Frankfurter Airport: Schnitzeljagd am neuen Flugsteig

Finden sich die Passagiere zurecht? Kommen sie zügig zu den Gates und durch die Kontrollen? Ein Test am Frankfurter Flughafen sollte zeigen, wie gut das Umsteigen am 800 Meter langen neuen Flugsteig funktioniert. Tausende bewarben sich als Versuchskaninchen - nur 300 durften mitmachen.

Frankfurter Flughafen: Neuer Flugsteig im Praxistest
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DPA

Frankfurt/Main - Die Wegweiser bereiten Edith Väth erst einmal Kopfzerbrechen. Sie blickt auf die blaue Tafel am Gate A54 und sucht das Gate Z54. Dort soll sie laut ihrem Laufplan das nächste fiktive Flugzeug besteigen. Doch da steht nur der Buchstabe Z - eine Nummernangabe fehlt. "Das finde ich verwirrend", sagt die 65-Jährige.

Später stellt sich für sie heraus, dass die Gates mit dem Buchstaben Z eine Etage höher liegen. Edith Väth ist mit ihrer Nachbarin gekommen. "Aber wo die ist, weiß ich nicht", sagt sie - ihre Bekannte hat ein blaues Armbändchen bekommen und ist damit in einer anderen Gruppe gelandet.

Streiks des Personals werden an diesem Dienstag im neuen Flugsteig A-Plus in Frankfurt nicht simuliert. Vielmehr steht das Verhalten der Fluggäste auf dem Prüfstand. Wie lange brauchen sie von Gate zu Gate? Finden sie sich mit Hilfe der Hinweisschilder zurecht? Verstehen sie die Durchsagen? All das will der Flughafenbetreiber Fraport von den Freiwilligen erfahren, die am Dienstag in Frankfurt einchecken, umsteigen und die Laufwege erproben.

Ein wichtiges Detail weiß Fraport nach eigenen Angaben bereits: Wie viel Geld die Fluggäste in den Geschäften des neuen Gebäudes ausgeben werden - das wird nicht getestet.

Der Flugsteig A-Plus ist eine Erweiterung des Terminals 1 und wurde gebaut, um Großraumflugzeuge wie den Airbus A380 und die Boeing 747 abfertigen zu können. Vier A380 können dort künftig gleichzeitig nebeneinander stehen. Kalkuliert man nur mit kleineren Flugzeugen, kommen elf Andockstellen hinzu.

Nachbesserung bei den Durchsagen

In drei Gruppen lässt die Betreibergesellschaft die Freiwilligen auf den Flugsteig los. Rund 8500 Menschen hätten sich insgesamt für die Tests beworben, sagt Martina Pfeffer, Leiterin des Kapazitätsmanagements bei Fraport. 300 von ihnen können in magentafarbenen Warnwesten teilnehmen und haben jeweils fünf Umschläge bekommen, die ihre Anweisungen enthalten. Bevor ein Umstieg erledigt ist, sollen die restlichen Umschläge verschlossen bleiben - Schnitzeljagd am Flughafen.

An jeder Station notieren die Tester, was ihnen auf- oder missfällt. Bei den Lautsprecherdurchsagen etwa wurde bereits nachgebessert, berichtet Pfeffer. Auch Rolltreppen und Aufzüge seien nachjustiert worden, damit zum Start am 10. Oktober alles klappt.

Für zehn Euro Aufwandsentschädigung je Stunde nehmen die Tester weite Wege in Kauf. Zwischendurch greifen sie zu den bereitgestellten Wasserflaschen. Ramona Schaaf und Dennis Steven, die beide in Frankfurt studieren, haben schon einiges hinter sich. "Gefühlt bin ich schon zwei Kilometer gelaufen heute", sagt der Student. "Da dürfte aber noch etwas hinzukommen". Drei seiner fünf Umschläge hat er noch nicht geöffnet. Die weiten Wege seien dem Testbetrieb und mehreren Umstiegen nacheinander geschuldet, sagen die Verantwortlichen. Knapp 800 Meter lang ist der neue "Finger" des Terminals, sechs Millionen zusätzliche Fluggäste sollen hier abgefertigt werden. Bislang nutzen jährlich 58 Millionen Passagiere den größten deutschen Flughafen.

Peter Steinberg ist zwiegespalten. Der Diplom-Kaufmann aus dem flughafennahen Mörfelden bekommt oft genug auch den Lärm der Flieger mit. Heute testet er wie viele andere aus der Gegend den Flugsteig. "Man ärgert sich und schimpft auch schon mal, aber so kann man auch einfach in den Urlaub fliegen", sagt er zur Nähe des Flughafens. Für ihn funktioniert der Test: "Ich fliege zwar eher wenig, finde mich aber gut zurecht."

