Airline-Ärger: Bundestag gibt grünes Licht für Flug-Schlichtungsstelle

Wenn bei Flugreisen etwas schiefgeht und Passagiere mit Beschwerden auf Granit beißen, sollen sie ab November eine Schlichtungsstelle einschalten können. Jetzt wurde der Gesetzentwurf verabschiedet.

Passagierin am Frankfurter Flughafen: Mehr Unterstützung bei Ärger mit Airlines Zur Großansicht
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Passagierin am Frankfurter Flughafen: Mehr Unterstützung bei Ärger mit Airlines

Berlin - Flugreisende sollen sich bald bei Ärger über Verspätungen oder wegen ihres Gepäcks an eine Schlichtungsstelle wenden können. Der Bundestag verabschiedete am Donnerstagabend mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen von Union und FDP einen entsprechenden Gesetzentwurf. Greifen soll die Vermittlungsmöglichkeit ab 1. November. Für Fluggesellschaften ist die Beteiligung an der geplanten privatrechtlich organisierten Stelle freiwillig. Andernfalls soll das Bundesamt für Justiz zuständig sein.

Bei Ärgernissen müssen sich Reisende zunächst an ihre Airline wenden. Lehnt diese Schadensersatzzahlungen ab oder reagiert innerhalb von zwei Monaten nicht, soll die Schlichtung eingeschaltet werden. Diese werde sich dann "schnell und für den Fluggast grundsätzlich kostenlos um eine einvernehmliche Streitbeilegung" bemühen, erläuterte Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP). Vermittelt werden soll in Fällen bis 5000 Euro.

Die Organisation der Schlichtungsstelle ist noch offen. Die großen deutschen und ausländischen Fluggesellschaften wollen laut Ministerium mitmachen. Europas größter Billigflieger Ryanair ist der übergreifenden Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr schon beigetreten.

"Ich bin zuversichtlich, dass Fluggäste und Airlines gleichermaßen von der neuen Schlichtung profitieren werden", sagte Leutheusser-Schnarrenberger. Nun muss noch der Bundesrat dem Gesetz zustimmen. Was die neue Schlichtungsstelle bringt, lesen Sie hier.

sto/dpa

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insgesamt 2 Beiträge
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1. Ob das was bringt?
carlitom 22.03.2013
Da bin ich ja skeptisch, ob das was bringt. Wir haben die Erfahrung gemacht: mehr als 6,5 Stunden Verspätung bei einem Mittelstreckenflug der AIR BERLIN. KEINE Entschädigung. KEINE Erklärung, wie es zur Verspätung kam, lediglich die Antwort, sie hätten das nicht zu vertreten, irgendwo anders (x Flüge zuvor) sei schlechtes Wetter gewesen. KEINE Belege oder sonstwas. Auch die Flug-Inkassostelle hat nichts bewegt. Wir sollen doch klagen, dann bekämen wir Antworten, hieß es bei AIR BERLIN. Ob eine Schlichtungsstelle da mehr erreicht hätte? Das geht nur über knallharte Sanktionen. Es gibt ja die entsprechenden Gesetze, aber die Fluglinien halten sich nicht daran und der Fluggast kann nichts tun. Eine Schlichtung ist da nicht die passende Antwort. Sinnvoll wäre es, wenn die Airline beweisen müsste (auf erstes Anfragen), dass sie die Verspätung nicht zu vertreten hat. Und wenn sie das nicht kann, muss sie zahlen. Der Fluggast kann ja nicht beweisen, dass die Verspätung vermeidbar gewesen ist. Wie denn?
2.
maddanii 30.07.2013
Zitat von sysopGestrichene Starts, überbuchte Maschinen, Ärger mit beschädigten Koffern: Wenn bei Flugreisen etwas schiefgeht und Passagiere mit Beschwerden auf Granit beißen, sollen sie ab November eine Schlichtungsstelle einschalten können. Jetzt wurde der Gesetzesentwurf verabschiedet. Flug-Ärger: Bundestag gibt grünes Licht für Schlichtungsstelle - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/reise/aktuell/flug-aerger-bundestag-gibt-gruenes-licht-fuer-schlichtungsstelle-a-890325.html)
Hi, also ich denke schon, dass eine Schlichtungsstelle für Reiserecht (http://www.schlichtungsstelle-fluggastrechte.de/) was bringt. Sie steht wenigstens den Betroffenen zur Seite und unterstützt sie. Ich freue mich das endlich was dagegen gemacht wird.
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