieren, um ausreichend Zeit für die Personenkontrollen zu haben. Øresundtåg warnte bereits vor Verspätungen auf der Strecke.

abl/dpa/Reuters



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