Verspätungen EuGH weitet Entschädigungsregeln für Fluggäste aus

Auch wenn eine Airline sich auf außergewöhnliche Umstände beruft: Ist ein Flug wegen unerwarteter technischer Probleme verspätet, steht Fluggästen eine Entschädigung zu. Das hat der Europäische Gerichtshof entschieden.

EugH-Urteil: Stärkung von Fluggastrechten bei Verspätungen
DPA

EugH-Urteil: Stärkung von Fluggastrechten bei Verspätungen


Fluggesellschaften müssen Passagieren auch im Falle von unerwarteten technischen Problemen eine Entschädigung bei Verspätung zahlen. Zu diesem Urteil kommt der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg.

Im vorliegenden Fall hatte eine Niederländerin gegen die Fluggesellschaft KLM geklagt, nachdem ihr Flug ab Quito, der Hauptstadt Ecuadors, erst mit 29 Stunden Verzug in Amsterdam landete.

KLM hatte für die Verspätung außergewöhnliche Umstände geltend gemacht. An der Maschine seien mehrere Teile defekt gewesen, die erst von Amsterdam nach Quito hätten geliefert werden müssen.

Der Europäische Gerichtshof entschied, dass die Wartung und der reibungslose Betrieb der Flugzeuge Aufgabe der Airline seien - unabhängig davon, ob das technische Problem vorhersehbar gewesen sei.

Von der Rechtsprechung ausgenommen seien nicht erkennbare Konstruktionsfehler, welche die Flugsicherheit gefährdeten, Sabotageakte oder Terrorangriffe, urteilte der EuGH. Fluggäste hätten davon abgesehen je nach Entfernung das Recht auf Ausgleichszahlungen zwischen 250 und 600 Euro.

Dass Fluggesellschaften bei technischen Problemen im normalen Alltagsgeschäft bei großen Verspätungen Entschädigungen zahlen müssen, hat der EuGH bereits im vergangenen Jahr bekräftigt. Ab drei Stunden Verzögerung stehen Passagieren in der Regel Ausgleichszahlungen zu.

ele/dpa

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 10 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
jdm11000 17.09.2015
1. Ausgleichszahlungen...
.... so ein Quatsch vom EUGH - am besten, es wird eines Tages noch entschieden, daß wegen eines unvorhergesehenem Toilettengang eine Entschädigung gezahlt werden muss. Was wäre denn die Alternative gewesen? Einen etwaigen Absturz der Maschine in Kauf nehmen? Alternativ könnte man ja alle möglichen Ersatzteile mit auf den Flug mitschicken - ob das der Kunde dann zahlen will? Wohl kaum! Wenn die Kundin hier hätte laufen oder schwimmen müssen - dann wäre sie wohl heute noch unterwegs. Aber dann wäre sie wohl auch kaum auf diese Reise gegangen.
nici_d 17.09.2015
2. richtig so
sonst kann die Fluggesellschaft ja die Wartung so vernachlässigen, dass erst repariert wird, wenn wirklich was kaputt ist. Spart ne Menge Geld, sagt der Controller, anstatt die Teile nach Fristenplan auszutauschen.
asoetjen 17.09.2015
3. Ausgleichszahlungen... find' ich gut, ...
... denn dadurch werden die Transporteure dazu gedrängt, gefälligst dafür zu sorgen, dass sie ihren Betrieb am Laufen halten und Service/Wartung nicht auf dem Rücken der (zahlenden) Kundschaft austragen. Wer seinen Vertrag erfüllt, muss nichts ausgleichen, wer pfuscht/spart, schon.
denkdochmalmit 17.09.2015
4. Antrag auf Entschädigung
Es kann nicht sein das man jedes mal fast Rechtsmittel einlegen muss um an seine Entschädigung zu kommen. Es muss eine gesetzliche Regelung geschaffen werden die Flugpassagiere automatisch entschädigt, ohne das der Passagier seiner Kohle hinterher laufen muss. Da die Fluggesellschaft eh alle Daten der Passagiere hat, sollte es technisch kein Problem sein das die Entschädigung bei langen Flugverspätungen spätestens bei der Landung dem Konto des Fluggastes gut geschrieben wurde.
scxy 17.09.2015
5.
@jdm11000: Aber der Kunde, der für seine Reise einen Beförderungsvertrag schließt und dafür zahlt, soll Abweichungen der vertraglich geschuldeten Leistung ohne Weiteres akzeptieren? Ein Glück, dass es nicht so ist.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.