Flughafen Hamburg: Gewerkschaft droht mit Streik am Montag

Beginnt die Woche am Hamburger Airport wieder im Chaos? Ver.di droht mit einem erneuten Ausstand des Sicherheitspersonals an den Passagierkontrollen. Am Freitag mussten aufgrund des Streiks 12.000 Fluggäste am Boden bleiben.

Streik in Hamburg: 12.000 Passagiere bleiben am Boden Fotos
dapd

Hamburg - Die Gewerkschaft Verdi schließt weitere Streikmaßnahmen am Hamburger Flughafen nicht aus. "Wir haben den Spannungsbogen aufgebaut: Freitag war der größte Tag - und Montag ist der nächste große Tag", sagte Ver.di-Sprecher Peter Bremme am Samstag dem Radiosender NDR 90,3. "Wir erwarten, dass in unserem Bereich jetzt ein Angebot kommt." Offiziell hat Ver.di bisher allerdings keine weiteren Arbeitskampf-Maßnahmen angekündigt.

Die Gewerkschaft will mit dem Streik Druck in den laufenden Tarifverhandlungen mit dem Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) erzeugen. Ver.di fordert einen Stundenlohn von 14,50 Euro, bisher verdienen die 600 Beschäftigten des Sicherheitspersonals am Hamburger Flughafen 11,80 Euro pro Stunde.

Inzwischen läuft der Flugverkehr in Hamburg wieder reibungslos, alle Passagiere werden zügig abgefertigt. "Die Lage hat sich entspannt. Seit Freitagabend gegen 20 Uhr läuft wieder der Normalbetrieb. Es sei dennoch empfehlenswert, sich bei der Airline nach dem aktuellen Status des gebuchten Fluges zu erkundigen, hieß es.

Am Vortag hatten die Sicherheitskräfte an den Personenkontrollen gestreikt. 63 von 176 geplanten Flügen mussten deshalb zwar abgesagt werden, die logistische Rotation der Maschinen wurde aber eingehalten. Rund 12.000 Passagiere blieben am Boden und konnten ihre Reise nicht antreten. Auswärtige Fluggäste mussten zum Teil in Hotels übernachten, auf den angebotenen Feldbetten im Flughafen wollte aber kaum jemand schlafen.

Der BDSW erklärte, der Streik habe zu Empörung bei Tausenden von Fluggästen und auch beim Arbeitgeberverband geführt. "Leider hat Ver.di bei den Lohnforderungen für die Luftsicherheitskontrollkräfte an Verkehrsflughäfen jedes Maß verloren", sagte Hauptgeschäftsführer Harald Olschok. Lohnerhöhungen von über 22 Prozent für die Hamburger Luftsicherheitsassistenten seien "völlig überzogen". Der BDSW habe 5,9 Prozent mehr Lohn angeboten. Ver.di solle zu einer realistischen Tarifpolitik zurückkehren

Die wichtigsten Informationen für Passagiere:

Was passiert, wenn mein Flug gestrichen wurde?
Einen wegen des Streiks nicht angetretenen Flug kann der Kunde stornieren, er bekommt dann sein Geld zurück. Wer trotzdem fliegen will, hat Anspruch auf einen späteren Flug.

Wie komme ich trotz des Streiks an mein Reiseziel?
Die Fluggesellschaft oder der Veranstalter hat die Pflicht, so schnell wie möglich eine Ersatzbeförderung zu organisieren. Kunden können diese per Telefon oder am Schalter des Unternehmens am Flughafen einfordern.

Habe ich Anspruch auf Schadensersatz?
Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) müssen Fluggesellschaften ihren Passagieren keine Entschädigung zahlen, wenn sie wegen eines Streiks einen Flug streichen. Bei einem Streik handele es sich um "außergewöhnliche Umstände", bei denen die Unternehmen nicht zahlen müssen. Voraussetzung ist, dass die Flüge wegen Ereignissen außerhalb des Einflussbereichs der Fluggesellschaft und "außerhalb des Rahmens der normalen Betriebstätigkeit" ausfallen.