Eins scheint auf jeden Fall zu klappen: Die Kommunikation der Fluggäste untereinander. Viele helfen sich und enträtseln zusammen die Hinweisschilder und Buchstabenfolgen. Ramona Schaaf und Dennis Steven haben sich auch eben erst im Flugsteig kennengelernt. "Wie auf einem normalen Flug eben", sagt die Studentin.

Marco Engemann/dpa/sto

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insgesamt 18 Beiträge
herr_kowalski 19.09.2012
nach Chicago O´Hare. Zwischenstop in Mineapolis und Denver. Endziel San Jose. Fragte in ORD nach dem gate: Antwort: just follow the green line. Frage: why no number ? Antwort: to many people have problems with [...]
Zitat von sysopFinden sich die Passagiere zurecht? Kommen sie zügig zu den Gates und durch die Kontrollen? Ein Test am Frankfurter Flughafen sollte zeigen, wie gut das Umsteigen am neuen Flugsteig funktioniert. Tausende bewarben sich als Versuchskaninchen - nur 300 durften mitmachen. Frankfurter Flughafen: Neuer Flugsteig im Test - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,856702,00.html)
nach Chicago O´Hare. Zwischenstop in Mineapolis und Denver. Endziel San Jose. Fragte in ORD nach dem gate: Antwort: just follow the green line. Frage: why no number ? Antwort: to many people have problems with reading.
geisterhaltung 19.09.2012
Der Flughafen Frankfurt ist mittlerweile völlig verbaut. Wenn sie auf der neuen Nordbahn landen, brauchen sie bis zu einer halben Stunde, um mit dem Flieger bis zum Gate zu rollen. Dann folgen unter Umständen nochmal 45 min [...]
Der Flughafen Frankfurt ist mittlerweile völlig verbaut. Wenn sie auf der neuen Nordbahn landen, brauchen sie bis zu einer halben Stunde, um mit dem Flieger bis zum Gate zu rollen. Dann folgen unter Umständen nochmal 45 min strammer Fußmarsch und Warterei am Gepäckband. Bei einem Flug aus München oder Wien ist das totaler Quatsch auf Kosten der Passagiere und der Anwohner, die die unsägliche Nordbahn aushalten müssen.
phalanger 19.09.2012
Die Bahn braucht laut Website 3:14 von München aus. Wer meint, da fliegen zu müssen ist selber Schuld.
Zitat von geisterhaltungDer Flughafen Frankfurt ist mittlerweile völlig verbaut. Wenn sie auf der neuen Nordbahn landen, brauchen sie bis zu einer halben Stunde, um mit dem Flieger bis zum Gate zu rollen. Dann folgen unter Umständen nochmal 45 min strammer Fußmarsch und Warterei am Gepäckband. Bei einem Flug aus München oder Wien ist das totaler Quatsch auf Kosten der Passagiere und der Anwohner, die die unsägliche Nordbahn aushalten müssen.
Die Bahn braucht laut Website 3:14 von München aus. Wer meint, da fliegen zu müssen ist selber Schuld.
j1958 19.09.2012
Frankfurt hat sich in den letzten Jahren von einem gerade noch übersichtlichen Flughafen in ein Labyrinth verwandelt, in dem man locker verloren gehen kann. Dazu endlose Distanzen und kaum Rollwege. Wenn man z.B. aus Johannesburg [...]
Frankfurt hat sich in den letzten Jahren von einem gerade noch übersichtlichen Flughafen in ein Labyrinth verwandelt, in dem man locker verloren gehen kann. Dazu endlose Distanzen und kaum Rollwege. Wenn man z.B. aus Johannesburg bei Cirgendwas ankommt und den Anschluss nach Hannover aus A64 hat ist man gefühlt einen halben Tag unterwegs. Treppe raus, Treppe runter, endlose Gänge. Ich versuche Frankfurt für Umsteigeflüge zu vermeiden, mir reicht dieser Marathon jetzt. Zürich oder München sind da 'benutzerfreundlicher'.
Herzbubi 19.09.2012
..die Fluggäste nach ihren Bedürfnisse zu befragen.
..die Fluggäste nach ihren Bedürfnisse zu befragen.
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  • Mittwoch, 19.09.2012 – 11:23 Uhr
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Check-in-Schalter, Startbahn, Terminal: Weltweit bestehen Airports aus den immer gleichen Elementen - und sind doch so verschieden. Wie gut kennen Sie die Kathedralen der Globetrotter? Beweisen Sie Ihre Jetset-Tauglichkeit im Flughafen-Quiz!


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