Geburtstagsgeschenk Künstler projiziert Schweizer Flagge an Jungfrau

Knallroter Farbfleck in den Berner Alpen: Zum 100. Geburtstag der berühmtesten Schweizer Bergbahn schmückt ein Lichtkünstler den Gipfel der Jungfrau mit der Nationalflagge. An acht Abenden soll das weiße Kreuz auf rotem Grund die Nordwand erleuchten.

REUTERS

Thun - Eine riesige Schweizer Flagge erhellt seit Neujahr die Berner Alpen - neben ihr das grelle Licht von Europas höchst gelegener Bahnstation. Hoch über der Stadt Thun, an der Nordwand des Berges Jungfrau, würdigt der Lichtkünstler Gerry Hofstetter mit seiner Projektion die bedeutendste Bergbahn der Schweiz, die Jungfraubahn.

Die Schienenverbindung, die jährlich mehr als 650.000 Menschen nutzen, wurde vor 100 Jahren in Betrieb genommen. Für den Bau der Strecke brauchten die Schweizer gute 15 Jahre - und viel Kraft. Denn einzelne Abschnitte wurden ohne die Hilfe von Maschinen fertig gestellt, nur mit Pickel und Schaufel.

Der erste Spatenstich wurde 1896 getätigt. Im Februar 1912 sprengten italienische Minenarbeiter einen Tunnel durch die Berge Eiger und Mönch - und machten so den Weg frei zum 3454 Meter hoch gelegenen Jungfraujoch, wo die Bahnstation erbaut wurde.

2012 wollen die Eidgenossen an die Mühen von damals erinnern. Zu diesem Zweck hat Hofstetter an Neujahr ein Camp auf 3380 Höhenmetern eingerichtet. Von dort aus wird der Schweizer Lichtkünstler eine Woche lang, bis zum 8. Januar, seine Lichtprojektionen an den vereisten Gipfel werfen: neben dem Schweizer Kreuz auch ein Porträt des Zürcher Unternehmers Adolf Guyer-Zeller (1839 bis 1899), der die Jungfraubahn begründet hat - sowie ein Bild von einem der Züge.

Gerry Hofstetter, 49, hat schon Monumente auf der ganzen Welt für seine Illuminationen benutzt: das Brandenburger Tor, den Arc de Triomphe in Paris, Kathedralen, Klöstern und das Kolosseum in Rom. Selbst Grönlands Eisberge dienten ihm schon als Projektionsfläche - und auch die Pyramiden von Gizeh.

jus



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DeeDeeBee 03.01.2012
1. !
Zitat von sysopKnallroter Farbfleck in den Berner Alpen: Zum 100. Geburtstag der wichtigsten Schweizer Bergbahn schmückt ein Lichtkünstler den Gipfel der Jungfrau mit der Nationalflagge. An acht Abenden soll das weiße Kreuz auf rotem Grund die Nordwand erleuchten. http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,806880,00.html
Was für ein toller Kerl, der "Lichtkünstler": Da kann er doch tatsächlich Gobos in einen Scheinwerfer schieben und einen "An" - Knopf drücken. Wow. ... und hat das auch schon bei den Pyramiden gemacht. Boah. Ähnlich, wie die Laser - Show, die da jeden Abend läuft? Oder die Optikinetiks - Gobo - Scheinwerfer, die in jedem Kaufhaus Projektionen aller Couleur in Farbe und mit Bewegung überall hin projizieren? Ach so, er nimmt `n 12 KW HMI PANI dafür... Welch ein Lichtvirtuose... Die Schweizer Fahne... Mensch, Meier.
Hamberliner 03.01.2012
2. Re: !
Zitat von DeeDeeBeeWas für ein toller Kerl, der "Lichtkünstler": Da kann er doch tatsächlich Gobos in einen Scheinwerfer schieben und einen "An" - Knopf drücken. Wow. ... und hat das auch schon bei den Pyramiden gemacht. Boah. Ähnlich, wie die Laser - Show, die da jeden Abend läuft? Oder die Optikinetiks - Gobo - Scheinwerfer, die in jedem Kaufhaus Projektionen aller Couleur in Farbe und mit Bewegung überall hin projizieren? Ach so, er nimmt `n 12 KW HMI PANI dafür... Welch ein Lichtvirtuose... Die Schweizer Fahne... Mensch, Meier.
Eine Schweizer Fahne macht sich höchstens bemerkbar, wenn man zuviel "Bündener Röteli" getrunken hat. Man sieht sie nicht man riecht sie nur. Das ist eine andere Baustelle. Im übrigen ist die Auswahl einer Projektionsfläche auch dann ein künstlerischer Akt, wenn es die Projektions-Hardware schlüssielfertig zu kaufen gibt und wenn das projizierte Bild keine Neuschöpfung darstellt. Schließlich hat ja auch Cristo die Seile und Planen, mit denen er Objekte verpackt hat, nicht selber hergestellt und die verpackten Objekte nicht selber geschaffen.
freelucky123 03.01.2012
3. Licht und Kunst
Es ist so traurig, das manche heutigen bildenden Künstler und Architekten nur noch mit seltsamen Lichtinstallationen Aufmerksamkeit auf sich ziehen können. Wer gibt diesen Menschen eigentlich das Recht die Berge oder den Nachthimmel einfach mit ihren Botschaften vollzupflastern? Das dann der Bürgermeister der letzten Hinterwaldgemeinde meint die Dorfkirche anstrahlen zu müssen und die Dorfdisko einen Skybeamer braucht um Aumerksamkeit auf sich zu ziehen ist nur die Folge von solche unnötiger Projektion von Werbung auf öffentliche Flächen. Der Nachthimmel und die Berge gehören nicht dem mit der grössten Taschenlampe sondern uns allen. Ich will nicht wissen, wieviele Gemsen abstürzen weil sie von dieser Installation geblendet sind, wieviele Vögel an den unnötigen Scheinwerfern verenden und wieviele Leute nachts nicht schlafen können weil der Himmel knallrot anstatt dunkel ist. Richtige Kunst sieht anders aus!
DeeDeeBee 03.01.2012
4. !
Zitat von HamberlinerEine Schweizer Fahne macht sich höchstens bemerkbar, wenn man zuviel "Bündener Röteli" getrunken hat. Man sieht sie nicht man riecht sie nur. Das ist eine andere Baustelle. Im übrigen ist die Auswahl einer Projektionsfläche auch dann ein künstlerischer Akt, wenn es die Projektions-Hardware schlüssielfertig zu kaufen gibt und wenn das projizierte Bild keine Neuschöpfung darstellt. Schließlich hat ja auch Cristo die Seile und Planen, mit denen er Objekte verpackt hat, nicht selber hergestellt und die verpackten Objekte nicht selber geschaffen.
Christo und Jeanne - Claude hatten wenigstens noch eine Idee, die so vor ihnen noch niemand umsetzte.
baberich 03.01.2012
5. Schön finde eich das
Zitat von DeeDeeBeeChristo und Jeanne - Claude hatten wenigstens noch eine Idee, die so vor ihnen noch niemand umsetzte.
Gefällt mir sehr solche Lichtprojektionen. Auch die lichtprojektionen am Bundeshaus waren schön. Gruss aus der Schweiz P.S. Lieber Spiegel Online Die nebenliegende Spichkarte gibt an, die Bevölkerungszahl der Schweiz betrage lediglich 7.5 Millionen Einwohner! Das stimmt leider nicht. Wir zählen in der Schweiz bereits mehr als 8 Millionen Einwohnern. Es wäre angemssen, wenn ihre Redaktion diesen Fehler beheben würde! Danke!
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