Geblendeter Pilot Nürnbergerin erhält wegen Laserpointer-Vorfall Geldstrafe

Immer häufiger werden Piloten im Cockpit mit Laserpointern geblendet - doch die Täter hinter den gefährlichen Attacken sind schwer zu fassen. In Nürnberg wurde jetzt eine Frau wegen der angeblichen Spielerei verurteilt.


Nürnberg - Mit einem Laserpointer auf Flugzeuge zielen, um Piloten zu treffen - in Europa scheint sich das zu einem für Passagiere und Crew gefährlichen Hobby zu entwickeln: In Deutschland stieg die Zahl solcher Zwischenfälle 2010 im Vergleich zum Vorjahr um das Achtfache, teilte die internationale Dachorganisation der Pilotenverbände, IFALPA in der vergangenen Woche mit.

Verbandssprecher Peter Swoboda sagte in Wien, der Missbrauch der Geräte könne dazu führen, dass Landeanflüge abgebrochen werden müssten. Piloten und Copiloten liefen Gefahr, durch die Laser die Kontrolle über Flugzeuge und Hubschrauber zu verlieren.

In Nürnburg ist nun eine Frau zu einer Geldstrafe von drei Monatsgehältern verurteilt worden, weil sie zwei Piloten mit einem Laserpointer geblendet hat. Das Amtsgericht Nürnberg habe einen entsprechenden Strafbefehl festgesetzt, teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit. Das Gericht wertete die angebliche Spielerei als versuchten Eingriff in den Luftverkehr und vorsätzliche Körperverletzung.

Pilot kurzzeitig handlungsunfähig

Nach Angaben der Anklagebehörde hatte die 35 Jahre alte Nürnbergerin Anfang Februar den Strahl ihres Laserpointers zunächst auf das Cockpit eines Linienflugzeuges gerichtet. An Bord der am Flughafen Nürnberg startenden Maschine waren 76 Passagiere. Der Pilot sagte, er habe plötzlich nichts mehr gesehen und sei kurzzeitig "handlungsunfähig" gewesen. Danach habe er den Flug aber ohne Störung fortsetzen können.

20 Minuten später traf der von der 35-Jährigen gen Himmel gerichtete Laserstrahl eine mit sechs Fluggästen besetzte Chartermaschine, die gerade landete. Auch der Pilot dieses Flugzeugs erklärte, plötzlich sei er auf schmerzhafte Weise geblendet worden. Trotzdem habe auch er seine Maschine noch sicher landen können.

Die 35-Jährige hatte bei den Ermittlungen eingeräumt, aus Spaß mit dem Laserpointer aus dem Fenster gezielt zu haben. Sie bestritt aber, die Piloten bewusst geblendet zu haben. Sollte die Frau den Strafbefehl nicht akzeptieren, käme es zu einer öffentlichen Gerichtsverhandlung.

abl/dpa/dapd



© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.