Flughäfen Paris und London Leuchtschuhe lösen Terroralarm aus

Leuchtende Joggingschuhe blinken regelmäßig beim Gehen auf – und sie enthalten Stromkabel. Diese sind bei der Sicherheitskontrolle am Flughafen höchst verdächtig. Ein Somalier mit dem ganz besonderen Schuhwerk löste einen Terroralarm auf zwei europäischen Flughäfen aus.


Paris – Alle 140 Passagiere eines Linienfluges nach Dschibuti sind am Sonntagabend einschließlich ihres Gepäcks am Pariser Airport Roissy-Charles de Gaulle ausgiebig gefilzt worden, bestätigten die Pariser Flughäfen einen Medienbericht. Die Behörden sperrten zudem drei Abfertigungs-Terminals.

Der Alarm war ausgelöst worden, nachdem Sicherheitskräfte auf dem Flughafen London-Gatwick einen Somalier mit einer Metallplatte und drei Stromkabeln in einem Schuh verhaftet hatten. Sein Flug mit Daallo Airlines von London nach Dschibuti sollte in Paris eine Zwischenlandung absolvieren.

Sicherheitsmitarbeiter an den Flughäfen werfen ein besonderes Augenmerk auf das Schuhwerk von Reisenden, seit der britische "Schuhbomber" Richard Reid am 22. Dezember 2001 vergeblich versuchte, mit einen in einem Schuh verborgenen Sprengsatz eine Linienmaschine von Paris nach Miami zu sprengen. Zudem sind vor allem die Flughäfen in Großbritannien in Alarmbereitschaft, seit dort im vergangenen Monat eine Verschwörung zur Sprengung von Passagierflugzeugen auf der Transatlantikstrecke in die USA entdeckt wurde.

Die nun entdeckten Laufschuhe des Somaliers mit Leuchtvorrichtung sind nach Angaben der Pariser Flughafenbetreiber im Handel frei erhältlich. Die Passagiere Richtung Dschibuti konnten Roissy erst mit 20 Stunden Verspätung verlassen.

abl/AFP



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