Teilsperrung durch Sicherheitspanne Weiterhin Verspätungen am Frankfurter Flughafen

Das Chaos nach einer Teilsperrung des Frankfurter Flughafens löst sich langsam auf. Laut dem Betreiber Fraport müssen sich Passagiere dennoch auf Verzögerungen einrichten - auch wegen des Wetters.

Wartende Passagiere am Frankfurter Flughafen
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Wartende Passagiere am Frankfurter Flughafen


Nach einem falschen Sprengstoffalarm am Frankfurter Flughafen müssen sich Passagiere auch am Mittwoch noch auf Verzögerungen einstellen. Viele Flugzeuge warteten noch auf ihre Abfertigung, sagte ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport am Morgen. Außerdem habe es wegen einer Gewitterwarnung weitere Verzögerungen gegeben.

Die vor allem von der teilweisen Sperrung des Flughafens am Dienstag betroffene Lufthansa ging davon aus, dass sich die Auswirkungen bis in den späten Vormittag hinein bemerkbar machen werden.

Der falsche Alarm bei einer Passagierkontrolle hatte am Dienstagnachmittag große Teile von Deutschlands größtem Airport für mehrere Stunden lahmgelegt. Von den anschließenden Sperrungen waren rund 60 Flüge und 13.000 Passagiere betroffen. Eine Mitarbeiterin hatte eine französische Familie passieren lassen, obwohl ein Sprengstofftest angeschlagen hatte, wie die Bundespolizei mitteilte. Die Sicherheitsbereiche A und Z im Terminal 1 wurden geräumt, das Boarding gestoppt.

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Nach Angaben des Flughafenbetreibers waren am Dienstag von 1500 Starts und Landungen 35 annulliert worden. Dies sei jedoch nicht allein auf den falschen Alarm zurückzuführen, da ohnehin täglich 10 bis 20 Flüge ausfielen. Die am Morgen noch bis zu 30 Minuten dauernden Wartezeiten bei Sicherheits- und Grenzkontrollen lösten sich im Laufe des Tages auf. "Wir haben einen geregelten Betrieb", sagte ein Flughafensprecher am Nachmittag. Allerdings komme es noch zu größeren Schlangen am Check-in und den Umbuchungsschaltern der Lufthansa.

Allein bei der Lufthansa waren Angaben vom Dienstag zufolge rund 7000 Fluggäste von der Sperrung betroffen. 4000 von ihnen hätten in nahegelegenen Hotelzimmern übernachtet. Außerdem ließ die Airline im Terminal Feldbetten für Transit-Passagiere aufstellen, die den Schengen-Raum wegen fehlender Visa nicht betreten dürfen.

Wie viele Flüge und Passagiere am Mittwoch noch betroffen waren, konnte die Lufthansa zunächst nicht mitteilen. Genauere Angaben sollten im Laufe des Tages veröffentlicht werden. Fraport rief die Passagiere auf, sich frühzeitig bei ihren Airlines über ihre Flüge zu informieren.

Auch die Kosten, die durch die Sicherheitspanne entstanden sind, sind Fraport zufolge noch nicht abzuschätzen. Zunächst müsse der Vorfall analysiert werden, sagte eine Sprecherin.

Passagiere bekommen keine Entschädigung

Die betroffenen Passagiere können nicht auf Entschädigungen hoffen. "Sie werden keine Ausgleichszahlung bekommen", erklärt Reiserechtsexperte Ernst Führich aus Kempten. Grund sei, dass die Sicherheitskontrolle Staatsaufgabe sei und nicht in den organisatorischen Bereich der Airline falle. Folglich gehöre sie auch nicht zum Betriebsrisiko einer Fluggesellschaft. "Maßnahmen im Sicherheitsbereich sind außergewöhnliche Umstände", sagt Führich. Und in einem solchen Fall sind Airlines von der Zahlungspflicht befreit.

Ende Juli erst waren rund 300 Flüge am Flughafen München ausgefallen, nachdem dort ein Terminal vorübergehend geräumt worden war. Eine Frau war dort ohne Kontrolle in den Sicherheitsbereich gelangt.

Bereits vor zwei Jahren hatte der Frankfurter Flughafen wegen eines ähnlichen Vorfalls teilweise geräumt werden müssen. Damals hatte eine Frau einen Sprengstoffalarm ausgelöst und war plötzlich verschwunden. Auch bei ihr stellte es sich später als Fehlalarm heraus.

kry/dpa/AFP



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