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Unfalltote bei Abstürzen: 2014 - ein schwarzes Jahr für die Luftfahrt

Von Flug MH370 bis QZ8501: Im Jahr 2014 sind fast tausend Menschen bei Flugzeugabstürzen ums Leben gekommen - vier Mal mehr als im Vorjahr.

Absturzstelle Malaysia Airlines MH17: Tragisches Ausnahmejahr Zur Großansicht
AFP

Absturzstelle Malaysia Airlines MH17: Tragisches Ausnahmejahr

Hannover - Das zu Ende gegangene Jahr ist für die kommerzielle Luftfahrt ein tragisches Ausnahmejahr. Eine spektakuläre Unglückskette könnte Zweifel an der Sicherheit im Luftverkehr aufkommen lassen. "Sind die sicheren Zeiten nun vorbei?", fragt das Fachmagazin "Aero International" bereits.

Es hat die jährliche Jacdec-Unfallbilanz analysiert, die weltweit auf insgesamt 970 Tote in der Verkehrsfliegerei kam - die Zahl ist fast viermal so hoch wie im Vorjahr (251 Tote) und der zweithöchste Wert im Zehnjahresvergleich. "2014 war in der Tat ein Negativjahr nach drei exzellenten Jahren mit stetig sinkenden Opferzahlen", schreibt das Luftfahrtmagazin in seiner jüngsten Ausgabe.

Das ebenfalls auf Flugunfälle spezialisierte Aviation Safety Network (ASN) kommt in seiner Statistik aufgrund einer anderen Zählweise sogar auf 990 Tote; dennoch nennt es das Jahr mit Hinweis auf die insgesamt 33 Millionen Flüge eines der sichersten der Geschichte und bewertet es ähnlich wie der Weltluftfahrtverband Iata. Auf 4,1 Millionen Flüge, so die ASN-Analytiker, kommt ein tödlich verunglückter Passagier. Von 2011 bis 2013 lag die Zahl der jährlichen Unfalltoten im Weltluftverkehr konstant unter 500.

Nicht einen Unfall mit mehr als 100 Toten gab es 2013, im Folgejahr dann gleich vier - und in keinem Fall sind offiziell bisher die genauen Umstände bekannt.

Die drei Unglücke mit den meisten Toten standen 2014 im Zusammenhang mit malaysischen Airlines:

  • Erst verschwand im März der Malaysia-Airlines-Flug MH370 mit 239 Menschen an Bord,
  • im Juli stürzte der Unglücksflug MH17 auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur mit 298 Menschen an Bord über dem umkämpften Osten der Ukraine ab, wahrscheinlich nach Raketenbeschuss.
  • Und dann, wenige Tage vor dem Ende des Jahres, die dritte Tragödie für Malaysias Luftfahrt: der Absturz eines AirAsia-Airbusses auf dem Weg nach Singapur. Hier gilt ein Zusammenhang mit Extremwetter als wahrscheinlich - ebenso wie im Falle einer von der Fluggesellschaft Air Algérie geleasten und im Juli über Westafrika abgestürzten McDonnell Douglas MD-83.

Als bisher einmalig gilt, dass zwei Großraum-Jets derselben Fluggesellschaft innerhalb von vier Monaten unter seltsamen Umständen verunglückten. Im Jacdec-Sicherheitsranking der 60 sichersten Airlines der Welt rutschte Malaysia Airlines daher nun von Platz 34 auf 57.

Trotz einer der größten Suchaktionen der Luftfahrtgeschichte blieb die Boeing von Flug MH370 unauffindbar. Erneut wurden deswegen Forderungen laut, weltweit alle Verkehrsflugzeuge mit modernen Datensendern auszustatten. Sie kamen bereits nach dem Air-France-Unglücksflug AF447 über dem Atlantik auf.

Zudem zeichnet sich nach dem Absturz über der Ukraine eine ernsthafte Debatte unter den Airlines darüber ab, welche Risiken mit dem Überflug von Krisengebieten verbunden sind. Zu denen gehören auch Gebiete in Nordafrika - wie Libyen, wo 2014 fast die gesamte zivile Luftflotte bei Kämpfen zerstört wurde.

"Mindestens fünf moderne Jets, mit denen das gebeutelte Land wieder Anschluss an die Welt herstellen wollte, wurden durch marodierende Milizen in Tripolis zerstört; Dutzende weitere wurden durch Beschuss fluguntauglich gemacht", schreibt das Fachmagazin "Aero International".

