Auktion von Mobiliar aus Pariser Ritz Baden wie einst Coco Chanel

Prinzessin Diana übernachtete in der Nacht vor ihrem Tod in der berühmten Luxusherberge - und Coco Chanel wohnte sogar in einer der Suiten. Nun sollen einige Möbelstücke aus dem Ritz in Paris versteigert werden.

DPA

Das Hotel Ritz im Herzen von Paris ist seit 120 Jahren ein Treffpunkt der Schönen und Reichen. "Wenn ich über das Jenseits im Himmel träume, spielt die Handlung immer im Pariser Ritz", sagte einst der Schriftsteller Ernest Hemingway über das Fünf-Sterne-Haus. Die Modeschöpferin Gabrielle "Coco" Chanel erwählte den Hotelpalast sogar zu ihrem Domizil.

Nun wird erstmals Originalmobiliar des Ritz versteigert. Mitte des Monats sollen an fünf Tagen rund 10.000 Einzelstücke verkauft werden. Darunter sind Betten, Barhocker, Plüschsofas, Vorhänge, ein Gartentor mit Ritz-Emblem, eine Harfe oder eine renovierungsbedürftige Badewanne.

Sammler könnten ein "Stück Ritz-Mythos" erwerben, sagt der Chef des Auktionshauses Artcurial, François Trajan. Das Mobiliar sei übrig, da zahlreiche Möbel und Objekte nach der mehrjährigen Renovierung des Fünf-Sterne-Hauses an der barocken Place Vendôme "ihren Platz nicht wiedergefunden" hätten. Das Ritz mit seinen 600 Angestellten hatte im Juni 2016 nach dem langwierigen Umbau wieder für zahlungskräftiges Publikum geöffnet.

Der Schätzwert der Objekte liegt insgesamt bei rund 1,5 bis zwei Millionen Euro. Laut der Zeitung "Le Figaro" könnte die Summe bei der Versteigerung etwa verdreifacht werden.

Ein Spiegel vom Glanz und Elend des 20. Jahrhunderts

Es werden auch Möbel verkauft, die aus Suiten stammen. Die prächtigste ist wohl die Suite Imperiale, deren Salon eine Holzvertäfelung aus dem 18. Jahrhundert hat. Der frühere US-Präsident Richard Nixon, die italienische Schauspielerin Gina Lollobrigida, die Kinogrößen Roger Moore und Woody Allen sowie die Showstars Elton John und Madonna logierten in den vornehmen Räumen.

Im August 1997 hielten sich dort auch die britische Prinzessin Diana und ihr Freund Dodi Al-Fayed auf. Dann brachen sie in einem Mercedes zu ihrer Fahrt durch das nächtliche Paris auf, die in einem Straßentunnel für beide tödlich endete.

Das Ritz ist ein Spiegel vom Glanz und Elend des 20. Jahrhunderts. Nach dem Einmarsch deutscher Truppen in Frankreich 1940 wurde das Hotel beschlagnahmt, als Residenz für "Marschälle, Admirale und Minister" aus Nazi-Deutschland, berichtet die Autorin Cécile Desprairies in ihrem Buch über die dunklen Jahre der Hauptstadt. Das Ritz sei ein mondäner Treffpunkt der Kollaboration gewesen, so hätten sich dort von 1942 an deutsche und französische Geschäftsleute regelmäßig getroffen.

Ritz-Dauergast Coco Chanel hatte laut Biografen damals eine Liebschaft mit dem deutschen Diplomaten Hans Günther von Dincklage. Die Modedesignerin wurde nach der Befreiung von Paris im Jahr 1944 als Kollaborateurin verhaftet, kam aber schnell wieder frei. Sie lebte daraufhin mehrere Jahre in Lausanne in der Schweiz, bevor sie Mitte der Fünfzigererjahre nach Paris zurückkehrte und ein berufliches Comeback feierte. 1971 starb die Modekönigin im Ritz. Im Auktionskatalog werden Möbelstücke aus der "Suite von Mademoiselle C." eher diskret im hinteren Teil präsentiert.

Luxus und Geld ziehen auch Kriminelle an. Diese Erfahrung machte das Ritz erst zu Jahresbeginn. Vermummte Täter drangen über einen Hintereingang in das Gebäude ein, zerschlugen mit Äxten Schmuckvitrinen in der Eingangshalle und flüchteten dann mit millionenschwerer Beute. Die Polizei fand Schmuck und Uhren später vollständig wieder, drei Verdächtige kamen in Untersuchungshaft.

Für ein Zimmer müssen Gäste im Ritz laut Internetseite mindestens 1000 Euro berappen. Eigentümer der 1898 von dem Schweizer César Ritz gegründeten Edelherberge ist der aus Ägypten stammende Milliardär Mohammed Al-Fayed.

kry/dpa

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