Französische Alpen 78-Jährige überlebt eine Woche in der Wildnis

Sie ernährte sich von zwei Keksen und Regenwasser: Nach einem Sturz harrte eine französische Seniorin eine Woche im Wald aus. Bis auf ein paar blaue Flecken blieb sie unversehrt.

Gerettet: Die Französion Michele Riotton verbrachte sechs Nächte im Freien
AFP

Gerettet: Die Französion Michele Riotton verbrachte sechs Nächte im Freien


Thonon-les-Bains - Eine 78-jährige Französin, die seit einer Woche in den Alpen vermisst wurde, ist am Wochenende leicht verletzt am Grund eines Abhangs gefunden worden. Die nur mit einer dünnen Jacke bekleidete Frau verbrachte sechs Nächte im Freien. "Das reicht! Wälder kann ich nicht mehr sehen, ich möchte jetzt ins Altersheim", sagte Michele Riotton Journalisten an ihrem Krankenhausbett in Thonon-les-Bains in den französischen Alpen. Sie erinnere sich, wie sie "einen Abhang hinuntergerutscht und dann eingeschlafen" sei.

Riotton war von ihrem Heimatdorf Armoy am 29. August zu einem Waldspaziergang aufgebrochen. Nachdem die alte Dame nicht nach Hause zurückgekehrt war, wurde zwei Tage lang mit einem Hubschrauber nach ihr gesucht - ohne Erfolg. Eine weitere Suche am Samstag führte die Retter schließlich zu der Frau, die in einem Haufen Blätter gerade mal 700 Meter von ihrem Zuhause entfernt lag.

"Ich hatte keine Angst", sagte Riotton, "vor allem dachte ich daran, welche Sorgen sich meine Kinder und Enkel wohl machen." Ernährt hatte sie sich von zwei Keksen, die in ihrer Jackentasche waren, und von Regenwasser. Außer blauen Flecken und Wassermangel wies sie keine Verletzungen auf. "Im Innersten hatten wir kaum Hoffnung, sie lebend zu finden", sagte Nachbar Patrice Frossard, "aber wir wollten die Familie auch nicht im Stich lassen."

ank/AFP



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