Verschärfte Sicherheitskontrollen: Kanada will Flugpassagiere abhören

Mit Abhöranlagen für mehr Sicherheit am Flughafen: Die kanadischen Behörden gehen mit neuen Maßnahmen gegen Kriminelle vor, Gespräche mit den Sicherheitsbeamten sollen künftig aufgezeichnet werden. Datenschützer sind entsetzt.

Passagiere beim Check-in: Audio-Aufnahmen sollen bei Ermittlungen helfen Zur Großansicht
REUTERS

Passagiere beim Check-in: Audio-Aufnahmen sollen bei Ermittlungen helfen

Die kanadischen Behörden wollen die Sicherheitseinrichtungen an Flughäfen massiv verstärken. Neben hochauflösenden Kameras sollen dazu auch Abhörmikrofone eingesetzt werden, um Passagiere und Personal zu überwachen, wie der kanadische Sender "CBC" berichtet.

In Ottawa und Halifax beispielsweise sei die Technologie schon installiert, sie werde allerdings noch nicht eingesetzt, hieß es in dem Bericht. "Derzeit werden keine Tonaufnahmen gemacht, das wird zu einem späteren Zeitpunkt in Betrieb genommen", teilte ein Sprecher der Grenzbehörde CBSA mit.

Aufgezeichnet werden sollen den Angaben zufolge Gespräche zwischen Sicherheitsbeamten und Passagieren, jedoch keine Privatgespräche. Hauptsächlich gehe es darum, gegen Schmuggler vorzugehen, sagte Vic Toews, Minister für öffentliche Sicherheit. Die stehen im Verdacht, Flughafenmitarbeiter zu bestechen, um illegal Waren über die Grenze zu bringen. Nach 30 Tagen sollen die Audio- und Videodaten wieder gelöscht werden.

Die für Flughafenangestellten in Ottawa zuständige Gewerkschaft teilte mit, sie befürchte, dass Informationen aus den Audiodaten künftig in den Mitarbeiterakten auftauchen könnten. Toews kündigte an, dass jedoch zunächst ein Datenschutzgutachten erstellt werden müsse, bevor solche Technologie eingesetzt wird.

Experten sind entsetzt. Ann Cavoukian, Datenschutzbeauftragte der Provinz Ontario, kündigte an, gegen diesen Lauschangriff vorzugehen, wie die "Financial Times Deutschland" berichtet. Im Forum von "CBS" hagelt es zudem empörte Kommentare von Lesern. "Wir verwandeln uns mehr und mehr in einen totalitären Staat", schreibt einer, auch mehrere Vergleiche mit George Orwells Roman "1984" sind zu lesen. Große Skepsis äußert ein anderer Leser: "Ich kann mir schon vorstellen, wie sinnvoll das ist, da bekanntlich die meisten Terroristen am Flughafen über ihre Pläne sprechen."

