BGH-Urteil: Flugreisende dürfen nicht für "unbekannt" buchen

Passagiere können keine Flugbuchung für eine noch unbekannte Begleitperson vornehmen. Das hat nun der Bundesgerichtshof entschieden. Demnach kommt kein wirksamer Vertrag zustande, wenn für das Ticket ein Platzhalter statt des Namens in das Formular eingetragen wird.

Karlsruhe - Wer bei einer Flugbuchung im Internet anstelle des Namens eines Passagiers die Bemerkung "noch unbekannt" in das Formular schreibt, hat keinen Anspruch auf Beförderung. Das entschied der Bundesgerichtshof in einem am Dienstag verkündeten Urteil.

Der Kläger hatte für sich und einen Begleiter Flüge von Dresden nach Larnaca auf Zypern buchen wollen. Statt des zweiten Namens schrieb er "noch unbekannt" in die Buchungsmaske - trotz des Hinweises, dass eine Namensänderung nach erfolgter Buchung nicht mehr möglich sei und der Name mit dem im Ausweis des Passagiers genannten übereinstimmen müsse. Die Fluggesellschaft buchte den Flugpreis für zwei Personen ab. Als der Kunde die zweite Person nachmelden wollte, verweigerte die Fluggesellschaft das.

Wie der BGH entschied, kann der Kläger das Geld für das Ticket zurückverlangen: Es sei kein wirksamer Vertrag über die Beförderung zustande gekommen. Der Kläger habe aber keinen Anspruch auf eine zusätzliche Ausgleichszahlung wegen Nichtbeförderung in Höhe von 400 Euro.

Aktenzeichen: X ZR 37/12

sto/dpa/dapd

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1. Namensänderung
wolfgangm_de 17.10.2012
Warum dürfen die Fluggesellschaften überhaupt etwas außer einer Bearbeitungsgebühr verlangen, wenn sich der Name des Passagier ändert. Es gibt etliche Gründe warum bei einer Gruppe/Familie sich eine Person ändern kann. Die Fluggesellschaft hat hier eine Passage mit 100% Gewinn.
2. Publizistisch schwach
Ursprung 17.10.2012
Zitat von sysopPassagiere können keine Flugbuchung für eine noch unbekannte Begleitperson vornehmen. Das hat nun der Bundesgerichtshof entschieden. Demnach kommt kein wirksamer Vertrag zustande, wenn für das Ticket ein Platzhalter statt des Namens in das Formular eingetragen wird. Flugreisende dürfen nicht für "unbekannt" buchen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/reise/aktuell/flugreisende-duerfen-nicht-fuer-unbekannt-buchen-a-861727.html)
Ich halte es fuer eine journalistische Schwachleistung, wenn bei so einer Meldung keinerlei Hintergrundinfo oder Aufhellendes erwaehnt wird. Es fehlt jeder Hinweis, ob die Fluggesellschaften alle so verfahren, ob sie es kraft mufti oder aus Abzockgruenden tun oder ob es generelle polizeiliche Verkehrs-Ueberwachungs-Massregeln gibt, welche die Fluggesellschsaften moeglicherweise zwingen, den Namen fuer eine Buchung im Vorwege zu verlangen. Als Pessimist argwoehne ich mal letzteres und die Journaille meidet in vorauseilendem Polizeigehorsam, Ross und Reiter in Sachen Einschraenkung unserer Freiheit zu nennen....
3. und wie läuft das technisch?
cabeza_cuadrada 17.10.2012
Wie soll das System eigentlich erkennen ob es sich um einen "Platzhalter" handelt? Vielleicht heißt ja tatsächlich jemand mit Vornamen "Noch-Unbekannt".:-) Und wie verhält es sich wenn ich einfach " Max Mustermann" angebe? Wieso ist eine Namensänderung eigentlich nicht möglich? Fragen über Fragen....
4. Ich weiss nicht
w.uljanow 17.10.2012
Zitat von UrsprungIch halte es fuer eine journalistische Schwachleistung, wenn bei so einer Meldung keinerlei Hintergrundinfo oder Aufhellendes erwaehnt wird. Es fehlt jeder Hinweis, ob die Fluggesellschaften alle so verfahren, ob sie es kraft mufti oder aus Abzockgruenden tun oder ob es generelle polizeiliche Verkehrs-Ueberwachungs-Massregeln gibt, welche die Fluggesellschsaften moeglicherweise zwingen, den Namen fuer eine Buchung im Vorwege zu verlangen. Als Pessimist argwoehne ich mal letzteres und die Journaille meidet in vorauseilendem Polizeigehorsam, Ross und Reiter in Sachen Einschraenkung unserer Freiheit zu nennen....
Alle mir bekannten Fluggesellschaften verfahren so, wahrscheinlich schon aus dem Grunde, damit man nicht Geschaefte mit Tickets machen kann. Ansonsten kauft man relativ frueh Tickets ein und verhoeckert man die dann billiger als die Airline per ebay kurz vor dem Abflugsdatum. Dies duerfte durchaus profitabel sein, bzw. die Airlines zwingen die Preise kurz vor Abflug zu senken oder die Preise lange vor Abflug zu erhoehen.
5. Indiz fuer Verdacht
Ursprung 17.10.2012
Zitat von w.uljanowAlle mir bekannten Fluggesellschaften verfahren so, wahrscheinlich schon aus dem Grunde, damit man nicht Geschaefte mit Tickets machen kann. Ansonsten kauft man relativ frueh Tickets ein und verhoeckert man die dann billiger als die Airline per ebay kurz vor dem Abflugsdatum. Dies duerfte durchaus profitabel sein, bzw. die Airlines zwingen die Preise kurz vor Abflug zu senken oder die Preise lange vor Abflug zu erhoehen.
Ihre Vermutung klingt plausibel. Doch ist das auch wirklich der Grund? Da es "alle so machen" ist das doch eher ein Indiz, dass es noch andere Gruende geben duerfte, sonst wuerde die eine oder andere Gesellschaft auch mal ein anderes Modell ausprobieren, oder?
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