Frankfurter Airport Winterwetter sorgt für Dutzende Flugausfälle

Erneut hat der Schnee am Frankfurter Flughafen die Reisepläne vieler Passagiere durcheinandergebracht. Tausende mussten die Nacht auf Feldbetten verbringen, schon am Morgen wurden mehr als 80 Flüge gestrichen. Auch Bahnreisende müssen mit Verspätungen rechnen.

Passagiere auf Feldbetten: Tausende mussten am Flughafen schlafen
DPA

Passagiere auf Feldbetten: Tausende mussten am Flughafen schlafen


Frankfurt am Main - Am Frankfurter Flughafen hat der Mittwoch mit Annullierungen und Verspätungen begonnen. Am Morgen mussten bereits 107 von 1270 geplanten Flügen wegen des Winterwetters gestrichen werden, wie ein Fraport-Sprecher berichtete. "Das werden mit Sicherheit noch mehr", sagte er. Einige der Ausfälle sind darauf zurückzuführen, dass am Dienstag die Flugpläne massiv durcheinanderkamen.

Im Gegensatz zum Vortag sehe es aber nach einem ruhigeren Tag aus. "Alle Bahnen sind wieder offen." Derzeit fällt kein weiterer Schnee in Frankfurt. Am Dienstag waren 800 Verbindungen gestrichen worden.

In der Mittagszeit war Deutschlands größter Flughafen für zwei Stunden komplett geschlossen worden, um den Schnee von den Landebahnen zu räumen. Zahlreiche Passagiere verbrachten die Nacht am Flughafen. "Nach vagen Schätzungen könnten das 2500 bis 3000 Menschen gewesen sein", sagte der Sprecher.

Am Dienstag durften trotz des Nachtflugverbots 33 Maschinen nach 23 Uhr in Frankfurt abheben. Für diese Maschinen, deren Start eigentlich vor diesem Zeitpunkt geplant war, erteilte die Luftaufsicht die Ausnahmegenehmigung, wie das hessische Wirtschaftsministerium am Mittwoch mitteilte.

Der Wintereinbruch hat am Mittwoch auch für zahlreiche Verspätungen im Bahnverkehr gesorgt. "Das sind wetterbedingte Verspätungen, einen größeren Störfall gab es nicht", sagte eine Sprecherin der Bahn für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland in Frankfurt. Die Geschwindigkeit im gesamten Fernverkehrsnetz sei wegen Eis und Schnee von 260 auf 200 km/h gedrosselt worden. "Das führt zu Kettenreaktionen im Nahverkehr." Mit rund 20 Minuten Verspätung pro Zug müsse daher den ganzen Tag gerechnet werden.

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Frankfurter Airport: Zugeschneite Landebahnen
Passagieren steht keine Ausgleichszahlung zu

Flugpassagiere haben bei Ausfällen und Verspätungen laut EU-Verordnung Anspruch auf Betreuungsleistungen am Flughafen: Bei Abflugverzögerungen von zwei Stunden bei Kurzstrecken (bis 1500 Kilometer), drei Stunden bei Mittelstrecken (bis 3500 Kilometer) und vier Stunden bei Langstrecken muss auf Wunsch "für das leibliche und kommunikative Wohl" des Fluggasts gesorgt werden.

Fluggäste haben dann Anspruch auf kostenlose Mahlzeiten, Erfrischungen, zwei Telefongespräche, Faxe oder E-Mails sowie - falls nötig - Hotelübernachtungen inklusive Transfer. Eine Entschädigung steht ihnen allerdings nicht zu, da es sich bei wetterbedingten Störungen um einen "außergewöhnlichen Umstand" handelt.

Grundsätzlich muss die Airline in einem solchen Fall alle Maßnahmen treffen, um die Passagiere schnellstmöglich ans Ziel zu bringen. Das kann eine kostenlose Umbuchung auf den nächstmöglichen Flug bedeuten oder eine Beförderung auf andere Weise - bei einer längeren Schließung des Flughafens zum Beispiel per Bahn oder mit einem Flugzeug von einem benachbarten Airport. Ab der fünften Verspätungsstunde hat der Fluggast außerdem das Recht, das Ticket zurückzugeben und sich die Kosten erstatten zu lassen.

Wo erhalten Reisende Auskünfte zu ihren Flügen?

Fluglinien:

Flughafen:

Aktuelle Informationen über Verspätungen und Flugausfälle geben die Flughäfen auf ihren Webseiten bekannt.

Hotlines von Veranstaltern:

sto/dpa/Reuters

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