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insgesamt 8 Beiträge
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1.
janne2109 21.06.2012
hätte nie gedacht, dass es einmal so weit kommt, Orwell hat sein Buch -1984- bereits 1949 veröffentlicht.
2. Sülzerei...
Stelzi 21.06.2012
Wieder mal uninformiertes Gesülze von den "Kritikern" - kennt man ja nicht anders. Dabei wird sogar hier in Deutschen Landen in einem Artikel zum Thema darauf hingewiesen, dass es NUR um Gespräche zwischen SICHERHETSPERSONAL und Passagieren geht, um BESTECHUNG zwecks SCHMUGGEL aufzudecken und es eben NICHT ein pauschaler Lauschangriff auf alle Personen im Flughafen ist und auch nicht (in erster Linie) um Terroristenhatz geht. Aber wenn man schon vorher weiss wie man etwas interpretieren will, bevor man weiss worum es genau geht, dann muss es ja auf sowas hinauslaufen. Letztlich bleibt ja dann noch immer die Verschwörungstheorie: es ist ja sowieso alles gelogen und nur Teil der globalen Überwachung von völlig uninteressanten Personen...
3.
mlu 21.06.2012
Zitat von StelziWieder mal uninformiertes Gesülze von den "Kritikern" - kennt man ja nicht anders. Dabei wird sogar hier in Deutschen Landen in einem Artikel zum Thema darauf hingewiesen, dass es NUR um Gespräche zwischen SICHERHETSPERSONAL und Passagieren geht, um BESTECHUNG zwecks SCHMUGGEL aufzudecken und es eben NICHT ein pauschaler Lauschangriff auf alle Personen im Flughafen ist und auch nicht (in erster Linie) um Terroristenhatz geht. Aber wenn man schon vorher weiss wie man etwas interpretieren will, bevor man weiss worum es genau geht, dann muss es ja auf sowas hinauslaufen. Letztlich bleibt ja dann noch immer die Verschwörungstheorie: es ist ja sowieso alles gelogen und nur Teil der globalen Überwachung von völlig uninteressanten Personen...
Von der Überwachung der Gespräche zwischen Passagieren und Sicherheitspersonal ist es nur 0,0001µm zur Überwachung der Gespräche des Personals untereinander und auch der Gespräche von Passagieren untereinander. Ich möchte dann nicht neben jemandem sitzen, der bspw. den scherzhaften Satz sagt "Und wenn wir zu Hause sind, dann platzt die Bombe..." Und Ihre Bemerkungen zu Verschwörungstheorien können Sie sich sonstwohin stecken. Wenn solche Systeme erstmal im Einsatz sind, ist die totale Überwachung nur eine Frage der Zeit.
4. Sicherheitspersonal ist unsicher und....
sikasuu 21.06.2012
Zitat von StelziWieder mal uninformiertes Gesülze von den "Kritikern" - kennt man ja nicht anders. Dabei wird sogar hier in Deutschen Landen in einem Artikel zum Thema darauf hingewiesen, dass es NUR um Gespräche zwischen SICHERHETSPERSONAL und Passagieren geht, um BESTECHUNG zwecks SCHMUGGEL aufzudecken
. ...muss überwacht werden? :-)) . Ok, es geht ja nur um SCHUGGEL und BESTECHUNG. . Frage: Gibt es da mal einen Überblick zu den Tarifen? . Wass kostet ein Produkt der Firma Heckler&Koch oder 500Gr. Sempex ohne Zoll da durch zu bringen. . Rechnen die nach Kg. oder nach Stückzahl ab? ###### Die Absurdität dieser Meldung ist nicht mehr zu toppen. . Ich muss die, die die Sicherheit überwachen, überwachen, damit Sicherheit entsteht! . Hört auf mit dem Blödsinn und lasst die guten alten Zöllner wieder ran. Die waren zwar unfreundlich,langsam und teuer, aber wenigstens ehrlich! . Kopfschüttelnde Gruesse Sikasuu
5. Was ist daran so schlimm?
KlausP22 21.06.2012
Es geht doch nur um die Gespräche zwischen Passagieren und den Sicherheitsbeamten. Wenn sich beide nicht kennen, dann werden das in der Regel wohl kaum Privatgespräche mit intimem Inhalt sein. Vor allem dann nicht, wenn die Sicherheitsbeamten von der Aufzeichnung wissen und wahrscheinlich auch noch Hinweisschilder dazu für die Passagiere angebracht sind. Sehr wahrscheinlich gibt es ja eh eine Dienstvorschrift, daß ein Sicherheitsbeamter keine ihm bereits persönlich bekannten Personen überprüfen darf, sondern dann einen Kollegen rufen muss. Privatgespräche mit Passagieren sind im Dienst sicherlich auch untersagt. Die Vorschriften werden dann halt in Zukunft wohl häufiger eingehalten, statt sie zu ignorieren. Ob das alles natürlich gegen geplanten Schmuggel hilft darf stark bezweifelt werden. Die Schmuggler wissen ja schliesslich auch davon und werden sich dann halt ggf. vorher mit Ihren Komplizen unter den Sicherheitsleuten absprechen und bei der Kontrolle halt nix sagen was auf ihre Bekanntschaft mit dem Beamten rückschliessen lässt. Nur Gelegenheitsschmuggler werden es dann wohl etwas schwieriger haben.
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