Zwischenbilanz 2018 Deutlich mehr Luftfahrtunfälle in Deutschland

2017 war das sicherste Jahr der zivilen gewerblichen Luftfahrt. Nun deuten erste Zwischenbilanzen daraufhin, dass die Luftfahrt-Unglücke zunehmen. Vor allem kleine Flugzeuge waren in schwere Fälle involviert.

Segelflugzeug in Niedersachsen
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Segelflugzeug in Niedersachsen


Nie zuvor war Fliegen so sicher, jubelten Unfallforscher im vergangenen Jahr. 2018 könnte dieser Trend allerdings gestoppt werden. Die Zahl der Unfälle ist in Deutschland und international im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Das geht aus ersten Zwischenbilanzen hervor.

In Deutschland kam es laut der Statistik der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) in Braunschweig zu deutlich mehr Zwischenfällen. Demnach gab es in diesem Jahr zwischen Januar und Mitte Juli 126 Unglücke, im Vorjahreszeitraum waren es 107.

Vor allem kleinere Flugzeuge bis 2000 Kilogramm waren demnach in die schweren Fälle verwickelt (42). Bei diesen Fliegern gab es mit 10 Toten auch die meisten Menschenleben zu beklagen. Insgesamt gab es im ersten Halbjahr des aktuellen Jahres 23 Todesopfer (Vorjahreszeitraum: 19).

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In der BFU-Bilanz enthalten sind zum einen alle in Deutschland registrierten Maschinen sowohl der kommerziellen wie auch der privaten Luftfahrt - vom Airbus über den Segelflieger bis zum Heißluftballon. Also auch das zweisitzige Ultraleichtflugzeug, das bei der Landung von der Bahn abkam, oder Unfälle von in Deutschland zugelassenen Luftfahrtzeugen im Ausland. Die Zahl der aufgelisteten Unfälle spiegelt also nicht unbedingt das Sicherheitsniveau der Branche wider.

Auch weltweit mehr Unfälle

Auch international kam es im laufenden Jahr häufiger zu Unglücken als im Vorjahreszeitraum. Nach den Halbjahreszahlen vom Hamburger Flugunfallbüro JACDEC ("Jet Airliner Crash Data Evaluation Centre") für 2018 gab es weltweit bisher insgesamt 327 Zwischenfälle. Zum Vergleich: Im selben Zeitraum 2017 hatten die Unfallforscher nur 302 Fälle gezählt.

Allein zwischen Januar und Juni kam es bereits zu vier tödliche Unfälle mit insgesamt 300 Toten. Im ersten Halbjahr 2017 hatte das Hamburger Büro gerade mal 16 Unfalltote gezählt. Das JACDEC erfasst allerdings nur kommerzielle Flugzeuge mit einem Gewicht von mehr als 5,7 Tonnen oder mindestens 19 Sitzen.

Müssen sich Urlauber nun mehr Sorgen machen?

Nein, sagt Arwed Richter vom JACDEC. "Im langfristigen Trend der vergangenen 30 Jahren bleibt das Fliegen so sicher wie nie." Aber: "Auch im internationalen Luftverkehr ist jetzt schon klar, dass es mehr Unfälle und vor allem Todesfälle gegeben hat."

Betroffen seien meist regionale Airlines in Kathmandu oder Kuba, die nicht das Gros der Weltluftfahrt repräsentierten. Allein der Absturz einer Boeing 737 im Mai auf Kuba mit mehr als 100 Toten hob die Unfallbilanz auf ein Niveau, das weit über dem des gesamten Jahres 2017 lag.

asc/dpa



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