Die Negativbilanz wirbelte auch die Jacdec-Sicherheitsliste der 60 größten Fluggesellschaften durcheinander:

  • Als weltweit sicherste Airline gilt nach der neuen Liste Cathay Pacific aus Hongkong, vor den arabischen Emirates, der EVA Air aus Taiwan sowie Air Canada. Die sicherste europäische Fluggesellschaft ist demnach nun die niederländische KLM auf Rang fünf. Im Ranking folgen Air New Zealand und Australiens Qantas.
  • Malaysia Airlines fiel von Platz 34 auf nun Rang 57.
  • Während die Lufthansa unverändert ihren 12. Platz behauptete, rückte Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft Air Berlin vom 26. auf den 20. Platz vor.

Die Überraschung in der diesjährigen Rückschau der Unfallforscher ist die Region Nordamerika und Eurasia - im Überblick der Regionen:

  • Im deutschsprachigen Raum blieben die großen Fluglinien nach dem Bericht von ernsteren Vorfällen verschont.
  • Bei der Zahl der Unfallopfer ragen Nordamerika und Eurasia - zu dieser Region zählt Jacdec die ehemaligen Länder der Sowjetunion - positiv heraus: Dort gab es 2014 keine Flugunfalltoten.
  • Für Lateinamerika kamen die Analytiker auf zehn Tote bei verunglückten Regionalflügen mit älteren Maschinen,
  • für die Region Mittlerer Osten und Vorderasien auf 57.
  • Afrika blieb mit 18 Flugzeug-Totalverlusten und 134 Unfalltoten zwar ein Schwerpunkt,
  • wurde aber von Europa abgehängt. Die Region belegt mit insgesamt 300 Unfalltoten nun den vorletzten Platz,
  • vor dem asiatisch-pazifischen Raum, in dem sich im vergangenen Jahr die Hälfte der vier schwersten Unglücke ereignete.

Die Jacdec-Unfallforscher berechnen bei ihrer Wertung die Verkehrsleistung der Airline gegen die Anzahl der Zwischenfälle und Totalverluste der vergangenen 30 Jahre.

Ralf E. Krüger/dpa/abl

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insgesamt 45 Beiträge
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1. Irgendwie auffällig:
crewmitglied27 06.01.2015
Drei Malayische Maschinen als Totalverlust in einem Jahr, eine spurlos verschwunden, eine abgeschossen. Die Ursachen für alle drei Abstürze bis heute nicht geklärt. Keiner der Piloten hat einen Notruf abgesetzt. Wo bleiben die Fragen der Journalisten? Wo bleiben die Nachforschungen? Will es etwa niemand so genau wissen?
2. Eurasia vs Europa
Nutzer ohne Namen 06.01.2015
Bei der Zahl der Unfallopfer ragen Nordamerika und Eurasia (inklusive Russland) positiv heraus: Dort gab es 2014 keine Flugunfalltoten. vs. von Europa abgehängt. Die Region belegte mit insgesamt 300 Unfalltoten nun den vorletzten Platz, was stimmt denn nun? aufgrund der bekannten abstürze von kleinflugzeugen und mh 17 geh ich von letzterem aus.
3. Verrechnet?
Kappy 06.01.2015
Zitat: "Auf 4,1 Millionen Flüge, so die ASN-Analytiker, kommt ein tödlich verunglückter Passagier." 990 Tote bei 33 Mio. Flügen macht eigentlich 1 Toten auf jedem 33.333 Flug
4. Ist doch
idealist100 06.01.2015
Ist doch ganz normal, desdo billiger desdo anfälliger. Irgendwo muss doch gespart werden, wenn jeder für 50.-€ 1000 km fliegen will
5.
jeze 06.01.2015
Zitat von idealist100Ist doch ganz normal, desdo billiger desdo anfälliger. Irgendwo muss doch gespart werden, wenn jeder für 50.-€ 1000 km fliegen will
Ein Stammtischargument. Gespart wird schon lange und die Unfallzahlen gingen immer weiter zurück. ich glaube auch kaum, dass vornehmlich billige Fluglinien abgeschossen werden.
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Die sichersten Fluggesellschaften weltweit
Rang Fluglinie
1 Cathay Airlines Hongkong
2 Emirates Arabische Emirate
3 EVA Air Taiwan
4 Air Canada Kanada
5 KLM Niederlande
6 Air New Zealand Neuseeland
7 Quantas Australien
8 Hainan Airlines China
9 JetBlue Airways USA
10 Etihad Airways Vereinigte Emirate
11 All Nippon Japan
12 Lufthansa
.. ..
20 Air Berlin
Quelle: Jacdec-Sicherheitsliste 2015 laut "Aero International"


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