Freiwillige Kontrolle: Pariser Flughafen testet Nacktscanner

Auch in Frankreich kommt ein Körperscanner zum Einsatz. Auf dem Pariser Charles-de-Gaulle-Flughafen können sich Fluggäste in die USA durch das Gerät kontrollieren lassen - zur Demonstration. Eine echte Probephase scheitert bisher an rechtlichen Gründen.

Körperscanner auf dem Flughafen Roissy Charles de Gaulle: Freiwillige DurchleuchtungZur Großansicht
REUTERS

Körperscanner auf dem Flughafen Roissy Charles de Gaulle: Freiwillige Durchleuchtung

Paris - Am Pariser Hauptstadtflughafen Charles de Gaulle wird seit Montag einer der umstrittenen Nacktscanner ausprobiert. Fluggäste in die Vereinigten Staaten können am Terminal 2E freiwillig durch den Körperscanner gehen, erklärte die französische Luftfahrtaufsichtsbehörde DGAC.

Aus rechtlichen Gründen handele es sich derzeit nur um eine "Demonstration", die auf einen bis drei Monate angelegt sei. Eine echte Probephase könne erst beginnen, wenn das neue französische Sicherheitsgesetz vom Parlament gebilligt sei. Als erstes probierten in Paris etliche Passagiere auf dem Weg nach Miami den Scanner aus. Das Bild wird dabei laut DGAC mittels millimetrischer Wellen erzeugt, die nicht in den Körper eindringen.

Die Geräte, die Passagiere bis auf die Haut durchleuchten und die genaue Körperform abbilden, sind in der Europäischen Union umstritten. Die Diskussion über den Einsatz der Nacktscanner war neu entbrannt, nachdem am 25. Dezember ein Nigerianer versucht hatte, ein US-Flugzeug kurz vor der Landung in Detroit in die Luft zu sprengen. Der am Leib getragene Sprengstoff war bei den Kontrollen nicht erkannt worden.

Kritiker befürchten, dass durch die Nacktscanner die Privat- und Intimsphäre der Reisenden verletzt wird. Getestet werden die Scanner derzeit in Großbritannien und den Niederlanden; Deutschland hat eine Entscheidung für den Sommer in Aussicht gestellt.

abl/dpa

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  • Datum: Montag 22.02.2010 | 15:27 Uhr
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