dkr/dpa

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insgesamt 15 Beiträge
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1. Asozial
cologne237 19.01.2013
ich finde Streiks hochgradig asozial. Die finden doch nur dort statt, wo man Passagiere in Geiselhaft nehmen kann. Ein Altenpfleger verdient 1/3 weniger als das Sicherheitspersonal in HH. In dieser Branche besteht Handlungsbedarf. Ich fliege regelmäßig von bzw. nach HH. Die Sicherheitsmitarbeiter dort sind eine billige Karrikatur ihrer selbst.
2. Pervers
iman.kant 19.01.2013
Immer und immer wieder die Angestellten von Flughäfen und Fluglinien. Hier erpressen ein paar wenige für sich Leistungen die nicht angemessen sind im Vergleich zu anderen Berufsgruppen mit ähnlicher Qualifikation. Dass hat rein gar nichts mehr mit Gewerkschaftsarbeit zum Wohle des Volkes zu tun sondern nur noch mit Erpressung!
3. Tja...
sappelkopp 19.01.2013
Zitat von cologne237ich finde Streiks hochgradig asozial. Die finden doch nur dort statt, wo man Passagiere in Geiselhaft nehmen kann. Ein Altenpfleger verdient 1/3 weniger als das Sicherheitspersonal in HH. In dieser Branche besteht Handlungsbedarf. Ich fliege regelmäßig von bzw. nach HH. Die Sicherheitsmitarbeiter dort sind eine billige Karrikatur ihrer selbst.
...dann sollten die Altenpfleger wohl mal den Hintern hoch kriegen. Sie können doch nicht das geringste Gehalt als Maßstab für alle machen. Ich fliege übrigens auch regelmäßig von Hamburg und das dortige Sicherheitspersonal unterscheidet sich in nichts vom Sicherheitspersonal anderer Flughäfen. In Geiselhaft werden Sie auch nicht genommen. Sie sind frei zu reisen, mit Bus, Bahn oder Auto. Nur weil einige Fluggäste Unanehmlichkeiten haben, kann doch niemand dem Personal dort das Recht auf Streik absprechen. Das Problem ist doch wohl eher und auch in Ihrem Fall - sie finden Streiks asozial, ich glaube nicht, dass Sie wissen, was das Wort bedeutet - die mangelnde Solidarität der Arbeitnehmer in Deutschland untereinander. Das finde ich nämlich hochgradig asozial, wenn man nur egoistisch auf seine eigene Bequemlichkeit schaut und es nicht interessiert, wie es dem Nachbarn geht.
4. Vielleicht sollten Sie einfach mal...
sappelkopp 19.01.2013
Zitat von iman.kantImmer und immer wieder die Angestellten von Flughäfen und Fluglinien. Hier erpressen ein paar wenige für sich Leistungen die nicht angemessen sind im Vergleich zu anderen Berufsgruppen mit ähnlicher Qualifikation. Dass hat rein gar nichts mehr mit Gewerkschaftsarbeit zum Wohle des Volkes zu tun sondern nur noch mit Erpressung!
...den Kant lesen, auf den Sie sich in Ihrem Namen augenscheinlich berufen. Wenn Sie den verstehen, dann verstehen Sie vielleicht auch, dass eine Streik keine Erpressung ist. Und was angemessen ist oder nicht, dass werden Sie wohl kaum festlegen können. Würde es um Ihren Job gehen, um Ihr Gehalt, dann würden Sie garantiert anders argumentieren. Wo haben Sie den gehört, dass Gewerkschaften zum Wohle eines Volkes agieren. Die agieren - im besten Falle - zum Wohle ihrer Mitglieder. Wohl zulange der DDR-Propaganda gelauscht, oder?
5. @sabbekopp
cologne237 19.01.2013
Der überwiegende Teil der Mitarbeiter im Sicherheitsdienst hat keine sogenannte vernünftige Ausbildung. Crashkurs, bzw. learning on the job oder lediglich interne Unterweisungen. Ich habe beim letzten Flughafenstreik ein Ehepaar getroffen, der erste Urlaub in 15 Jahren.... Das nennen Sie dann Unannehmlichkeiten... Wenn 10 Habenichtse sich einig sind, einem etwas wegzunehmen, mag das sogar demokratisch genannt werden wenn zuvor abgestimmt wird. Es mag sogar dem Gerechtigkeitsgefühl der Mehrheit entsprechen. Wenn Sicherheitsbeamte streiken, mag es sogar Leute geben, die dies gutieren. Ich finde es asozial, eine Mehrheit zu schädigen. Und es ist nunmal Fakt, dass Streiks immer auf dem Rücken von Fahr bzw Fluggästen ausgeführt werden.
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