Flughafen Kuala Lumpur Bitte holen Sie Ihre drei Jumbos ab!

Eine Kleinanzeige der ungewöhnlichen Art ist zurzeit in einer malaysischen Zeitung zu lesen. Der Flughafen von Kuala Lumpur sucht die Eigentümer von drei Boeing 747, die auf dem Gelände herumstehen.

AFP

Vermissen Sie zufällig eine Boeing 747-200F? Die Sie vielleicht auf dem internationalen Flughafen von Kuala Lumpur (Klia) vergessen haben?

Die Betreiber des Airports haben im Kleinanzeigenteil der Zeitung "The Star" einen ungewöhnlichen Aufruf geschaltet. Zu sehen sind die Fotos dreier weißer Maschinen, die auf dem Klia-Gelände in Sepang südlich der malaysischen Hauptstadt stehen sollen.

"Falls Sie Ihre Flugzeuge nicht innerhalb von 14 Tagen ab Datum dieser Anzeige abholen", heißt es dort, "behalten wir uns das Recht vor, sie zu verkaufen oder auf eine andere Art zu entsorgen." Solche Aufforderungen kennt man normalerweise eher von Hausverwaltungen, die Keller entrümpeln, oder von Kommunen, die der Fahrradfriedhöfe vor ihren Bahnhöfen Herr werden wollen. Aber von einem Flughafen?

Immerhin ist so eine Boeing 747 über 70 Meter lang - und kein unauffälliges Inventar eines Airports. Der Flughafen habe die letzten bekannten Eigentümer der Maschinen zu kontaktieren versucht, sagte Zainol Mohd Isa, Manager beim Betreiber, der Singapurer "The Straits Times". "Ich weiß nicht, warum sie nicht antworten. Es könnte viele Gründe geben. Manchmal fehlt einfach das Geld, den Flugbetrieb weiterzuführen." Auch stünden noch Zahlungen für Lande-, Park- und andere Gebühren aus.

Nach Information von SPIEGEL ONLINE gehören die drei Maschinen nicht mehr der Fluggesellschaft Air Atlantic Icelandic mit Sitz in Reykjavik, die Planespotters.net auf seiner Internetseite als aktuellen Eigentümer aufführt. Im Jahr 2010 wurden die Boeing 747 an eine Bank verkauft, die sie später weiter an einen chinesischen Investor weiterveräußerte. Ob dieser noch verantwortlich für die verlassenen Flieger von Kuala Lumpur ist, ist nicht bekannt. Der Flughafenbetreiber verrät nur, dass die ihm bekannten Eigentümer nicht aus Malaysia stammen.

Dies sei nicht das erste Mal, dass der Flughafen nach Flugzeugbesitzern forsche, sagte Manager Zainol. In den vergangenen zehn Jahren wären ein paar, meist kleinere Flugzeuge stehen gelassen worden. Eines davon, das in den Neunzigerjahren aufgegeben wurde, diene heute als Restaurant in einem Vorort von Kuala Lumpur.

abl

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