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Flughafenkontrollen: Päpstlicher Bannstrahl trifft Nacktscanner

Bürgerrechtsaktivisten bekommen in ihrem Kampf gegen Nacktscanner unerwartete Unterstützung: Papst Benedikt XVI. forderte die Luftfahrtindustrie am Wochenende auf, Sicherheitsinteressen nicht über die Persönlichkeitsrechte der Flugreisenden zu stellen.

Benedikt mit Alitalia-Pilotenmütze: Der Servus Servorum Dei hält nichts von Nacktscannern. Zur Großansicht
REUTERS

Benedikt mit Alitalia-Pilotenmütze: Der Servus Servorum Dei hält nichts von Nacktscannern.

Hamburg - Als himmlischer Legat mit VIP-Status und eigener Alitalia-Maschine ist Papst Benedikt XVI. in der beneidenswerten Lage, Flughafenkontrollen in der Regel entgehen zu können. Dennoch ist dem Pontifex bewusst, dass andere Reisende sich täglich an Flughäfen in aller Welt gängeln lassen müssen - und demnächst vielleicht sogar von sogenannten Nacktscannern durchleuchtet werden könnten.

Diese Entwicklung bereitet dem Episcopus Romanus Sorgen, ernsthafte sogar, weswegen er am Wochenende einer Gruppe von zur Vatikan-Audienz eingeflogenen Vertretern der Airline-Industrie die Leviten las. Nach einem Bericht des "Guardian" erklärte er den versammelten Managern und Piloten, Schutz vor terroristischen Bedrohungen sei wichtig - aber "das wichtigste Gut, dass es zu schützen gilt, ist die Person und ihre Integrität."

Er habe, so der Pontifex Maximus weiter, durchaus Verständnis für die ökonomischen Zwänge, denen die Airlines derzeit ausgesetzt seien. Dennoch sei es von höchster Wichtigkeit, nie den "Respekt vor den Menschen aus den Augen zu verlieren".

hil

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