Deutsche Flüsse Wenn die Kreuzfahrt wegen Niedrigwasser abgebrochen wird

In Mannheim ist zurzeit Schluss für Rhein-Kreuzfahrten gen Basel. Der Fluss führt zu wenig Wasser. Reisende haben einen Anspruch auf Erstattung.

Flusskreuzfahrtschiff in Koblenz (Archiv)
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Flusskreuzfahrtschiff in Koblenz (Archiv)


Am Mannheimer Hafen müssen derzeit viele Passagiere die Flusskreuzfahrtschiffe verlassen. Für diese Schiffe führe der Rhein nicht genug Wasser, um Richtung Basel weiterzufahren, erläuterte die Hafenmeisterin. Die Gäste werden dann von ihren Reisegesellschaften per Bus nach Süden gebracht.

Diese Urlauber bekommen womöglich einen Teil des Geldes zurück. "Die Gäste haben Mängelansprüche", erklärt Sabine Fischer-Volk, Reiserechtsexpertin der Verbraucherzentrale Brandenburg. Diese Ansprüche bestehen, obwohl der Anbieter nichts für die aktuelle Dürre und niedrige Pegelstände kann.

Konkret lässt sich der Reisepreis anteilig mindern, wenn bestimmte Stopps unterwegs und Ausflüge ersatzlos gestrichen werden müssen. In manchen Fällen ist sogar noch mehr möglich: "Wenn eine als besonderes Highlight beworbene Sehenswürdigkeit ausfällt, könnte das dazu führen, dass die ganze Reise gekündigt werden kann", sagt Fischer-Volk.

Dann gibt es das gesamte Geld zurück - allerdings keinen zusätzlichen Schadensersatz. Wer ein Ersatzprogramm seines Veranstalters akzeptiert, damit die Reise nicht ausfällt, sollte laut der Juristin klarstellen, dass er sich Mängelansprüche vorbehält.

Auf dem Rhein, der Elbe und der Oder ist der Schiffsverkehr infolge niedriger Pegelstände zurzeit sehr eingeschränkt: "Sollte das warme Hochdruckwetter anhalten und keine entscheidenden Niederschläge fallen, werden die Wasserstände weiter fallen", sagte die Sprecherin der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt, Claudia Thoma. "Gegebenenfalls kann der Schiffsverkehr dann streckenweise zum Erliegen kommen." Auch auf der Donau kann es eng werden.

So schlimm wie im Rekordsommer 2003 ist die Lage aber noch nicht. Der Rhein hat laut Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt noch rund 50 Zentimeter mehr Wasser als damals. Zudem gibt es auf einigen Flüssen kaum Einschränkungen für Schiffe. Dort, wo es Schleusen gibt, etwa im westdeutschen Kanalgebiet, sowie an Mosel, Neckar, Main, Weser oder Havel, kann der Wasserstand manuell reguliert werden.

abl/dpa



insgesamt 3 Beiträge
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wolke:sieben 03.08.2018
1. Diskussion?
....überflüssig, da kein Wasser vorhanden!!!
polkappe 03.08.2018
2. Die Vollkaskomentalität...
... wiedert mich an! Seit Jahren beobachte ich die besonders bei den deutschen vorherschende Vollkaskomentalität mit argwohn. Was bitteschön kann die Reederei oder der Reiseveranstalter dafür, dass die Pegelstände in diesem Sommer auf einem unerwartbaren Tiefstand sind? Wie soll ein Veranstalter solch ein Jahrhundertereignis voraussehen? Wo kommen wir hin, wenn die Bevölkerung ihr gesamtes Daseinsrisiko auf andere abwälzt? Muss es immer einen Schuldigen geben, der zur Kasse gebeten wird? Die Aussage der „Verbraucherschützerin“ die betroffenen Reisegäste hätten einen Anspruch auf Schadensersatz auch wenn der Veranstalter ein Ersatzprogramm aus dem Boden stampft um seinen Kunden unter den gegebenen Umständen doch noch ein schönes Reiseerlebnis zu bieten, mag de jure korrekt sein, ich halte dies jedoch für moral sehr fragwürdig. Wohin soll diese „das steht mir aber zu“ Mentalität noch führen? Immer wird ein Schuldiger gesucht, Anwälte beschäftigt und Gerichte überlastet. Wahrscheinlich bekommen die Besucher eines Bundesligaspiels demnächst auch ihr Geld zurück wenn es regnet, die Sonne zu doll scheint oder der falsche Club gewinnt. Das Leben ist bekanntlich lebensgefährlich! Doch wenn wir so weitermachen, haben wir bald Gesetze die es verbieten zu sterben und „Verbraucherschützer“ die uns erklären wen wir verantwortlich machen könne und wie es wo Geld zu holen gibt.
salkum 04.08.2018
3. Vollkaskomentalität geht einher mit Geiz-ist-geil ......
@ #2 polkappe, Sie sprechen mir aus dem Herzen. Das Ganze geht noch einher mit einer Geiz-ist-geil - Mentalität. Ich merke das bei vielen Gesprächen mit Freunden, Bekannten und Kollegen: Wo lässt sich noch was rausholen? Häufig handeln die ersten Unterhaltungen über einen Urlaub davon, wie teuer / günstig irgendwo, irgendetwas war. Diese Leute tun mir einfach nur Leid. Nichts gegen diejenigen, die berechtigte Ansprüche durchsetzen wollen.
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