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Gefahr beim Landeanflug: Piloten werden fast täglich mit Laserpointern geblendet

Die Piloten schlagen Alarm: Fast täglich werden sie auf deutschen Airports beim Landeanflug von Unbekannten mit Laserpointern geblendet. Für die Flugkapitäne sind die Attacken so gefährlich, weil sie dadurch minutenlang orientierungslos werden können.

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DPA

Berlin - Auf deutschen Flughäfen gibt es immer öfter Blendattacken durch Laserpointer gegen Piloten. In den vergangenen Wochen häuften sich nach Angaben der Deutschen Flugsicherung (DFS) Vorfälle, bei denen Flugkapitäne im Landeanflug durch gezieltes Anstrahlen mit Lasern gestört wurden. "Wir bewerten das als gefährlich", sagte Sprecherin Kristina Kelek am Donnerstag. Die DFS habe Vorkommnisse etwa auf den Flughäfen von Bremen, Hamburg, Berlin, Saarbrücken, Stuttgart und Köln/Bonn registriert, sagte Kelek zu SPIEGEL ONLINE.

Die Piloten melden den Vorfall in der Regel den Fluglotsen, diese schalten die Polizei ein. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung analysiert derzeit einen Fall, bei dem es zu einer "Störung" kam, teilte der Leiter Ulf Kramer mit. Genauere Angaben wollte er nicht machen.

Eine derartige Häufung der Fälle habe es in Deutschland zuvor nicht gegeben, warnte auch Jörg Handwerg von der Pilotenvereinigung Cockpit: "Wir sehen das Problem mit Sorge." Vor allem in Hamburg und Berlin würden "fast täglich" neue Fälle bekannt. Auf dem Flughafen Berlin-Tegel habe die Polizei zwischen dem 21. September und 4. Oktober vier Laser-Attacken gezählt, berichtete die "Berliner Zeitung", in Schönefeld seien sechs in den vergangenen Wochen bekannt.

"Kollegen haben berichtet, wie sie direkt von diesen Laserstrahlen ins Auge getroffen wurden", sagte Handwerg der Zeitung. "Für mehrere Sekunden, manchmal Minuten, ist man dann orientierungslos, was vor allem bei einem Landeanflug zur großen Gefahr werden kann."

Bis zu zehn Jahre Haft stehen auf Laser-Attacke

Dummejungenstreich oder schwere Straftat? "Das ist vergleichbar mit den Steinewerfern von Brücken", sagt Kelek. Laut Strafgesetzbuch handelt es sich bei den Laser-Attacken um gefährliche Eingriffe in den Bahn-, Schiffs- und Luftverkehr, die laut Paragraf 315 des Strafgesetzbuchs mit bis zu zehn Jahren Haft geahndet werden können.

Der Landeanflug sei eine der heikelsten Situationen beim Flug, erklärt Handwerg. Dort sei der Pilot in einer "Phase der höchsten Konzentration", bei der kleinsten Ablenkung könne es zu Unfällen kommen. Auch der Autopilot helfe bei der Landung nicht. "Die Bedeutung des Autopiloten wird meistens überschätzt. Er kann Kommandos ausführen, die ihm der Pilot gibt." Dazu müsse dieser die Instrumente aber lesen können.

Neu ist das Phänomen nicht, vor allem in den USA und in Australien kam es in den vergangenen Jahren zu unzähligen Vorfällen. Ende der neunziger Jahre seien weltweit 40 Fälle gemeldet worden, 2005 waren es schon 240 und 2007 gar 600, sagt Handwerg. Oftmals hätten Piloten kurz vor dem Aufsetzen auf der Rollbahn egen wieder durchstarten müssen, um kein Risiko einzugehen.

Der Anstieg nun auch in Deutschland hänge damit zusammen, dass Laser heute viel einfacher und billiger zu haben seien, so Handwerg. Kleine Modelle in der Größe eines Schlüsselanhängers kosten nur wenige Euro. Sie werden vor allem für Präsentationen verwendet, strahlen aber nicht so intensiv, um Piloten im Landeanflug entscheidend zu stören. Stärkere Geräte sind mittlerweile aber auch erhältlich.

Weil es schwierig sei, Täter auf frischer Tat zu ertappen, fordert Handwerg, die Verbreitung von gefährlichen Laserstrahlern stärker einzuschränken. Man müsse die Laser einstufen "wie andere Waffen", betont der Pilot, denn "gegen Menschen gerichtet handelt es sich hier definitiv um eine Waffe".

abl/dpa

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